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Weichering

17.10.2019

„Die SPD ist da und sie bleibt es auch“

Die Kreistagskandidaten der SPD nach der Nominierung in Weichering, vorne ganz rechts Spitzenmann Werner Widuckel.
Bild: Peter Abspacher

Sozialdemokraten im Landkreis nominieren mit 100 Prozent Zustimmung ihre Kreistagsliste für die Kommunalwahl im März 2020.

„Schon auf dem Weg hierher war ich guten Mutes, jetzt bin ich richtig glücklich. Die SPD im Kreis Neuburg-Schrobenhausen geht absolut geschlossen und hochmotiviert in die Kreistagswahl 2020.“ So sagte es Werner Widuckel, Fraktionschef der SPD im Kreistag, Kreisvorsitzender der Sozialdemokraten und Spitzenmann auf der Liste für die Kreistagswahl im März nächsten Jahres.

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Gerade hatten 33 von 33 stimmberechtigten Delegierten die Liste für den nächsten Kreistag gebilligt, eine Zustimmung von exakt 100 Prozent. Niemand bei der Aufstellungskonferenz in Weichering hatte da ein leicht mulmiges Gefühl – auch wenn die Geschichte mit dem letzten Kanzlerkandidaten Martin Schulz noch in lebhafter Erinnerung ist, der ebenfalls auf 100 Prozent gekommen war und bald darauf von den eigenen Leuten nach allen Regeln der politischen Intrigantenkunst demontiert wurde.

Im Gegenteil, es herrschte beste Stimmung. Widuckel fasste es so zusammen: „Die SPD ist wieder da und sie bleibt es auch, egal ob das anderen gefällt oder nicht.“ Und trotz des bitteren, einstelligen Ergebnisses bei der Landtagswahl vor einem Jahr und trotz schwacher Umfrageergebnisse, die einfach nicht nach oben gehen wollen. Neun Sitze im Kreistag hat die SPD derzeit, und diese neun möchte sie halten. Ein ambitioniertes Ziel, denn dafür sind im gesamten Kreis etwa 13 bis 14 Prozent der Wählerstimmen nötig, aber ein erreichbares Ziel. So sehen es die Genossen.

„Die SPD ist da und sie bleibt es auch“

Die SPD zieht ihre Zuversicht aus einer „starken Liste“

Die Sozialdemokraten ziehen ihre Zuversicht aus einer „starken Liste“, so Widuckel, ausgewogen zwischen Jungen und Älteren, Männern und Frauen, Vertretern der Städte wie der kleineren Gemeinden. Bis zum Platz 50 hat die Kreis-SPD die Vorgabe der Gesamtpartei umgesetzt, die Listen paritätisch mit Männern und Frauen zu besetzten, nach dem Reißverschluss-Verfahren. Für die letzten zehn Plätze war das nicht mehr mehr möglich, weil nicht genügend weibliche Kandidaten zur Verfügung standen.

Nach dem Spitzenkandidaten Werner Widuckel aus Karlskron folgen auf den prominenten Plätzen Sabine Schneider, stellvertretende Landrätin aus Neuburg, Kreisrat Peter Mießl aus Schrobenhausen und der Kreisrat und Audi-Betriebsratschef Peter Mosch (Königsmoos). Widuckel nannte Sabine Schneider „eine hervorragende stellvertretende Landrätin, die für den sozialen Zusammenhalt in unserem Landkreis sehr viel tut. Wir sind stolz auf sie!“ Mit Mosch sei eine große Veranstaltung zur Zukunft der Mobilität in der Region geplant, ein Thema das nicht nur den Audianern und ihren Familien auf den Nägeln brenne.

