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Mut zum Hut

22.09.2016

Dieser „Neuburger“ passt auf jeden Kopf

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Hutmacher und Modistenmeister Andreas Nuslan präsentiert hier verschiedene Ausführungen des Modells „Der Neuburger“. Diesen Hut gibt es in einer limitierten Auflage von 51 Stück. Er kostet 179 Euro, wobei 15 Euro der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, zugutekommen.

Für die 18. Schau hat sich Organisatorin Ute Patel-Mißfeldt wieder einiges einfallen lassen. So gibt es erstmals einen eigens dafür kreierten Hut. Doch wird die Veranstaltung auch die nächsten Jahre in Neuburg bleiben?

Der klassische schwarze Hut ist im Stil der 1920er und 1930er Jahre gehalten. Er ist handgearbeitet, gefertigt aus echtem Hasenhaar. Um ihn herum schmiegt sich ein buntes Band, jedes individuell designed und signiert von Mut-zum-Hut-Organisatorin Ute Patel-Mißfeldt. Die Rede ist vom „Neuburger“, einer Hutkreation, die speziell für die diesjährige Hutschau, die am kommenden Wochenende in Neuburg stattfindet, entworfen wurde.

Die Idee dazu hatte eine Freundin von Patel-Mißfeldt. Hergestellt hat die Kopfbedeckungen der Regensburger Hutmacher und Modistenmeister Andreas Nuslan. Er kommt seit 15 Jahren zu Mut zum Hut und ist mit der Veranstalterin befreundet. Kein Wunder, dass er schnell zustimmte, mitzuarbeiten. „Wir sind Ute Patel-Mißfeldt sehr dankbar, dass sie den Hut mit ihrer Veranstaltung immer wieder als modisches Accessoires in Erinnerung bringt“, sagt Nuslan.

Den „Neuburger“ gibt es in einer limitierten Auflage von 51 Stück. Ein Exemplar kostet 179 Euro, wobei 15 Euro der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, zugutekommen. Ein Schnäppchen Nuslans Ansicht nach. Eigentlich hätte man einen Preis von 300 Euro dafür veranschlagen müssen, so der Modist und Hutmacher. Doch man wollte bewusst ein Modell für jedermann beziehungsweise „jeden Kopf“ kreieren. Ein Hut durchlief 70 Arbeitsgänge in drei Tagen. Ute Patel-Mißfeldt wendete eineinhalb bis zwei Stunden pro Hutband auf, um jedes mit einem kleinen Pinsel zu bemalen. Das sei gar nicht so einfach gewesen, sagt die Künstlerin. Denn die bunten Bänder waren bereits rund gebügelt und ihr Stoff hat Rillen, in die die Farbe hineinläuft.

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Wer mag, kann den „Neuburger“ bei der Hutschau am Stand von Andreas Nuslan in der Großen Dürnitz im Schloss kaufen. Das Modell ist in verschieden Größen erhältlich und für Männer wie Frauen gedacht.

In diesem herrschaftlichen Saal findet am Samstag um 14.30 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr außerdem wieder „Die große Modenschau“ statt, das eineinhalbstündige Highlight von Mut zum Hut. Die Sitzplätze sind restlos ausverkauft, nur einzelne Stehplätze sind noch zu haben. Patel-Mißfeldts 92-jährige Tante Helga kann diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Modell dabei sein. „Ich bin mit 76 Jahren mein ältestes Model“, sagt die Veranstalterin und lacht. Das jüngste Model ist erst zwei Jahre alt, insgesamt sind es 32. Die Künstlerin wird die Modenschau wieder mit ihrem nordischen Humor moderieren.

Mut zum Hut beginnt allerdings schon am Abend zuvor. Am Freitag um 17 Uhr wird die Veranstaltung von Ute Patel-Mißfeldt, Bürgermeister Hans Habermeyer sowie der Schirmherrin und Europa-Abgeordneten Angelika Niebler eröffnet. Es folgt eine kleine Modenschau „Die Goldenen 20er Jahre“ und die Wahl zum Hutkönig, bei der sich der amtierende König Horst Winter ein letztes Mal als solcher auf dem Laufsteg präsentieren wird. Dazwischen gibt es Musik und Tanzeinlagen.

110 Aussteller sind auf der Hutschau vertreten, darunter ein Holländer, der Accessoires zum Fertigen von Hüten verkauft. Neben Kopfbedeckungen in allen Varianten gibt es Umhänge, italienische Handschuhe, Röcke, Schmuck, Taschen und Skulpturen. Und Hutschachteln, von Ute Patel-Mißfeldt selbst gestaltet.

Daran, in Rente zu gehen, denkt die 76-Jährige im Moment noch nicht, doch wie sieht die Zukunft von Mut zum Hut aus? Die Veranstalterin überlegt, mit ihrer Schau nach Regensburg umzuziehen. „Ich habe erst vor Kurzem wieder ein Schreiben aus dem Büro von Gloria von Thurn und Taxis bekommen, dass sie traurig sind, dass ich mich noch nicht entschieden habe.“ Wenn die Stadt Neuburg ihr noch höhere Auflagen mache als jetzt, werde sie ihrer Tochter Isabel Patel, die die Hutschau irgendwann übernehmen soll, raten, damit nach Regensburg zu gehen, sagt Patel-Mißfeldt. Sie werde nächstes oder übernächstes Jahr ohnehin den Eintritt und die Standgebühren erhöhen müssen, weil auch die Stadt die Gebühren für Marstall und Boxenstall anheben wolle.

Isabel Patel hat schon jetzt einen großen Teil der Organisation übernommen. Ihre Mutter will sich langsam – „schleichend“, wie sie sagt, – zurückziehen, bis die Tochter gänzlich als neue Mut-zum-Hut-Chefin akzeptiert ist. „Die Moderation werde ich aber noch so lange machen, bis ich nicht mehr laufen kann“, versichert Ute Patel-Mißfeldt.

Übrigens: Wer die Hutschau besuchen möchte, sollte wie schon beim Töpfermarkt auf Rucksäcke und große Taschen verzichten. Denn auch hier gelten die neuen, verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Auch Taschenkontrollen werden durchgeführt.

Mut zum Hut beginnt am Freitag um 17 Uhr und endet um 22 Uhr, am Samstag ist die Schau von 10 bis 20 Uhr, am Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag gibt es jeweils um 11 Uhr eine „Kleine Extra-Modenschau“.

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