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05.02.2015

Die starke Stimme Joshofens schweigt

Eine große Trauergemeinde verabschiedete sich gestern nach dem Gottesdienst von Pfarrer Michael Sauer von Alfons Borgsmüller. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (Mitte) erinnerte an das großartige Wirken des 78-Jährigen, vor allem für „sein Joshofen“.
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Eine große Trauergemeinde verabschiedete sich gestern nach dem Gottesdienst von Pfarrer Michael Sauer von Alfons Borgsmüller. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (Mitte) erinnerte an das großartige Wirken des 78-Jährigen, vor allem für „sein Joshofen“.
Bild: Manfred Rinke

Am Dienstag nahm eine große Trauergemeinde Abschied von Alfons Borgsmüller. Das zeigt, wie beliebt der Ortssprecher und Motor der Städtepartnerschaft Neuburg - Sète war

Eine große Trauergemeinde nahm gestern Nachmittag in Joshofen Abschied von Alfons Borgsmüller. Der Ortssprecher war, wie berichtet, am Samstag im Alter von 78 Jahren völlig unerwartet verstorben.

Im Gotteshaus gab es in den vorderen Reihen zwar noch freie Plätze. Nie aber hätte die kleine Heilig-Kreuz-Kirche alle Trauergäste, die noch vor der Kirche den Gottesdienst verfolgten, aufnehmen können. Pfarrer Michael Sauer erinnerte sich an seinen Besuch im Krankenhaus vor 14 Tagen, wo Alfons Borgsmüller nach einem Routineeingriff noch engagiert und zuversichtlich über seine weiteren Pläne gesprochen habe. Als er am Sonntagmorgen die Nachricht von seinem Tod erhalten habe, habe er es gar nicht glauben können. Der menschenfreundliche Westfale sei nicht nur einer von vielen, sondern ein führender Joshofener gewesen. Sein Tod zu Hause sei plötzlich und unerwartet gekommen.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling sagte, dass Neuburg einen „echten Freund Joshofens und der Stadt“ verloren habe, der sich in besonderem Maße um das kommunalpolitische Leben verdient gemacht habe. Alfons Borgsmüller sei als Mensch geschätzt worden. In seiner stets höflichen, aber zielgerichteten Art, seinem kameradschaftlichen Wesen und in seinem Engagement als Ortssprecher für Joshofen „war er eine der profiliertesten und markantesten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte in unserem Gemeinwesen“. Borgsmüller, 1936 im rheinländischen Gladbeck geboren, und seit 1973, im Zuge des Aufbaus der Firma Rockwool, mit seiner geliebten Frau Else wohnhaft in Joshofen, habe vor allem in „seinem“ Ortsteil Maßstäbe gesetzt. Beispielhaft nannte Gmehling den Sportheimbau, den Neubau des Feuerwehrhauses, die Verbesserung der Straßen, Baulandausweisung oder Dorferneuerung. Besonders gefreut habe es ihn, dass er bei allen drei Wahlen zum Ortssprecher jeweils ein einstimmiges Votum erhalten habe. „Auch das ist ein besonderer Beweis seiner Wertschätzung“, sagte der OB.

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Alfons Borgsmüller sei auch von Anfang an das Zugpferd und der Motor bei der deutsch-französischen Städtepartnerschaft zwischen Neuburg und Sète gewesen. Unzählige Male war er mit seiner Else in der südfranzösischen Hafenstadt, hat dort wertvolle Kontakte geknüpft und echte Freundschaften gepflegt. „Man kann ohne Übertreibung sagen: Dass die Städtepartnerschaft mit Sète heute bestens aufgestellt ist, ist auch ein Verdienst von Alfons Borgsmüller“, betonte Gmehling. Er wisse, dass der gestrige Tag auch in Sète ein Tag der Trauer und Erinnerung sei. Mit Joseph Muller, Fernand Balbiani, Sepp Engel und Alfons Borgsmüller seien nun innerhalb kurzer Zeit vier große Stützen der Partnerschaft für immer von uns gegangen. Seit vergangenen Samstag würde „die starke Stimme Joshofens“ schweigen. „Er wird mir fehlen.“

Eduard Lödl, Vorsitzender der SpVgg Unterstall/Joshofen, sprach im Anschluss an den Oberbürgermeister im Namen aller Joshofener Vereine Alfons Borgsmüller den Dank für sein Engagement und der Familie sein Mitgefühl aus. Borgsmüller sei immer hilfsbereit gewesen und den Vereinen stets mit gutem Rat und guter Tat zur Seite gestanden. Adelinde Kohl, Schützenmeisterin von Auerhahn Ried-Hesselohe erinnerte an das lange Wirken des Ehrenvorsitzenden im Verein. Auch dort werde man ihm ein bleibendes Andenken erhalten.

Nachdem die Bollerschützen es zum Abschied krachen gelassen hatten, verabschiedeten sich Freunde und Weggefährten am geschlossenen Sarg von Alfons Borgsmüller. Die Urnenbeisetzung findet in ein paar Tagen im engsten Familienkreis statt.

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