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Kommunalpolitik

14.06.2019

Die Grüne Karola Schwarz hat allen Grund zum Strahlen

Tritt Kreisvorsitzende Karola Schwarz für die Grünen bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr in Neuburg noch einmal als OB-Kandidatin an? Die Entscheidung soll nach den Sommerferien fallen.
Bild: Marcel Rother

Die Grünen sind auf Höhenflug – auch lokal. Das macht der Partei Mut für die Kommunalwahlen 2020. Gerade sind sie dabei, ihre Listen aufzustellen. „Wir werden auf alle Fälle jünger“, sagt Neuburg-Schrobenhausens Kreisvorsitzende Karola Schwarz.

Neuburg Sie befinden sich auf Höhenflug – europaweit, national und lokal: die Grünen. Nach den neuesten Meinungsumfragen haben sie die Union mit CDU und CSU bereits überrundet. Das wird ihnen auch Mut machen im Hinblick auf die Kommunalwahlen Mitte März kommenden Jahres in Bayern. „Man merkt, dass sich etwas tut“, sagt Kreisvorsitzende Karola Schwarz.

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Im Landkreis falle dies vor allem in Schrobenhausen auf. Dort habe der frisch gegründete Ortsverband einen guten Zulauf mit aktuell elf Mitgliedern, so Schwarz. Die dortige Struktur schätzt die 47-Jährige anders ein als in Neuburg. Wegen des Weltkonzerns Bauer sieht sie Schrobenhausen etwas internationaler aufgestellt. Das merke man auch daran, weil in der Lenbachstadt mehr Jüngere Interesse zeigen würden, sich bei den Grünen einzubringen. Das entspräche dann exakt dem Trend, der sich zuletzt vor allem bei der Europawahl gezeigt hat. In Neuburg erlebe sie das eher anders. Hier und in Karlskron – mit Schrobenhausen den bislang einzigen Ortsverbänden im Landkreis – gebe es jeweils weniger als zehn, eher weniger jüngere Mitglieder.

Die positiven Erkenntnisse im neuen Ortsverband Schrobenhausen ermutigen die Grünen im Landkreis

Gerade sind die Grünen mit der Listenaufstellung für die Kommunalwahlen im März kommenden Jahres beschäftigt. Ein Fokus, so Schwarz, werde dann natürlich auf Schrobenhausen liegen, wo die Partei sich gerade neu positioniert hat. Die dort gewonnenen, positiven Erkenntnisse würden die Grünen ermutigen, ihre Basis breiter aufzustellen, den Bürgern mehr Ansprechpartner vor Ort durch eine größere Anzahl von Ortsverbänden anzubieten. „Dann kommen die Leute auch zu uns, wie Schrobenhausen zeigt“, sagt Schwarz.

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Wer in Schrobenhausen und Neuburg sich als Spitzenkandidat der Grünen um das Bürgermeister- beziehungsweise Oberbürgermeisteramt bewerben wird, soll nach Vorstellung der Kreisvorsitzenden erst nach den Sommerferien entschieden werden. Nicht ausgeschlossen sei es, dass in der Großen Kreisstadt Karola Schwarz selbst wieder ihren Hut in den Ring werfen wird. Das hat sie schon 2014 getan und mit ihren damals sechs Prozent (+0,8 Prozent) den zweiten Sitz für die Grünen – neben dem von Theo Walter – im Neuburger Stadtrat gewonnen. Für die CSU steht für seine dann vierte Amtsperiode der amtierende Rathauschef Bernhard Gmehling als Kandidat bereit, für die Freien Wähler ist es der Kreisvorsitzende Florian Herold.

Trotz des Aufwinds für die Ökopartei bleibt Grünen-Kreisvorsitzende Karola Schwarz auf dem Boden

Trotz des enormen Aufwinds, den die Grünen derzeit spüren, verliert die Kreisvorsitzende nicht den Boden unter den Füßen. „Ich bin nicht so euphorisch zu glauben, dass das einfach so weitergeht“, sagt sie. Insgesamt laufe es zwar gut, aber dass dies so bleibt, dafür müsse man auch kontinuierlich etwas tun. Für Neuburg sieht sie als Grüne konkrete Ansätze. Den Ausbau der Nahwärme und des öffentlichen Nahverkehrs zum Beispiel, um die CO2-Belastung weiter zu senken. Fußgänger und Radfahrer müssten gerade im Stadtkernbereich mehr berücksichtigt werden. Wenn jetzt das Quartier um die Schießhaus- und Neuhofstraße saniert wird, sollte der Weg von der Abzweigung bei der Post in die Innenstadt zum Beispiel weniger für Autos, sondern vielmehr für Fußgänger- und Radfahrer attraktiv gestaltet werden. Genau für diese Verkehrsteilnehmer wäre auch ein Einbahnstraßenring sinnvoll, um ihnen endlich sichere Wege in der Innenstadt anbieten zu können. Abgesehen davon, dass durch einen Ring weniger Schadstoffe ausgestoßen würden, weil der Verkehr ganz einfach fließen würde. Mehr Stadtbusse, Einbahnstraßenring und Ausbau der Radwege: Wenn intelligente Lösungen angegangen würden, dann wäre aus Sicht der Grünen-Kreisvorsitzenden eine teure, wertvolle Natur vernichtende zweite Donaubrücke nicht mehr zwingend notwendig.

Karola Schwarz ist auch für eine Nachverdichtung im Stadtgebiet. Weniger Einfamilienhäuser im Umfeld und mehr Geschoßwohnungsbau im Innenstadtbereich mit einem ansprechenden Wohnumfeld würde nicht nur den Flächenverbrauch bremsen. Es würde die Menschen, und zwar die Jüngeren wie die Älteren, auch in der Stadt halten. Umso mehr, wenn dann auch das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs entsprechend attraktiv wäre.

Eine sozialere Stadt würde aus Sicht von Karola Schwarz auch viel für den sozialen Frieden leisten

Böte sich beim Ausbau der Nahwärme die Gründung von Bürgergenossenschaften an, könnte beim Geschosswohnungsbau der genossenschaftliche Wohnungsbau gefördert werden, damit mehr Menschen die Chance hätten, zu einem Wohneigentum zu kommen. „Das verschafft Sicherheit, weil Menschen durch diesen Puffer nicht gleich aus der Bahn geworfen werden, wenn einmal etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt“, erklärt Schwarz. So eine soziale Stadt würde auch viel für den sozialen Frieden leisten.

Über zehn Jahre ist die 47-jährige Angestellte und Mutter eines Kindes jetzt Mitglied in der Ökopartei „und irgendwie bleibt dieses Engagement einfach lebendig“, sagt sie. Das liege wohl auch in der zu anderen Parteien offeneren Parteistruktur. „Bei uns sind Dinge nicht von vorneherein festgelegt, sondern es wird immer viel diskutiert, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden.“ Deshalb sieht Karola Schwarz in der jetzigen Aufstellung der Listen für die Kommunalwahlen auch nur einen Rohentwurf. „Dass die Vorschläge 1:1 durchgehen werden, ist eher nicht der Fall“, weiß sie aus Erfahrung. „Aber wir Grüne werden auf alle Fälle jünger“, verrät sie schon einmal.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Manfred Rinke: "Kann Grün auch auf dem Land?"

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