Birdland

25.10.2019

Die Nachwuchs-Profis

Großes Aufgebot: Rund ein Dutzend Musiker stark ist die Big Band, deren Evergreens im Gewölbekeller widerhallten.
Bild: Julia Abspacher

Die Neuburger Musikschule trat im Hofapothekenkeller auf. Ihre Stücke kamen beim Publikum sehr gut an

Normalerweise stehen auf der Bühne des Birdlands Profijazzer von Weltrang, am vergangenen Samstagabend aber bekamen Neuburger Nachwuchsmusiker die Gelegenheit, einmal im Hofapothekenkeller zu brillieren. An diesem Abend nämlich begeisterten die Schüler der Musikschule Neuburg das Publikum im bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Neuburger Jazzclub. Üblicherweise findet deren Auftritt im Rahmen von Wort Klang Bild statt; da die Kulturnacht in diesem Jahr aber auf März verlegt wurde, machte Birdland-Chef Manfred Rehm einen Solotermin für die lokalen Jazzer im Oktober möglich. Auf dem Programm standen vor allem die großen Klassiker des Mainstream-Jazz, sowohl instrumental als auch mit Gesang, gut anzuhören und von den größtenteils jungen Musikern überzeugend und passioniert interpretiert.

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Die Youngster Combo (Theo Hertron, Luisa Bussas, Lukas Brügger, Katharina Sigl, Mia Hopfner, Malte Pilgenröther) eröffnete den Abend mit drei knackigen Stücken. „At 3 am“ mit seinen rhythmisch überraschenden Einfällen kam sehr swingend daher. Lässig-coole Motive und viele schleifende Noten verliehen ihm eine gedämpfte Stimmung, wie es den frühen Morgenstunden, auf die der Titel anspielt, würdig ist. „Cookin’ Blues“ dagegen schloss kurzweilig und pointiert den Auftritt der Combo ab.

Für die Big Band wurde es dann eng auf der eher kleinen Bühne, die Saxofonisten nahmen gar auf Stühlen im Zuschauerraum Platz. Dem Klang tat das keinen Abbruch, es schallte nur so im Gewölbe. Mit „Fly Me To The Moon“ eröffneten die rund ein Dutzend Musiker ihr Set, in „Stompin’ At The Savoy“ durften die Posaunen in einer besonders starken Passage auftrumpfen. Die Drums brillierten zum Auftakt von „A Night In Tunisia“, das das Ensemble sehr klar, modern und flott interpretierte. Gefühlvoll begann „Eli’s Coming“, auch wenn nach ein paar melancholischen Takten auch diese Komposition an Fahrt aufnahm und mit kurzen, markanten Tönen die Zuhörer in die Pause verabschiedete.

Die Nachwuchs-Profis

Der Chor eröffnete die zweite Hälfte des Abends, unter Leitung von Lucie Schafferhans swingten die Sänger zu „Squeeze Me“ und „I Wanna Be Like You“ aus dem Dschungelbuch. Ein kurzer, charmanter Auftritt, der für Abwechslung zwischen den Instrumentalstücken sorgte. Für einen großartigen Moment sorgte auch eine weitere Combo aus Simon Stobbe, Manuel Huber, sowie Manuel und Oliver Wasilesku, die Tadd Damerons „Lady Bird“ ausdrucksstark auf die Bühne brachte.

Mehr aus Verlegenheit, weil sie noch ein wenig Zeit füllen wollten, hätten sein Bruder Manuel und er in der vergangenen Woche beschlossen, zu zweit ein kurzes Set zu gestalten, erklärte Musikschulleiter Oliver Wasilesku. Falls dem wirklich so war, konnten sich die Zuhörer glücklich schätzen. Konnte man doch während der vier kurzen Stücke die Augen schließen und meinen, in ein Konzert geraten zu sein, wie man sie auch sonst im Birdland von Profis zu hören bekommt. Mehreren Kompositionen von Nat King Cole und anderen bekannte Jazzstandards konnten die beiden mit absoluter Präzision und bestechender Klangfarbe gefühlvoll Leben einhauchen.

Die komplette Big Band um Korbinian Sigl, Simon Stobbe, Franziska Hübner, Lukas Brügger, Paul Huber, Emma Hertkorn, Katharina Sigl, Magdalena Braun, Franziska Steinherr, Mia Hopfner, Alyosha von Stenglin, Alexander Philipp, Michael Dann und Klaus Wasilesku beschloss schließlich den Abend mit einer Reihe von Evergreens, aber auch ein zeitgenössisches Werk hatte sich noch eingeschlichen: Als Zugabe erklang „Uptown Funk“ von Mark Ronson und Bruno Mars.

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