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Bergheim

21.01.2019

Die Blockhütten für den Waldkindergarten dürfen gebaut werden

So wird es im Waldkindergarten in Unterstall bald nicht mehr aussehen. Das Tippi-Zelt (links) muss aus Brandschutzgründen abgebaut werden und der Bauwagen (rechts) wird durch Holzhütten ersetzt.
Bild: Manfred Reichl

Nach monatelangem Hin und Her hat das Landratsamt die Baugenehmigung für die Holzhütten des Waldkindergartens in Unterstall erteilt. Wie es jetzt weitergeht.

Die Unstimmigkeiten zwischen der Gemeinde Bergheim und dem Landratsamt über die zwei geplanten Blockhütten im Waldkindergarten in Unterstall sind beigelegt und die Geschichte hat ein gutes Ende gefunden: Am Montag hat das Landratsamt die Baugenehmigung für die Hütten erteilt. Über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Behörde ihre Zustimmung zu den Plänen gegeben hat. „Es hat viele Gespräche mit den Fachstellen gegeben, darunter die Untere Naturschutzbehörde und das AELF. Gemeinsam haben das Landratsamt, die Gemeinde sowie die Fachstellen nun eine tragfähige Lösung gefunden, die alle zufriedenstellt“, teilte das Landratsamt mit.

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Und die sieht so aus, dass die beiden Blockhütten wie geplant am Waldrand von Unterstall aufgestellt werden. Weil diese allerdings die Waldbewirtschaftung im unmittelbaren Umfeld einschränken (beispielsweise können Bäume dann nicht mehr ungehindert gefällt werden), haben sich Gemeinde, Landratsamt, Forstamt und Naturschutzbehörde auf einen sogenannten Waldumbau geeinigt – ein Vorschlag, den Oberhausens Bürgermeister Fridolin Gößl ins Spiel gebracht hatte. Das bedeutet, dass 40 Meter um die Hütten alle hohen Fichten gefällt werden und in den nächsten zwei Jahren durch Hecken, Sträucher und Wildobstbäume ersetzt werden. „Es wird schätzungsweise nur um die 20 Bäume treffen“, sagte Bürgermeister Tobias Gensberger, denn viele Fichten hätte in den vergangenen Jahren bereits der Borkenkäfer niedergemacht. Möglicherweise könne ein Teil des Holzes für den Hüttenbau verwendet werden. Wann die Bäume gefällt werden, will Gensberger demnächst mit den Waldrechtlern besprechen.

Die Holzhütten des Waldkindergartens bekommen einen Küchenherd

Um die gerodeten Fichten zu kompensieren, muss die Gemeinde eine 800 Quadratmeter große Ausgleichsfläche anlegen. Die wird irgendwo im Gemeindebereich liegen und muss bis 2020 angelegt werden. „Es werden in jedem Fall mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden“, betonte Gensberger.

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Die großen Eichen direkt am Waldkindergarten bleiben dagegen stehen. Um der Sicherheit durch herabfallende Äste genüge zu tun, müssen Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs die Bäume einmal im Jahr bzw. nach einem Sturm inspizieren. Doch Gensberger betont: „Das ist nicht neu, das haben wir in den vergangenen elf Jahren auch schon gemacht.“

Stein des Anstoßes war zwischenzeitlich auch der Holzofen, der in die Hütten eingebaut werden soll. Den wird es jetzt auch geben, und zwar in Form eines Küchenherdes. Dagegen wurde der Einwand, dass feste Hütten grundsätzlich dem Konzept eines Waldkindergartens widersprechen würden, komplett fallengelassen. „Darüber wurde überhaupt nicht mehr gesprochen.“

Die Blockhütten in Unterstall könnten schon im Sommer stehen

Nachdem die Baugenehmigung nun endlich vorliegt, kann es auch ans Eingemachte gehen. Schon in der Februarsitzung soll der Gemeinderat Bergheim bereits die Arbeiten vergeben, sodass im besten Fall im Frühjahr gebaut werden kann und die Hütten im Sommer stehen. Dann bekommt Alfred Eder aus Unterstall auch seinen Bauwagen zurück, den er der Gemeinde dankenswerter Weise kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, nachdem es im alten Bauwagen gebrannt hatte und ein schneller Ersatz her musste. Und auch das Tippi-Zelt muss weg – „aus Brandschutzgründen“, wie Gensberger sagte.

Dass nach all den Querelen letztlich doch eine Einigung gefunden werden konnte, freut Gensberger ungemein. „Ich hab schon nicht mehr daran geglaubt.“ Doch die Unterstützung von Gößl und die zuletzt konstruktiven Gespräche, bei denen alle betroffenen Behörden an einem Tisch saßen, hätten ihre Wirkung gezeigt.

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