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Neuburg-Schrobenhausen

27.05.2015

Die Schönheit der Vergänglichkeit

Der Friedhof im Kreut

Wettbewerb Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege prämiert besonders gelungene Friedhöfe. Wer sich aus dem Landkreis beteiligt

Von Marcel Rother

Neuburg-Schrobenhausen Für viele ist der Friedhof ein besonderer Ort. Ein Ort der Trauer, ein Ort des liebevollen Gedenkens und ein Ort der Ruhe und inneren Einkehr abseits des Alltagsgeschehens. Die formale Gestaltung des Friedhofs spielt dabei eine wesentliche Rolle. Um besonders gelungene Beispiele auf diesem Gebiet herauszustellen und Impulse zur Orientierung und Nachahmung für andere Ruhestätten zu geben, veranstaltet der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege mit Unterstützung der Kreisfachberatung an den Landratsämtern den Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“.

Gestern und heute besucht eine Fachkommission zehn Friedhöfe im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, die sich an dem Wettbewerb beteiligen. Die Jury besteht aus einem Landschaftsarchitekten, einem Gärtner, zwei Kreisfachberatern für Gartenkultur und Landespflege und zwei Mitgliedern des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Unter den teilnehmenden Friedhöfen sind klassische Dorffriedhöfe, die um eine Kirche herum entstanden sind, neue Friedhofsanlagen, die am Ortsrand angesiedelt wurden, und historische Friedhöfe, auf denen in der Regel keine Belegungen mehr stattfinden.

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„Unser Ziel ist es, den Friedhof als Ort der Würde zu präsentieren, als Kulturraum von besonderer Bedeutung für Dörfer, Städte und die Menschen, die darin leben“, sagt Sabine Baues-Pommer, Geschäftsführerin des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege und Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen. Die Ergebnisse stehen Ende Juni fest. Staatsministerin und Schirmherrin des Wettbewerbs, Ulrike Scharf, wird die Bestplatzierten aus den Landkreisen am 26. September in Triesdorf, Landkreis Ansbach, bei einem Festakt mit einer Staatsurkunde und einem Bronzebrief auszeichnen.

Die Bewertung der Friedhöfe erfolgt nach einem festgelegten Kriterienkatalog, der bei Bedarf an die jeweilige Anlage angepasst werden kann. Bei einem historischen, stillgelegten Friedhof am Waldrand, wie dem in Kreut, hat die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel einen anderen Stellenwert wie bei einem großen, zentral gelegenen Friedhof in der Stadt, wie dem an der Franziskanerstraße in Neuburg. Interessant für die Fachjury sind auch neue Friedhofsanlagen, weil sie den Wandel in der Bestattungs- Trauer- und Erinnerungskultur ablesbar machen und auf neue Erkenntnisse und Anforderungen eingehen.

Der neue Friedhof in Burgheim wurde vor sieben Jahren eingeweiht. Er ist der Jüngste, den die Fachjury in Augenschein nimmt. Auffallend ist seine parkartige Gestaltung und seine natürliche Einbettung in das umliegende Naturschutzgebiet der Gemarkung „Am Bidi“. „Wir haben darauf geachtet, den Friedhof möglichst naturbelassen zu gestalten, viel Grün einzubauen und weitestgehend auf befestigte Wege zu verzichten“, erklärt Martina Hofgärtner von der Gemeinde Burgheim, zuständig für den Friedhof und den Bereich Bestattungswesen. Auch die Jury lobte in einem ersten Fazit das moderne Erscheinungsbild und die hohe Aufenthaltsqualität.

Darüber hinaus bietet der Friedhof neben den klassischen Einzel- und Familiengräbern auch Urnengräber und Urnenwände. Dies trägt der zunehmenden Mobilität und Ortsungebundenheit der Menschen Rechnung, mit denen eine steigende Nachfrage nach Feuerbestattungen einhergeht. Insofern sind Friedhöfe auch immer ein Spiegel der Gesellschaft und des Wandels sozialer, kultureller und weltanschaulicher Werte. Bei aller Vergänglichkeit bleibt eines jedoch bestehen. „Der Tod ist Teil des Lebens und sollte nicht tabuisiert, sondern in angemessener Form einen Platz an konkreten Orten und im Bewusstsein der Menschen finden“, meint Sabine Baues-Pommer.

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