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Kurioses

18.01.2019

Diese Neuburgerin wacht über verlorene Gegenstände

Sonja Graf sortiert verloren gegangene Gegenstände. Sie ist die Leiterin des Fundbüros, das sich im Erdgeschoss des Bücherturms befindet.
Bild: Fabian Kluge

Verliert jemand eine Sache, landet diese oft bei Sonja Graf. Was sich zurzeit in ihrem Bestand tummelt und welche großen Funde es schon gab.

Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt etwas verloren? Einen Handschuh vielleicht bei der Kälte oder einen Schlüssel? Ein Gang durch die Stadt reicht, um einige verlorengegangene Gegenstände zu entdecken. Da liegt eine Brille neben einem Socken. Wenn es ehrliche oder aufmerksame Finder gibt, landen diese Dinge irgendwann bei Sonja Graf. Seit rund zehn Jahren ist sie die Leiterin des städtischen Fundbüros, das sich im Erdgeschoss des Bücherturms befindet.

Einmal pro Monat sortiert sie die abgegebenen Dinge. Aktuell liegen bei ihr neben Kleidung, Handys und Schirmen auch der Klassiker unter den Verlusten: Schlüssel. Sie machen rund ein Drittel des 335 Gegenstände großen Bestands aus. Doch aus ihrer Erfahrung weiß Graf: „Es gibt nichts, was die Leute nicht verlieren.“ Die ungewöhnlichste Sache, die derzeit bei Graf herumliegt, ist ein Zelt.

Fundamt Neuburg: Wertvoller Ring und großer Geldbetrag

In der Vergangenheit habe es jedoch deutlich teurere Gegenstände gegeben, erinnert sich die Fundbüro-Leiterin: „Wir hatten einmal einen wertvollen Ring mit Rubinen, Saphiren und Diamanten. Den haben wir nicht wie die anderen Gegenstände in verschlossenen Schränken, sondern im Tresor aufbewahrt.“ Dem Besitzer scheint der rund 2000 Euro teure Verlust schnell aufgefallen zu sein, jedenfalls holte er das Schmuckstück persönlich wieder ab.

Auch ein großer Geldbetrag in Höhe von mehreren tausend Euro sei in Neuburg schon abgegeben worden. „Auch da hat sich der Besitzer gemeldet.“ Trotzdem konnten sich die ehrlichen Finder jeweils freuen: Bis zu einem Wert von 500 Euro erhält dieser nämlich fünf, bei über 500 Euro drei Prozent Finderlohn. Ab einem Wert von zehn Euro sind Finder ohnehin verpflichtet, die Gegenstände beim Fundamt zu hinterlegen.

Polizei bringt eine Sporttasche

Während Graf ihre Fundsachen weiter einsortiert, bringt die Polizei schon das nächste Objekt vorbei – eine Sporttasche, die im Hofgarten lag. Inhalt: Handtuch und Badehose. Gewissenhaft nimmt Graf die Daten auf, stempelt das Papier ab und verabschiedet die Beamten.

Sechs Monate bleiben die Fundsachen bei ihr, wenn sich niemand meldet. Sollte der Finder Interesse an dem Gegenstand haben, wird er informiert und darf ihn behalten. Der Rest geht an die Caritas. Meistens sortiert Graf aber schon vorher aus: „Zerrissene Kleidung schmeiße ich weg. Sämtliche Datenträger muss ich zudem aus Datenschutzgründen verschrotten.“

Kommunen sind auch für Fundtiere zuständig

Wie viele der Gegenstände letztlich wieder an den Besitzer zurückkehren, kann Graf nur schätzen: „Zwischen 15 und 20 Prozent. Bei Schlüsseln sind es höchstens zehn Prozent, weil die Leute vielleicht nicht daran denken, dass ihr Schlüssel im Fundbüro liegen könnte.“

Die Leiterin weist darauf hin, dass die Kommunen neben den Alltagsgegenständen auch für Fundtiere zuständig sind. „Das übernimmt bei uns aber der Tierschutzverein.“ Gefundene Fahrräder bewahrt indes der Bauhof auf. „Das sind meist zwischen 70 und 90 Räder pro Jahr. Die werden dann entweder beim Hofgartenfest oder während der Autotage versteigert“, erklärt Graf.

Es gibt ein virtuelles Fundbüro

Wer sich den Gang ins Fundbüro sparen möchte, kann auf der Internetseite der Stadt Neuburg einen verlorenen Gegenstand auch über das virtuelle Fundbüro suchen. Neben Ort und Datum kann man dort die Art der Sache angeben.

Da das Fundamt in Neuburg Teil des Bürgerbüros ist, kann man bei Graf nicht nur gefundene Dinge abgeben und abholen. „Menschen können sich hier an-, um-, und abmelden, ihren Hund melden, außerdem Formulare für Schwerbehinderung, Vorsorgevollmachten und diverse andere Formulare bekommen.“ Selbst wenn sie nicht zuständig sei, könne sie oftmals helfen und an die richtigen Stellen verweisen.

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