Kommunalwahl

Alle Ergebnisse: Stichwahlen in der Region
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Die Partei-Kandidatin Käsler will ins Schloss ziehen

Neuburg

22.01.2020

Die Partei-Kandidatin Käsler will ins Schloss ziehen

Die Oberbürgermeister-Kandidatin für Die Partei, Gabriele Käsler mag vor allem das Neuburger Schloss an der Donaustadt. Deshalb soll bei ihr das Rathaus als Amtssitz ausgedient haben.
Bild: Rebecca Lang (Archivfoto)

Plus Erstmals schickt Die Partei mit Gabriele Käsler aus Klingsmoos eine Oberbürgermeister-Kandidatin ins Rennen. Von ihrer Amtszeit hat sie genaue Vorstellungen.

Die Hände zur Merkel-Raute gefaltet, die Kapuze über die rötlichen Haare gezogen und den Blick Richtung Schloss gerichtet. Dort will Gabriele Käsler, 51, nach den Kommunalwahlen regieren. Sie ist Oberbürgermeister-Kandidatin für die Satire-Partei Die Partei. Nicht nur von ihrem neuen Amtssitz hat Käsler genaue Vorstellungen, sondern auch von ihrer Amtszeit und Projekten, die sie anstoßen möchte.

Gabriele Käsler tritt als OB-Kandidatin für Die Partei an.
Video: Fabian Kluge

Ein zentrales Thema ist der Verkehr in Neuburg. „Wir haben durch die Sperrung der Bergheimer Brücke gesehen, dass selbst zwei Donaubrücken in Neuburg keine Entlastung bringen. Daher fordern wir fünf Brücken – am besten übereinander.“ Um den Klimawandel weiter voranzutreiben, will Die Partei außerdem Anwohnerparkausweise nur noch an „Stinkeautos“ bis Euro-3 vergeben. Schließlich solle es in Neuburg schön warm bleiben.

Kommunalwahl in Neuburg: Käsler will Fachkräftemangel entgegenwirken

Streit gab es in der Partei lange Zeit darüber, wie die geforderte Untertunnelung Neuburgs aussehen soll. Während die Fundamentalisten Fußgänger und Radfahrer in den Tunnel auslagern wollten, will Käsler, dass Autos und Lastwagen im Tunnel fahren. Das ausgestoßene CO2will sie anschließend sammeln und nach Eichstätt schicken – „damit es dort schön warm wird.“ Ebenfalls im Wahlprogramm steht, dass Die Partei die Autobahn zwischen Neuburg und Schrobenhausen ausbauen möchte. „Benachteiligte Gebiete wie Schrobenhausen sollen an die Metropole Neuburg angeschlossen werden“, erklärt Käsler.

Die Partei-Kandidatin Käsler will ins Schloss ziehen

Was die gebürtige Murnauerin für das Amt der Oberbürgermeisterin qualifiziert? „Ich bin Mutti eines Kindes, leite einen Grundschulhort – allein das überqualifiziert mich.“ Denn in der Politik sei ihr besonders die Liebe wichtig. „Bislang habe ich meine Liebe über die Parteimitglieder ergossen. Dann will ich sie auf die ganze Stadt ausweiten.“ Sie habe immer schon überlegt, in eine Partei einzutreten, allerdings habe sie die weit verbreitete Humorlosigkeit abgeschreckt. Politisch sei sie zudem sehr interessiert. „Darauf werde ich aber nicht weiter eingehen.“

Eingehen will sie dafür auf die Inhalte des Wahlprogramms. Ein Punkt ist ihr dabei besonders wichtig: dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Schaffen will sie das mit Kindertagesstätten, die rund um die Uhr geöffnet haben. „Dadurch können Eltern dann den ganzen Tag arbeiten. Außerdem sollte man sich eh nicht zu viel mit seinen Kindern beschäftigen“, sagt Käsler. Darüber hinaus fordern sie und ihre Parteikollegen eine Männerquote in Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen. „Wir wissen zwar auch nicht, wieso, aber es klingt einfach gut.“

Kommunalwahl in Neuburg: „Neuburg braucht Satire“

Für die Unterstützer von Die Partei sollen außerdem die Steuern gesenkt werden. Um den Haushalt wieder auszugleichen, werden sie für alle anderen deutlich erhöht, verspricht die OB-Kandidatin. Und auch das beherrschende Politikum der vergangenen Monate, der Klimaschutz, findet im Wahlprogramm der Satirepartei seinen Platz. So fordert Die Partei eine sofortige Ansiedlung von Kohlekraftwerken um Neuburg herum.

Diese Raute kennt man doch: Gabriele Käsler aus Klingsmoos will für Die Partei Oberbürgermeisterin in Neuburg werden.
Bild: Fabian Kluge

Dass Neuburg darüber hinaus auch Satire braucht, davon ist Käsler überzeugt. „Die Fähigkeit, gemeinsam zu lachen, ist verbindend. Man muss auch über sich selbst lachen können. Leider nehmen sich einige Gruppierungen viel zu ernst“, sagt sie. Natürlich setze Humor und Satire einen gewissen IQ voraus, sie wolle jedoch all diejenigen erreichen, die noch nicht verloren sind. In erster Linie sei es der Partei Die Partei gelungen, junge Menschen über soziale Medien zu erreichen und wieder für die Politik zu begeistern. Vor allem die EU-Abgeordneten Martin Sonneborn und Nico Semsrott, beide auch als Satiriker aus dem Fernsehen bekannt, hätten einen entscheidenden Teil dazu beigetragen. „Satire ist ein guter Weg, um Bewusstsein zu schaffen“, sagt Käsler abschließend. Damit Satire auch in Neuburg eine Chance hat, braucht Die Partei allerdings insgesamt 190 Unterschriften. Bislang konnte die Kandidatin lediglich 15 sammeln.

Das sind die anderen OB-Kandidaten der Kommunalwahl in Neuburg im Porträt:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren