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Königsmoos-Achhäuser

19.09.2019

Die Schlaglochpiste Kehrhofstraße wird saniert

Die Kehrhofstraße wird derzeit im speziellen Moorbauverfahren aufwendig saniert. Damit sollen künftig Sackungen ausgeschlossen werden.
Bild: Norbert Eibel

Plus Die Kehrhofstraße zwischen Achhäuser und Stengelheim wird für 3,7 Millionen Euro erneuert. Dank eines speziellen Unterbaus soll es so keine Schäden mehr geben.

„Teuer, aufwendig, aber dringend notwendig“, so beschreibt Markus Laumer, Leiter der Hoch- und Tiefbauverwaltung am Landratsamt, die Sanierung der Kehrhofstraße in Achhäuser. Die wichtige Verbindung im westlichen Donaumoos ist derzeit gesperrt, auf rund einem Kilometer ist bereits der Asphalt aufgefräst. Bis zum Winter soll dieser erste Abschnitt fertig sein. Insgesamt wird die Kreisstraße auf 3,7 Kilometer Länge bis Herbst 2020 repariert, und zwar im aufwendigen Moorbauverfahren mit zusätzlichem Bodenaustausch.

Bauleiter Tobias Grepmair erklärt diese besondere Straßenbautechnik. Die ausgekofferte Fläche werde mit Geotextil – einem speziellen, wasserdurchlässigen Vliesstoff, der im Straßenbau verwendet wird – ausgekleidet, das ausgebaggerte, noch brauchbare Fundamentmaterial dann wieder aufgefüllt und über den wiederverwendeten Kies werden nochmals Schroppen aufgeschüttet. Die so eingepackte Schicht sei am Ende 1,20 Meter stark. „Der Straßenaufbau besteht aus Unterbau, drüber 46 Zentimeter ungebundene Tragschicht und obendrauf die Deckschicht aus Asphalt.“ Der ausgebaggerte Boden, der nicht mehr eingebaut wird, wird auf Höhe der Kehrhofstraße 62 zwischengelagert. Weil es sich teils um organisches Material handelt, ist auch die Entsorgung teuer. Markus Laumer nennt die Summe: eine Million Euro. „Da sind keine Giftstoffe drin, aber der Moorboden darf nicht einfach andernorts eingebracht werden. In Bayern ist man da wegen des Grundwasserschutzes sehr vorsichtig.“

Kehrhofstraße: Eine Million Euro pro Kilometer

Das aufwendige Bauverfahren habe seinen Preis, ergänzt er. Der Kilometer kommt auf knapp eine Million Euro, im herkömmlichen Straßenbau lägen die Kosten bei einem Drittel. 50 Prozent trägt der Freistaat über den Finanzausgleich. „Wir haben mit dieser Methode schon gute Erfahrungen zwischen Pöttmes und Klingsmoos gemacht und auch das Straßenbauamt Ingolstadt hat schon vor 15 Jahren den Unteren Kanal in Karlshuld auf diese Weise saniert.“ Vor allem die heißen Sommer 2017 und 2018 hatten die Moorsenkung im Moos beschleunigt und durch Straßenschäden für jedermann sichtbar gemacht. Die letzte große Maßnahme in der Kehrhofstraße sei 2004 gewesen. Zuletzt habe man aber dort beinahe jedes Jahr kosmetische Ausbesserungsarbeiten durchgeführt.

Der Moorschwund, so der Landkreis-Ingenieur, trete im direkten Umfeld von Bäumen noch deutlicher zutage. „Die ziehen Wasser, was Sackung noch beschleunigt. Aber natürlich können wir nicht alle Bäume umschneiden.“ Durch das spezielle Moorbauverfahren werde der Unterbau kompakt wie ein Brett. „Dadurch kommt es nicht mehr zu punktuellen Absackungen, höchstens zu Senkungen in der Fläche. Aber die sind für die Verkehrsteilnehmer nicht wahrnehmbar.“ Die Anlieger würden die mit den Arbeiten verbundenen Behinderungen mit Fassung tragen, sagt Tobias Grepmair, „die meisten jedenfalls.“ Die Zufahrt zu den Anwesen sei dank des neben der Straße verlaufenden Geh- und Radweges problemlos möglich. Die weiträumige Umleitung führt den überörtlichen Verkehr von der Einmündung der St. Wolfgang-Straße über Dinkelshausen und Hollenbach zur Staatsstraße 2035 und in der Gegenrichtung über die Neuburger Straße und die Ludwigsstraße.

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