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Rennertshofen-Bertoldsheim

22.03.2019

Die Donau darf sich mehr Platz schaffen

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2 Bilder
Im Vordergrund sieht man die Buhne. Der alte Baum bleibt ebenfalls stehen. Weiter donauaufwärts bleiben 150 Meter Ufer unberührt, um einen Durchstich des Stroms zur Friedberger Ach zu vermeiden.
Bild: Michael Geyer

Fauna und Flora können von den ökologischen Strukturverbesserungen am Fluss profitieren. Warum der Uferweg bei Bertoldsheim aufgelassen wird.

„Die Zukunft der Donau findet neben dem Gewässer statt“, sagt Josef Hubbauer, Ehrenvorsitzender des Fischereivereins Neuburg. Und dort tut sich gerade sehr viel. Der ehemalige Fischerchef war am Freitag zusammen mit dem Gewässerwart Willi Schneider an der Baustelle, die etwa 500 Meter nach dem Kraftwerk Bertoldsheim beginnt und sich 1,3 Kilometer flussabwärts hinzieht. Von Projektleiterin Uta Menz und Pressesprecher Jan Kiver von der Rhein Main Donau AG ließen sie sich die aktuellen Arbeiten am rechten Donauufer zeigen.

Die Maßnahme wurde im Rahmen des Gewässerentwicklungskonzepts vom Kraftwerksbetreiber Uniper in Auftrag gegeben und kostet 40.000 Euro. Der Uferbewuchs wurde bereits entfernt. Die Bäume liegen am Wegrand, wo sie als Totholzhabitate Unterschlupf für eine Vielzahl von Tieren bieten. Der eine oder andere Baum liegt quer über dem Weg, der aufgelassen wird. Das ist notwendig, denn seit etlichen Tagen ist ein Bagger mit einem 18 Meter langen Greifarm damit beschäftigt, die Uferbefestigung wegzureißen. Sobald die Stütze durch die großen Wasserbausteine fehlt, rutscht das Ufer ab. Der Weg kann auch für Spaziergänger oder Radler gefährlich werden. Die Instabilität ist gewollt und schon jetzt klar zu erkennen: „Wir geben der Donau die Chance, zu arbeiten“, sagt Uta Menz. Für die Ingenieurin wird es interessant, wenn das nächste Hochwasser durch ist. Dann kann man am Prallufer sehen, wie weit der Fluss zurück in den Auwald geströmt ist.

Wohlfühloasen für Fische in der Donau

Jetzt macht zuerst einmal der Bagger den Weg frei. Er greift bis zu vier Meter in den Fluss und holt Material heraus. Alles wird aufgeladen, donauaufwärts transportiert, dort abgekippt und verbaut. Man sieht bereits die erste von zwei Inseln und eine von drei Buhnen, die sich ausbreiten. Sie werden bei mittlerem Wasserstand komplett überströmt, vermindern die Strömungsgeschwindigkeit und leiten das Wasser in Kehren zurück. In diesem ruhigeren Bereich fühlen sich die Fische wohl. Dort finden sie Laichgebiete. Auch wenn die Donau brav ist, schafft sie neue Strukturen, wenn sie Nachschub an Sand, Kies und Holz vom wegbrechenden Ufer erhält, erklärt Uta Menz. Die zwei Fischer sind vollauf zufrieden. Wie weit sich die Strukturverbesserung auf die Fischfauna auswirkt, soll ein Monitoring durch die Fischereifachberatung Oberbayern ergeben. Die Behörde werde auch entscheiden, ob und wie weit sich das Ergebnis zahlenmäßig und finanziell auf die Besatzverpflichtungen von Uniper auswirke, sagte Josef Hubbauer.

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