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Kultur in Neuburg

02.08.2020

Die Sommerakademie ist leiser und digital geworden

Dozentin der Sommerakademie, Ulrike von der Osten, gibt Hinweise im Aquarellkurs.
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Dozentin der Sommerakademie, Ulrike von der Osten, gibt Hinweise im Aquarellkurs.
Bild: Winfried Rein

Plus Die 42. Neuburger Sommerakademie geht in die zweite Halbzeit. Dozenten und Teilnehmer sind dankbar. Allerdings gibt es weder Ausstellung noch Abschlussparty.

„Hauptsache, es findet überhaupt etwas statt.“ So lautet der geflügelte Satz der Neuburger Sommerakademie 2020. In einem Jahr des gedrosselten kulturellen Lebens sind Teilnehmer wie Dozenten froh, dass sie ihrer Passion wenigstens zeitweise nachgehen können. Die Kreativwochen gehen jetzt in die zweite Halbzeit.

Sommerakademie 2020: Viel Organisationsarbeit ist nötig

„Danke an Neuburg, dass ihr das ermöglicht habt“, sagt Heinz Brünig. Der Informatik-Professor aus Nürnberg nimmt seit 20 Jahren (als Studierender) an der Sommerakademie teil, diesmal bearbeitet er im Bildhauerkurs einen großen Wurzelblock. Der Mut, den Treff in der Altstadt nicht abzusagen und die Organisationsarbeit im Vorfeld nötigen ihm Respekt vor dem städtischen Kulturamt ab.

Im Marstall wird gedruckt. Gerhard Ebner macht seit fünf Jahren mit.
Bild: Winfried Rein

Das sieht Xenia Löffler, die Professorin für Alte Musik, genauso. „Alle Teilnehmer sind begeistert, dass sie kommen und weiterlernen konnten“, versichert die Dozentin. Die allgemeinen Ansprüche in diesem Jahr sind sehr geschrumpft, nicht aber das Niveau der Musikerinnen und Musiker. Das hätten die schönen Open-Air-Konzerte in der Stadt unter dem Titel „Jour fixe“ und die 28 Teilnehmergruppen des Biago-Marini-Wettbewerbes gezeigt.

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Für etliche Dozenten bietet Neuburg die erste Lehrtätigkeit seit März – mehr hatten die Einschränkungen der Viruskrise nicht erlaubt. „Wir fühlen uns sehr wohl hier“, spricht Ulrike von der Osten für die Teilnehmerinnen in ihrem Malerei-Grundkurs. Ihre älteste „Studierende“ ist 82 Jahre alt, Sofia Habla aus München lässt keine Sommerakademie aus. Sie hat den Eindruck, „dass stets mit der Akademie in Neuburg der heiße Sommer beginnt.“

Der Kurs verteilt sich auf drei Räume der Amalienschule, hinter den dicken Mauern kommen die Malerinnen mit der Hitze gut aus. Auf Motivsuche gingen sie hinunter ans Donauufer.

Die Oboisten, Fagottisten und Violonisten der Alten Musik sind abgereist, in dieser Woche ist Klassik angesagt. Bongshin Ko, eine weltweit gefragte Dozentin, und der ebenfalls preisgekrönte Giovanni Angeleri, werden ihre Hinweise auf feines Violin- und Violincellospiel nur über Online-Kontakt geben. Aber Alexander Suleiman ist sozusagen analog vor Ort. Der renommierte Cellist und künstlerische Leiter gilt als Säule der Sommerakademie und verspricht fächerübergreifende Interpretation der verschiedenen Stilarten: „Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.“

Im Marstall geht der Lithografie- und Druckkurs von Aron Herdrich weiter, die Bildhauer arbeiten unter Anleitung von Thomas Breitenfeld. Den Fürstengang beleben die Maler und Malerinnen, die ihre Werke zum ersten Mal nicht per Ausstellung zeigen können. Die Bilder sind am Samstag im Internet zu sehen, denn es wird keinen Galerie-Rundgang und keine Abschlussparty geben. Es gibt weniger Spontanes und Improvisiertes in der Altstadt, auch die Kinder und jungen Theaterspieler gehen ab. Die 42. Sommerakademie ist leiser und digital geworden.

Sommerakademie bringt internationales Flair nach Neuburg

Sie könne trotzdem für motivierte Teilnehmer zu einem bleibenden Erlebnis werden, findet Goda Plaum, die einst als Schülerin teilgenommen hatte und als künstlerische Leiterin zurückkehrt. Auf jeden Fall gebühre dem Kulturamt und der Stadtspitze ein uneingeschränktes Kompliment für die Entschlossenheit, die beiden Kreativwochen im August zu ermöglichen, findet Kulturreferentin Gabriele Kaps. Neben dem wirtschaftlichen Faktor bringe die Sommerakademie Weltkünstler und internationales Flair nach Neuburg.

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