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Weichering

25.02.2015

Doch keine dezentrale Lösung?

Die Gemeinde Weichering ist auf der Suche nach Flächen, die dazu geeignet sind, Container aufzustellen oder Gebäude zur Unterbringung von Asylbewerbern zu errichten – für den Fall, dass Flüchtlinge nach Weichering kommen. So könnten die Container dann aussehen.

Der Gemeinderat diskutierte wieder einmal über die Möglichkeiten der Flüchtlingsunterbringung. Inzwischen wird vor allem nach Flächen für Container gesucht

Im Gemeinderat Weichering sorgten am Montagabend drei Themen für besonders viel Gesprächsstoff: die Unterbringung von Asylbewerbern, die Sanierung des Kanalnetzes und, ob es auch weiterhin Sondergenehmigungen für Feuerwerke geben soll.

Die mögliche Unterbringung von Asylbewerbern in der Gemeinde Weichering wurde in der vergangenen Sitzung wieder einmal ausgiebig diskutiert. Bürgermeister Thomas Mack erklärte, dass man noch einmal mit dem zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes gesprochen habe und appellierte an die Gemeinderäte, sich mit der möglichen Unterbringung intensiver auseinanderzusetzen. „Das ganze Thema ist nicht so weit weg von uns. Wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass auch zu uns Asylbewerber kommen können und uns Gedanken machen, wo wir sie unterbringen können.“ Allerdings sehe die Situation mittlerweile etwas anders aus: Nun sollen die Flüchtlinge nicht mehr dezentral untergebracht werden, denn bis jetzt habe das Landratsamt nur wenige „vernünftige“ Angebote erhalten. Stattdessen suche das Landratsamt nun nach geeigneten Flächen, die bereits über Wasser- oder Stromanschlüsse verfügen und wo man Container oder Gebäude errichten kann. Der Landkreis würde dann die Fläche auf mehrere Jahre pachten und die Container dort aufstellen.

„Das Problem ist wirklich akut. Wir müssen in den nächsten Sitzungen zu einer Lösung kommen, denn es wird ja nicht 2015 aufhören“, sagte Mack. Bis Ende des Jahres rechnet das Landratsamt mit etwa 25 Flüchtlingen für die Gemeinde, was etwa einem Prozent der Bevölkerung entspricht. Grundstücke gebe es einige, allerdings seien nur die wenigsten in Gemeindebesitz, erklärte der Bürgermeister. Deshalb plane die Gemeinde Weichering auch eine Bürgerversammlung, bei der die Leute informiert werden und sich dann eventuell bereit erklären, ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen.

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Außerdem plädierten einige Gemeinderäte dafür, die Eigentümer leer stehender Gebäude direkt anzusprechen, vielleicht würden sie ihre Wohnungen dann zur Verfügung stellen. Zu überlegen wäre auch, sogenannte „Fehlbeleger“ aufzunehmen, wie der Bürgermeister erklärte – Menschen, deren Asylantrag bereits bewilligt wurde und die in Deutschland bleiben können und somit in Weichering integriert werden könnten. Diese würden ganz normal Sozialleistungen beziehen, die Kosten für die Wohnung würden vom Amt übernommen werden. Der Eigentümer bekäme dann die ortsübliche Miete.

Die Sanierung des Kanalnetzes von Lichtenau und Weichering soll bald beginnen – dafür wurde das gesamte Gebiet in vier Sanierungsabschnitte eingeteilt, die nach und nach bearbeitet werden. So bald wie möglich sollen die Arbeiten nun im ersten Abschnitt, Weichering Ost, anlaufen. Die Kosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf etwa 203000 Euro, die Bauarbeiten sollen bis etwa September abgeschlossen sein. Dann folgt jedes Jahr ein weiterer Abschnitt. Insgesamt wird die Gemeinde für die Sanierung 914000 Euro bezahlen.

Die Gemeinde Weichering wird auch weiterhin Sondergenehmigungen für Feuerwerke ausstellen. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Grund für die Diskussion war der Antrag eines Bürgers. Dieser forderte, Feuerwerke gänzlich zu verbieten, da er sich dadurch gestört fühle. Die Gemeinderäte hielten aber an der bereits bestehenden Regelung fest: Jedes Feuerwerk bleibt genehmigungspflichtig und muss bis 22.30 Uhr abgebrannt sein. Wer später Raketen steigen lässt oder keine Genehmigung eingeholt hat, muss mit einer Anzeige rechnen.

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