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25.03.2009

Die Busse rollen weiter durch die Innenstadt

Ingolstadt Politischer Zündstoff lag gestern bei der Aufsichtsratssitzung der INVG in der Luft: Die Freien Wähler (FW) hatten einen Antrag zur probeweisen Sperrung der Nord-Süd-Achse für den Busverkehr in das Gremium eingebracht. Das ist an und für sich nichts ungewöhnliches, doch vor dem Hintergrund des Koalitionsstreits der vergangenen Tage zwischen FW und CSU hatte es dieses Blatt Papier in sich. Offenbar so sehr, dass die CSU sich noch nicht festlegen wollte und weitere Bedenkzeit einforderte: "Die Fraktion hat noch keine offizielle Entscheidung getroffen", sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Professor Joachim Genosko.

Damit bleibt offen, ob die Busse über ein Jahr hinweg samstags und sonntags aus der Innenstadt verbannt werden. Seit Jahren fordern die Freien Wähler eine Entlastung der Nord-Süd-Achse. Der normale Verkehr ist auf dieser direkten Verbindung durch das Herz der Innenstadt längst verbannt, nur Taxen, Radler, Fußgänger und Busse sind erlaubt. Die Linien 10 und 11 schlängeln sich im Schritttempo zu Hauptverkehrszeiten durch Massen von Passanten, Kinderwagen und Fahrrädern. Das wollen die FW seit Jahren durch eine Umfahrung der Altstadt ändern.

Die anderen Fraktionen bekräftigten gestern noch einmal, dass sie gegen den FW-Vorschlag stimmen werden. Gestört habe sie vor allem die Begründung in dem Antrag, sagte SPD-Stadträtin Petra Volkwein. Darin werden "Beinahe-Kollisionen" angeführt. Damit tue man den Busfahrern Unrecht, so Volkwein. Petra Kleine von den Grünen wandte sich gegen eine Schwächung der Linie und gegen die Kosten, die durch die Umfahrung entstünden. Laut Aufsichtsratsvorsitzendem, OB Alfred Lehmann, würden sich die Mehrkosten für die Umfahrung an Wochenenden für ein Jahr auf 38 000 Euro belaufen.

Mit Spannung wurde die Stellungnahme Genoskos im Aufsichtsrat erwartet. Denn bisher waren die Christsozialen immer mit den übrigen Parteien auf einer Linie und damit gegen ihren Koalitionspartner im Rathaus. Nach den Querelen um die Wahl der neuen Stadtbaurätin schien ein Entgegenkommen in dieser Frage wahrscheinlich. Stattdessen spielt die CSU jetzt aber offenbar auf Zeit. Ein Kompromiss deutete sich im Vorschlag des CSU-Kreisvorsitzenden Hans Süßbauer an. Er schlug vor, künftig nur noch "Hightech-Busse" auf der Nord-Süd-Achse einzusetzen.

Bei den für September geplanten Tariferhöhungen gab es noch keine Entscheidung. Geplant ist etwa die Preissteigerung für eine Kurzstreckenkarte von 1,10 auf 1,20 Euro. Im Durchschnitt sollen die Erhöhungen bei 8,6 Prozent liegen.

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