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Neuburg

28.01.2020

Die Widerspenstige bleibt ungezähmt

Sie überzeugten wie alle das Publikum: (von links) Jana Schweizer, Ecem Acat, Anna Geier und Celina Reiter. 
Foto: Tanja Büchl

Schüler der Neuburger FOS/BOS wagen sich an Shakespeare _ und brechen mit veralteten Rollenbildern.

„Der Widerspenstigen Zähmung“ – eine der bekanntesten Komödien von William Shakespeare – ist trotz seines Alters gerade in Zeiten von Genderdebatten ein hochaktuelles Theaterstück. Doch wie bringt man einen solchen Klassiker mit seiner sperrigen Sprache und dem veralteten Frauenbild auf die Bühne? Die Theatergruppe der Fach- und Berufsoberschule in Neuburg hat sich dieser Herausforderung angenommen und dafür eine gekürzte Bearbeitung von Peter Haus verwendet.

Hierzu führten sie die Figur der Erzählerin (Orgesa Bllaca) ein, die das Geschehen kommentiert, erklärt und auch in die Handlung eingreift. Sie unterbricht den Dialog, schickt Figuren lautstark von der Bühne und vertauscht auch einfach mal die Männer- und Frauenrollen.

Figur der Erzählerin wird eingeführt

Die zentrale Handlung des Stücks ist weitläufig bekannt: Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sollen verheiratet werden. Um die jüngere Bianca (Jana Schweizer), die brav, demütig und bescheiden ist, reißen sich die Männer (unter anderem Jakob Licht und Lisa Zollner). Nur darf diese laut ihrer strengen Mutter (Lea Fischhaber) erst heiraten, wenn ihre ältere, eigensinnige Schwester Katharina (Celina Reiter) einen Mann gefunden hat. Und schon werden Pläne geschmiedet, wie die „Widerspenstige“ unter die Haube zu bringen ist.

Für die zahlreichen Zuschauer unterhaltsam und kurzweilig wurde der Theaterabend durch die Spielfreude der Schüler, die sich auf der Bühne anschmachten, anschreien und gegenseitig angreifen, um die Dame oder den Herrn ihres Herzens für sich zu gewinnen. Für Lacher sorgten auch immer wieder die quirligen Zofen (Ecem Acat, Anna Geier und Rebecca Seeger), die – ganz in Shakespeares Stil – vom Bühnenrand aus das Verhalten ihrer Herrinnen kommentierten oder auch mal Popcorn essend zuschauten, wie Bianca ihrem Traummann Lucentio (Milan Fries) näherkommt. Musikalisch untermalt wurde diese zentrale Liebesszene am Klavier von Titus Schwesinger, einem Schüler der 13. Klasse, der „Can’t help falling in love“ von Elvis live zum Besten gab.

Wissenschaftliche Abschlussarbeit am Ende

Und am Ende? Katharina wendet sich gegen alle Vorgaben und geht ihren eigenen Weg. Es bleibt offen, ob die Beziehung mit ihrem Zähmer Petruchio (Aaron Altenbuchner) Bestand haben wird. So bleibt es dem Publikum selbst überlassen zu entscheiden, ob die klassischen Rollenbilder von Mann und Frau auch heute noch von Bedeutung sind.

Besonders herauszustellen ist, dass die Schüler neben ihrem schauspielerischen Engagement auch eine wissenschaftliche Abschlussarbeit über das Stück und die Inszenierung verfassen mussten. So entwarf zum Beispiel eine Schülerin das Bühnenbild, während ein anderer Schüler ein Musik- und Lichtkonzept gestaltete. Beide Aufgaben wurden im Rahmen des Seminarfachs „Vertiefende Aspekte der Theaterpraxis“ von Studienrätin Tanja Büchl begleitet. Das Landratsamt unterstützte die Umsetzung durch die Anschaffung einer neuen Licht- und Musikanlage. (nr)

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