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Neuburg

28.01.2020

Die fetten Jahre sind vorbei

Automobilindustrie und Zulieferer stecken in einer Umstrukturierungsphase. Das wirkt sich auch auf den lokalen Arbeitsmarkt aus.
Foto: Bernhard Weizenegger

Plus Mitarbeiter der Agentur für Arbeit bereiten sich auf mehr Arbeit vor, denn die Arbeitslosenquote wird wohl bald steigen

Eine Arbeitslosenquote von unter zwei Prozent im Jahresdurchschnitt, leicht gestiegene Beschäftigungszahlen und auch etwas weniger Langzeitarbeitslose. Die Statistik der Neuburger Außenstelle der Agentur für Arbeit Ingolstadt liest sich sehr gut. Und doch bereiten sich dort die Mitarbeiter auf mehr Arbeit vor. Denn es ist ein Trend absehbar, der die Arbeitslosenquote wohl steigen lassen wird. Dieser Meinung sind auch die Experten der Agentur für Arbeit.

Dass die Automobilindustrie und damit auch die Zulieferer in einer Umstrukturierungsphase stecken, das ist allgemein bekannt. Auf die lokalen Arbeitsmarktzahlen hat sich diese Entwicklung aber noch nicht ausgewirkt. Auch deshalb, so glaubt Johannes Kolb, Chef der Agentur für Arbeit Ingolstadt, weil der Arbeitsmarkt immer noch sehr aufnahmefähig ist. Beim Rückgang der Zeitarbeit spüre man aber deutliche Veränderung. Und bereits in der zweiten Hälfte 2019 hätten die Vermittlungsarbeiten zugenommen. So konnte Johannes Kolb eine durchschnittliche Arbeitslosenquote für den Landkreis von 1,9 Prozent melden. Der Durchschnitt für die Region 10 liegt für 2019 bei 2,1 Prozent.

Arbeitslosenquote im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen liegt bei 1,9 Prozent

Ein immer wichtigeres Thema wird für die Arbeitsagentur die Weiterbildung. In der Region, aber auch im Landkreis, wie Silvia Schmidt, Leiterin der Außenstelle Neuburg, bestätigte. Das Qualifizierungschancengesetz flankiere den Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Die Digitalisierung der Arbeitsplätze und die Elektrifizierung der Mobilität fordere einen hohen Um- und Weiterbildungsgrad.

Trotz eines weiter bestehenden Facharbeitermangels sieht Schmidt die Arbeitnehmer über 50 noch immer im Hintertreffen. Deshalb ihr Appell an die Arbeitnehmer: „Gebt den über 50-Jährigen eine Chance.“ Der Arbeitgeber erhalte einen Mitarbeiter mit viel Lebens- und Berufserfahrung. Und der Wille zur Weiterbildung sei auch in diesem Alter nach wie vor vorhanden. Ja mehr noch: „In diesem Alter machen sich Arbeitnehmer viel mehr Gedanken, was sie mit einer Weiterbildungsmaßnahme erreichen können.“ Für Weiterbildungsmaßnahmen hat die Agentur für Arbeit ihren Etat von 6,84 Millionen Euro in 2019 auf 7,67 Millionen Euro für das laufende Jahr aufgestockt. Und, so Johannes Kolb, der können je nach Bedarf auch noch nach oben angepasst werden. „Wir wollen die Situation auf dem Arbeitsmarkt so begleiten, dass möglichst viele Betriebe ihre Beschäftigten halten können.“

Arbeitsamt legt Schwerpunkt auf Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt

Prognosen seien schwierig, so Johannes Kolb, der aber dennoch einen Blick in die Zukunft wagte und dafür Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nannte. In der Region 10 werden demnach rund 5900 Arbeitslose erwartet, was einen Anstieg um rund 160 Personen bedeuten würde. Das wäre eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent. Allerdings mahnte Kolb zur Vorsicht bei all diesen Prognosen: „Diese Zahlen haben einen hohen Unsicherheitsfaktor.“

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