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Ingolstadt

08.05.2020

Diese Bürgermeisterinnen vertreten künftig Ingolstadt

OB Christian Scharpf (SPD) hat gestern Petra Kleine (Mitte) von den Grünen zur Dritten Bürgermeisterin und Dorothea Deneke-Stoll (rechts) von der CSU zur Zweiten Bürgermeisterin vereidigt.
Bild: Luzia Grasser

Plus Der Stadtrat hat zwei Frauen zur Zweiten und Dritten Bürgermeisterin von Ingolstadt gewählt. Für Petra Kleine von den Grünen war es ein Zittersieg.

Am Ende konnte Petra Kleine dann doch ganz erleichtert lachen. Und als sie vorne am Rednerpult stand und die Arme nach oben reckte, da strahlten ihre Augen. Das Urgestein der Grünen hatte es geschafft. Sie ist jetzt Ingolstadts Dritte Bürgermeisterin. Doch hinter ihr lagen bange Minuten. Im ersten Wahlgang hatte es noch nicht für die absolute Mehrheit gereicht, ihr fehlten drei Stimmen. Das zuvor für die Bürgermeisterwahl geschmiedete Bündnis von SPD, CSU und Grünen hatte also nicht gehalten. Bei der Stichwahl aber war es dann eindeutig: Petra Kleine bekam 32 von 51 Stimmen und das Zittern war vorbei.

Christian Scharpf ist neuer Ingolstädter SPD-Bürgermeister

Christian Scharpf, der neue Ingolstädter SPD-Bürgermeister, wollte in den beiden Bürgermeisterposten die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat abgebildet sehen. Dementsprechend sollten die CSU – trotz herber Verluste bei der Wahl mit 13 Sitzen immer noch stärkste Kraft – und die Grünen (acht Sitze) zu Zuge kommen. So die Abmachungen. Namen wurden diskutiert, am Ende galten zwei Frauen als Favoritinnen.

Zum einen die Juristin Dorothea Deneke-Stoll von der CSU. Sie ist derzeit Direktorin des Amtsgerichts Ingolstadts und war in dieser Funktion auch bereits am Neuburger Amtsgericht. Die vierfache Mutter war Präsidentin der bayerischen evangelischen Landessynode, im Ingolstädter Stadtrat sitzt sie seit sechs Jahren.

Ingolstadt: Petra Kleine tritt die Nachfolge von Sepp Mißlbeck an

Nachfolger von Sepp Mißlbeck als Dritter Bürgermeister sollte wieder eine Frau werden. Die Grünen hatten sich für Petra Kleine ausgesprochen. Sie sitzt 36 Jahren im Ingolstädter Stadtrat und gilt als grünes Urgestein.

Doch beide Frauen bekamen bei der Wahl am Donnerstag Gegenkandidaten. Christian Lange von der BGI hatte sein Interesse an beiden Ämtern bereits vor Längerem angekündigt, Hans Stachel von den Freien Wählern hatte sich dagegen erst kurzfristig für eine Kandidatur entschieden. Ursprünglich hatte er sich im Stadtrat dafür eingesetzt, dass der Posten des Dritten Bürgermeisters weiterhin ein Ehrenamt bleibt. Doch er scheiterte, der Dritte Bürgermeister arbeitet künftig hauptamtlich.

Dorothea Deneke-Stoll hatte ihre Wahl zur Nachfolgerin von Albert Wittmann problemlos gewonnen. Sie bekam 32 Stimmen, Christian Lange brachte es auf 15 Stimmen.

Anders bei der Wahl Petra Kleines. Bei ihrer Kurzvorstellung hatte sie noch um ein eindeutiges Votum für sie geworben, doch das blieb ihr verwehrt. Nur 23 Stimmen – das reichte nicht für die absolute Mehrheit. Aber es offenbarte auch, dass die Abmachung des für die Bürgermeister-Wahl geschmiedeten Bündnisses aus CSU, SPD und Grünen nicht funktioniert hatte. Hätten alle für Kleine gestimmt, hätte sie 31 Stimmen erhalten müssen. Entsprechend niedergeschlagen nahm sie das Ergebnis zur Kenntnis.

Es folgte ein banges Warten im Festsaal des Stadttheaters, bis die Stimmen der Stichwahl ausgezählt waren. Doch die große Überraschung blieb aus, Kleine hatte sich am Ende deutlich gegen Hans Stachel durchgesetzt. Ingolstadt hat für die kommenden sechs Jahre zwei Bürgermeisterinnen.

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