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Bergheim

16.10.2019

Die Bauer von Bergheim und Unterstall

Bürgermeister Tobias Gensberger vereidigt Andrea Weck. Sie ist 46 Jahre alt, neu im Gemeinderat von Bergheim und wohnt in Unterstall.
Bild: Christof Paulus

Plus Zwischen Neuburg und Ingolstadt zeichnet sich ein Bauboom ab. Neue Baugebiete sollen in Bergheim entstehen - und ein Parkplatz für einen See.

Nicht einmal 2000 Menschen wohnen in der Gemeinde Bergheim. Eigentlich dürfte also noch ein wenig Platz für neue Einwohner und ihre Häuser dort sein –der Gemeinderat scheint jedenfalls genau dieser Auffassung zu sein. Denn gleich fünf neue Wohngebiete mit insgesamt mehr als 50 Parzellen sind in Bergheim und im Ortsteil Unterstall angedacht.

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Zwei davon sind auf der Gemeinderatssitzung am Montag einstimmig als Wohngebiete ausgewiesen worden, sie liegen in Bergheim. Am unteren Anger am Südrand des Dorfes soll eines davon entstehen, am Luckerberg zwischen Brunnenweg und Neuburger Straße im nördlichen Teil des Ortes ein zweites. Dass die Gemeinde beide als Wohngebiet ausgewiesen hat, ist die Voraussetzung dafür, dass sie mit den eigentlichen Planungen beginnen kann.

In Bergheim ist ein Wohngebiet mit 30 Parzellen geplant

Auf der anderen Seite des Brunnenwegs ganz im Norden hat sie das schon getan. Dort soll sich an das bereits bestehende Wohngebiet ein weiteres anschließen, das dann ebenfalls den Namen „Am Luckerberg“ trägt. Hier möchte die Gemeinde 30 Parzellen ausweisen, der Vorentwurf ist bereits fertig, der Gemeinderat hat ihm mit einer Gegenstimme zugestimmt. Nun wird die Gemeinde einen Planentwurf anfertigen lassen.

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Für die Unterstaller Wohngebiete „Trauberg II“ in der Nähe der Grundschule und „Am Sportplatz“ am Unterstaller Ortsausgang in Richtung Egweil liegen diese bereits vor. Doch es rührt sich Widerstand: Denn auch wenn es so aussieht, als sei in der Gemeinde Bergheim besonders viel Platz für neue Wohngebiete, braucht auch die Natur ihren Raum. Gleiches gilt für die Landwirte in der Gemeinde.

Bedenken gegen Vorhaben in Bergheim

So könnte das Wohngebiet „Am Sportplatz“ zu nahe an einer Pferdehaltung liegen, gab das Landratsamt in einer Stellungnahme zu bedenken. Zwischen Koppel und Gebietsgrenze lägen zwar 53 Meter, das sind deutlich mehr als die zumindest benötigten 30 Meter. Gemeinderat Karl Braun (Bürgergemeinschaft Unterstall) wies allerdings darauf hin, dass die Pferde tatsächlich in kürzerer Entfernung untergebracht seien. Bürgermeister Tobias Gensberger (Dorfgemeineinschaft Bergheim) merkte jedoch an, dass lediglich der Abstand zur Koppel hinterfragt worden sei – und der werde eingehalten.

Am Trauberg hingegen sind es Anwohner, die Einwände gegen das Vorhaben äußern. Siegwart und Liane Ostermeier betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb unmittelbar am Rand des geplanten Gebietes. Sie befürchten, dass der Hang abrutschen könnte, der zum Baugrund werden soll. So steht es auch in der ersten Version des Planungsentwurfes, den der Gemeinderat im Juli angenommen hatte. Demnach ist es dem Gutachten des Umweltinstituts Synlab nach nicht auszuschließen, dass der Hang bei Starkregen abgleitet. Nach Angaben des Planungsbüros konnten diese Bedenken nach Rücksprache mit dem Sachverständigen jedoch ausgeräumt werden. Demnach heißt es nun, dass aus Sicht des Gutachters „die Gefahr eines Hangrutsches ausgeschlossen werden“ kann.

Anwohner befürchten Hangrutsch in Unterstall

Zustimmen wollen die Ostermeiers den Plänen allerdings nur, wenn ihnen zugesichert wird, dass die Gemeinde für einen möglichen Schaden aufkommen würde, sollte ihr Eigentum durch einen möglichen Hangrutsch beschädigt werden. Auf diese Aufforderung ging der Gemeinderat in seiner Sitzung jedoch nicht ein. Als erledigt betrachtete das Gremium außerdem den Einwand, dass der Betrieb möglicherweise wieder Vieh halten möchte. Da das Vieh sowohl eine Lärm- wie auch eine Geruchsbelästigung verursachen könnte, könnte dies im Wohngebiet Probleme verursachen. Momentan hat der Betrieb keine Viehwirtschaft, das könnte sich allerdings ändern, wenn er in die nächste Generation übergeben wird. Siegwart Ostermeier hat zwar eine Erklärung unterschrieben, dass die Ostermeiers auch zukünftig auf Viehwirtschaft verzichten werde – seine Frau Liane jedoch nicht. Nach eigenen Angaben gehört der Betrieb beiden Ehepartnern. Für Liane Ostermeier ist das Problem deshalb noch lange nicht erledigt.

Wie das zu lösen sein wird, ist für Egon Fuhrmann ab sofort keine Aufgabe mehr. Er nahm am Montag zum letzten Mal an einer Gemeinderatssitzung teil. Im kommenden Jahr hatte er bei den Kommunalwahlen ohnehin nicht mehr antreten wollen, jetzt hab er seinen Platz im Gemeinderat bereits fünf Monate vorher auf. Seine Nachfolgerin auf der Liste der Dorfgemeinschaft Bergheim ist Andrea Weck, sie wurde am Montag von Bürgermeister Tobias Gensberger vereidigt.

Am Schulzweiher könnte ein Parkplatz für Badegäste entstehen

Zu den zahlreichen Vorhaben, über die sie in ihrer ersten Sitzung als Gemeinderätin abstimmen durfte, kommt ein weiteres. Das liegt allerdings nicht in den Händen der Gemeinde. Denn Bürgermeister Gensberger gab bekannt, dass die Firma Schulz einen Parkplatz in der Nähe ihres Betriebsgeländes bauen wolle. Dort liegt ein Weiher, der im Sommer ein beliebter Badeort ist – wenngleich nicht als Badesee ausgewiesen. Die Autos, die in der Nähe des Weihers parken, blockieren im Sommer häufig die Feldwege – zum Ärger der Bauern. Der Parkplatz soll für die Öffentlichkeit erreichbar sein, die Feldwege deshalb frei bleiben. „Das ist ein großes Entgegenkommen der Firma“, kommentierte Gensberger den Plan.

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