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Neuburg

05.03.2019

Diese Rosenmontagsgaudi hatte Höhen und Tiefen

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3 Bilder
Die Männergarde fegte unter dem Motto „Dance Troopers“ als Figuren aus der Star-Wars-Saga über die Bühne.
Bild: Fabian Kluge

Im Kolpinghaus präsentierten die Burgfunken den Zuschauern ein abwechslungsreiches Programm. Warum dem Publikum jedoch auch das Lachen im Halse stecken blieb.

Es war kurz vor Mitternacht, als Burgfunken-Präsident Harry Zitzelsberger mit den Tränen kämpfte. Grund dafür war nicht etwa der drohende Aschermittwoch, der das Faschingstreiben begräbt, sondern eine Überraschung. Gerade war die Rosenmontagsgaudi im vollen Kolpingsaal über die Bühne gegangen, als seine Vereinskollegen Zitzelsberger zum Ehrentrainer ernannten. „Ich bin froh, nicht zurückgetreten zu sein. Ich mach das alles mit Liebe und die Männergarde ist mein Baby“, sagte er sichtlich bewegt.

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Eben jenes Baby war es auch, das den Höhepunkt der Rosenmontagsgaudi setzte. Verkleidet als Darth Vader, Meister Yoda und weitere Star-Wars-Figuren fegten sie unter dem Motto „Dance Troopers“ durch das Kolpinghaus. Synchrone Tanzeinlagen und komplizierte Hebefiguren begeisterten das Saalpublikum. Ohnehin war es ein spezieller Auftritt für die Männergarde: Sie feiert nicht nur ihr zehnjähriges Bestehen, sondern startete mit der Show am Rosenmontag traditionell in ihre Saison.

Rosenmontagsgaudi 2019: Bei den Gaudifunken fehlt der rote Faden

Als am Ende des Auftritts Konfetti auf die klatschende Menge hinabregnete, schien für einen Augenblick vergessen, dass diese Rosenmontagsgaudi 2019 nicht ausschließlich positive Momente hatte. Das lag vor allem an den Gaudifunken, die für den Kabarettteil des Abends verantwortlich waren. Passend zum Motto der Gaudi – Narretei im Weltall – waren sie als Besatzung des Raumschiffes „Burgnarrja“ im Weltall unterwegs. Doch schon im ersten Teil des Auftritts war schnell zu erkennen, dass ihre Witze im Weltall eher verloren waren.

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Die Männergarde der Burgfunken war das Highlight der diesjährigen Rosenmontagsgaudi.
Video: Fabian Kluge

Zunächst versuchten die Gaudifunken, den Ausgang der Landtagswahlen auf die Schippe zu nehmen. Das Publikum – in dem auch Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und Landtagsabgeordneter Matthias Enghuber saßen – reagierte verhalten. Erst allmählich wandten sich die Funken den stadtpolitischen Themen zu. Dabei sprangen sie vom Christkindlmarkt, über den Neuburger Ring bis hin zur zweiten Donaubrücke. Ein roter Faden war dabei nicht erkennbar. Die Pointen saßen nicht. Bezeichnend: Den größten Applaus erntete eine Parodie von Bauchredner Sebastian Reich und seinem bekannten Nilpferd Amanda. Allerdings stammten die Witze nicht aus der Feder der Burgfunken, sondern wurden via Playback eingespielt.

Geschmacklose Angriffe auf den Oberbürgermeister

Die Hoffnung des Publikums, dass der zweite Teil besser wird, wurde jäh enttäuscht. Stattdessen erreichte der Auftritt seinen Tiefpunkt in einem Lied über die Ehe zwischen OB Gmehling und seiner Frau Hermine. Neben diversen persönlichen Angriffen (der OB sei impotent) gipfelten die Beleidigungen, die auf einer solchen Veranstaltung nichts verloren haben, mit dem Satz über den Rathauschef: „Er sieht aus, wie ein Hund beim Scheißen.“ Unter den Zuhörern: Stille. Auch lange nach dem Auftritt wunderten sich die Besucher über die zum Teil geschmacklosen Zeilen.

Sehen Sie hier die besten Bilder der Rosenmontagsgaudi der Burgfunken.

Alles andere als geschmacklos waren die Tanzeinlagen. Sowohl der Kinderhofstaat um das Prinzenpaar Christoph I. und Julia II. als auch der Große Hofstaat um das Prinzenpaar Jeremias I. und Laura I. zeigten eine fehlerfreie Darbietung. Lediglich am Ende war den Gesichtern die Erleichterung anzusehen, waren doch in den vergangenen Wochen im langen Fasching zahlreiche Auftritte zu absolvieren.

Burgfunken: Gesangseinlagen überzeugen das Publikum

Auch die musikalischen Einlagen wussten am Rosenmontag zu überzeugen. Gstanzl-Sänger Klaus Buckl brachte das Publikum nicht nur zum munteren Schunkeln, sondern mit seiner Situationskomik auch zum Lachen. Als ihm ein Bier mit massig Schaum gereicht wurde, sagte er beispielsweise: „Ich will mich doch nicht rasieren.“ Am Ende forderten die Zuhörer sogar eine Zugabe.

Ebenfalls gesanglich gut präsentierte sich Lisa Moosheimer. Um das Publikum auf den alles überstrahlenden Auftritt der Männergarde vorzubereiten, sang sie Coldplays Megahit „A sky full of stars“ fehlerlos und sicherte sich einen verdienten Applaus.

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