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16.10.2017

Die Frage nach dem Unvergesslichen

Das Georgische Kammerorchester sucht eine Antwort

„Was ist unvergesslich?“ – die Antwort gibt ein ungewöhnlich besetztes achtes Abonnementkonzert des Georgischen Kammerorchesters am Donnerstag, 19. Oktober, um 20 Uhr im Festsaal Ingolstadt: Zu Gast sind das renommierte Casal-Quartett und der Klarinettist Sebastian Manz. Mit Ruben Gazarian am Pult kommen die Introduktion und Allegro für Streichquartett und Streichorchester von Edward Elgar, die Suite für Streichorchester von Leos Janácek, Karl Amadeus Hartmanns Konzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester sowie das Divertimento für Streicher von Béla Bartók zur Aufführung. Öffentliche Generalprobe ist um 10 Uhr, Konzerteinführung mit Marco Frei um 19.10 Uhr.

Seit er den ARD-Musikwettbewerb 2008 in München gewonnen hat, zählt Sebastian Manz zu den Großen seiner Generation. Dort erspielte er sich den seit 40 Jahren nicht mehr vergebenen 1. Preis in der Kategorie Klarinette, den Publikumspreis sowie weitere Sonderpreise. Seit 2010 ist der mehrfache ECHO Klassik-Preisträger Soloklarinettist des SWR Symphonieorchesters. Zusätzlich ist er auf den Konzertbühnen weltweit als Solist und Kammermusiker zu Gast.

1996 wurde das Casal-Quartett von Studenten des Carmina- und des Alban-Berg-Quartetts gegründet. Seitdem hat es sich zu einer der international renommiertesten Formationen der Schweiz entwickelt. Zu seinen musikalischen Auszeichnungen gehören unter anderen der ECHO Klassik, der Pizzicato Award Luxemburg, der Diapason Decouverte, der Diapason d’Or sowie Nominierungen für den Deutschen Schallplattenpreis, ICMA-Award und Grammy.

Von der mannigfachen Entwicklung alter Formen und Genres wie Concerto grosso, Suite, Serenade oder Divertimento bis in die Moderne hinein zeugt das Konzertprogramm. So befragt Béla Bartók das Divertimento neu. Das Divertimento für Streichorchester ist seine letzte Komposition, die in Europa begonnen (1939) und 1940 uraufgeführt wurde. Da befand sich der Pazifist Bartók jedoch bereits im US-amerikanischen Exil. Von diesem „Sprung ins Ungewisse aus dem gewussten Unerträglichen“ kündet das Divertimento.

Der zeithistorische Kontext schwingt auch bei Karl Amadeus Hartmann mit, so im Konzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester von 1930/35. Von den Nazis als „entarteter Modernist“ verfolgt, ging der Münchner ins „innere Exil“. Das Komponieren blieb für ihn indes ein „klingendes Bekenntnis zur freien künstlerischen Äußerung“. Walisisches Kolorit schimmert in Edward Elgars Introduktion und Allegro für Streichquartett und Streichorchester durch in Gestalt einer Volksweise, die er 1901 bei einem Urlaub in Wales gehört hatte. Mit seiner frühen Suite für Streichorchester entwirft wiederum Leos Janácek Stimmungsbilder, die stark an romantische Vorbilder anknüpfen. (nr)

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