Schnell noch den Stimmzettel eingeworfen: Am Ende wurde die Liste mit 100 Prozent Zustimmung beschlossen.
Bild: Peter Abspacher

In einer kurzen, knackigen Rede nannte Widuckel einige Kernthemen der SPD für eine gute Zukunft des Landkreises und seiner Menschen. „Wir gehen nicht mit einem Bauchladen in diesen Wahlkampf, sondern setzen Akzente, mit denen die Sozialdemokraten für jeden klar erkennbar sind“. Die Genossen setzten auf eine optimale Bildung und Ausbildung der Jugend, „das ist unsere Zukunft, hier müssen wir mit Mut und Kraft investieren“. Der Ringtausch der Schulen soll vollendet werden, Berufsschule, Förderzentrum und die neue Realschule würden beste Voraussetzungen für Bildungserfolg schaffen. Ein großer Schwerpunkt sei auch die dringend nötige Sanierung der Descartes-Gymnasiums in Neuburg, „das dürfte 30 bis 40 Millionen Euro kosten, aber dieses Geld wird sich auszahlen“.

Die SPD möchte eine flächendeckend gute medizinische Versorgung, die Kassenarztsitze sollen erhalten bleiben im gesamten Landkreis, nicht nur in den Städten, forderte der Spitzenkandidat. Zugleich will die SPD auf das große Thema Pflege einen Schwerpunkt setzen. Der Pflegestützpunkt des Kreises müsse ausgebaut werden, vor allem bei der Kurzzeitpflege ist in den Augen der Sozialdemokraten noch viel zu tun, auch um jenen Frauen und Männern unter die Arme zu greifen, die zu Hause Angehörige pflegen, oft mit bewundernswertem Einsatz und manchmal am Rande ihrer Kräfte. Stichwort Umweltpolitik: Wichtig ist der SPD der Schutz des Donaumooses, „denn Moorschutz ist der beste Klimaschutz“, so Widuckel. Der Fraktionschef griff dabei die CSU-geführte Staatsregierung an: Die große Aufgabe Moorschutz könne der Landkreis nicht alleine stemmen, „wir brauchen dazu den Freistatt, der aber macht sich einen schlanken Fuß und lässt uns finanziell hängen.“ Damit müsse Schluss sein, die Bauern brauchen beim Thema Moorschutz Unterstützung und finanziellen Ausgleich, das muss vom Freistaat kommen.“

Für die SPD ist klar, dass das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen erhalten bleiben muss

Zum Kreiskrankenhaus in Schrobenhausen sagte Widuckel: Wir haben dort eine Konsolidierung erreicht, das ist beachtlich, wenn man auf die dramatischen Defizite von Kliniken in Nachbarlandkreisen blickt. „Für die SPD ist ganz klar, das Krankenhaus in Schrobenhausen muss erhalten bleiben, egal wie viele Studien für die Schließung kleinerer Häuser plädieren, und unser Kreiskrankenhaus darf auch nicht privatisiert werden. Dafür steht die SPD“.

Ein Punkt im Wahlprogramm der SPD ist die Einrichtung eines Jugendparlamentes auf Kreisebene. So etwas gibt es bisher nicht, die Sozialdemokraten halten diese Neuerung für sinnvoll und notwendig. Widuckel meinte mit Blick auf die neuestes Shell-Jugendstudie: Junge Leute sind mehr denn ja an Politik interessiert, auch wenn sie auch den Parteien und den Politikern oft nicht sehr viel zutrauen. Die Jugend möchte sich engagieren für eine gute Zukunft, die ja vor allem die ihre ist. Junge Leute, so Widuckel, würden zu oft gebremst, nach dem Motto „Das haben wir immer schon so gemacht, wir müssen nichts groß ändern“. Die Gesellschaft verschenke so Potenzial, das die SPD mit einem Jugendparlament nutzen möchte.

Unter großem Beifall dankte Widuckel den langjährigen Kreisräten Stefan Rößler, Ex-Bürgermeister von Aresing, und Michael Kettner, der zeitweise auch als stellvertretender Landrat fungierte. Beide treten nicht mehr an. „Widuckel: „Sie haben sich verdient gemacht, nicht nur um die SPD, sondern um unseren Landkreis und seine Bürger“.

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