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Neuburg

15.11.2019

Django Asül im Stadttheater

Django Asül trat im Neuburger Stadttheater auf.
Foto: Elke Böcker

Kabarettist Django Asül präsentiert im Neuburger Stadttheater erstmals sein neues Programm „Offenes Visier“ - mit Witz und Weitblick.

Mit „offenem Visier“ begrüßte Django Asül seine Gäste und Fans im restlos ausverkauften Neuburger Stadttheater. Das neue, erstmalig gespielte Programm – Neuburg fungierte demnach als Teststation neben der Teststrecke – werde bis Ende November vollständig fertig sein, so erklärte der leidenschaftliche Kabarettist in der Pause. Noch falle ihm dauernd etwas ein. Die Neuburger hatten also das Vergnügen, an der Entwicklung eines Kabarettprogramms teilzuhaben, das sich vor allem nach der Pause als hinreißend erwies.

Seine Kenntnisse über Neuburg hatte der Künstler aus Hengersberg bei Deggendorf bei einer Stadtführung auf ganz eigene Weise aufgefrischt – sehr zum allseitigen Vergnügen, weil Asül diese neugewonnenen Erkenntnisse gleich an sein Publikum weitergab. So sei ja wohl die Teststrecke vor der Siedlung dagewesen, die Römer könne man anhand vielfach gefundener Pizzakartons nachweisen, Pöttmes sei noch nie Residenzstadt gewesen und außerdem befinde sich hier in Neuburg das einzige Bundeswehrgeschwader, das auch fliegen würde.

Stadttheater Neuburg: Django Asül übt aktuelle Kritik

Wie schon bei vergangenen Auftritten in der Ottheinrich-Stadt richtete der Kabarettist seinen scharfen Blick auf aktuelle Zustände, Probleme und auch auf Tabuthemen. Das „Weitwinkel“-Spektrum reichte dabei von der Grundrente – besser per eigenem Dauerauftrag – über das allgegenwärtige Identitätsproblem, den Wahn der Selbstoptimierung bis hin zum Mietwucher. Zur Behebung der Wohnungsnot rät er zu WGs „20 + 85“.

Die bewährten Figuren seines niederbayrischen Stammtisches im Wohnort Hengersberg, wie zum Beispiel Hans, Jahrgang 1944, lassen schräge Stammtischparolen erschreckend glaubwürdig erscheinen. Den Stammtisch mit all seinen populistischen Parolen bezeichnete er gar als bayerische Selbsthilfegruppe. Äußerungen des besten Freundes seines Vaters mit herrlich türkischem Akzent und die herzerfrischend ehrlichen Nichten im Grundschulalter geben Djangos Thesen Authentizität. Augenzwinkernd spottete er als echter Niederbayer mit Migrationshintergrund politisch höchst unkorrekt und überaus treffend. So empfahl er dem Sohn des türkischen Freundes mittels Arbeitsamt die „Umschulung vom Halbdeppen zum Volldeppen“. Auch müsse man sich wegen „Roboting“ oder Digitalisierung keine Sorgen machen. Denn die Standortvorteile Deutschlands seien das „lahmarschige Internet“ und die „wacklige Stromversorgung“. Jetzt müssen wir uns eben „Weitblick“ bewahren.

Ein gelungener Abend, der trotz aller Komik sehr nachdenklich machte!

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