1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Donaubrücke: Gerangel um zwei Zahlen

Neuburg

16.01.2020

Donaubrücke: Gerangel um zwei Zahlen

Animation einer zweiten Donaubrücke mit Blick auf Joshofen.
Bild: Stadt Neuburg

Grünen-Kandidat Gerhard Schoder veröffentlicht Zahlen zur Donaubrücke, denen die Stadt widerspricht.

Der Wahlkampf hat gerade erst angefangen, aber schon gibt es den ersten Aufreger. Es geht um zwei Zahlen, die der OB-Kandidat der Grünen, Gerhard Schoder, bei der Vorstellung seines Wahlprogramms in der Neuburger Rundschau lanciert hat, und die die CSU-geführte Stadt Neuburg so nicht stehen lassen will.

Gerhard Schoder hatte davon gesprochen, dass eine zweite Donaubrücke in Neuburg geschätzte 150 Millionen Euro kosten würde, dabei aber nur eine Entlastung von neun bis 16 Prozent bringe. Für ihn stünden Entlastung und Kosten deswegen in keinem richtigen Verhältnis, so dass er dem Bau nicht zustimmen könne.

Diese Behauptung will die Stadt Neuburg nicht stehen lassen. Sie stellt klar: 1. Die einzig offizielle Kostenschätzung hat das zuständige und unabhängige Staatliche Bauamt getroffen. Hier wird die Gesamtsumme von 60 Millionen Euro genannt. Hinzu kommt, dass das Projekt als staatliche Maßnahme in sogenannter Sonderbaulast umgesetzt wird und von einer Förderung von rund 85 Prozent auszugehen ist. Dies würde einen Kostenaufwand von neun Millionen Euro für die Stadt Neuburg bedeuten.

Donaubrücke: Gerangel um zwei Zahlen

Zweite Donaubrücke ist Thema im Wahlkampf

2. Laut dem neuesten Gutachten von BrennerPlan aus dem Jahr 2018 liegt die Entlastung auf der Elisenbrücke bei gut 30 Prozent. Dies ergibt sich klar ersichtlich aus den Seiten 38 und 42 des unabhängigen Gutachtens. Demnach sinkt die Zahl zum Prognose Null Fall von täglich 21.940 Pkw um 6.650 Pkw, was 30,31 Prozent entspricht. Weitere Entlastungen werden auf einer Vielzahl von Innenstadtstraßen prognostiziert. Jeder Interessierte kann sich hierzu unter folgendem Link Informationen einholen: https://www.neuburg-donau.de/wirtschaft/zweite-donaubruecke.

In puncto Entlastung bezieht sich Gerhard Schoder auf ein Antwortschreiben des Innenministeriums – allerdings aus dem Jahr 2016. Dort steht, dass „ein von der Stadt Neuburg in Auftrag gegebenes Gutachten über die verkehrlichen Auswirkungen verschiedener Varianten für eine Entlastungsstraße von Neuburg ergeben hat, dass der Bereich Luitpoldstraße und Elisenbrücke durch die Realisierung der in Rede stehenden Osttangente mit neuer Donaubrücke um 1500 bis 3500 Kfz pro Tag, also zwischen neun und 16 Prozent, entlastet wird.“

Neuburgs Innenstadt soll entlastet werden

Bei der Schätzung der Kosten zitiert Schoder keine offizielle Quelle. Max Regnet, seines Zeichens Bauingenieur im Ruhestand, hatte bereits vor mehr als vier Jahren privat eine überschlägige Kostenermittlung vorgenommen, die seither von Brückengegnern verwendet wird. „Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte“, sagt Schoder diplomatisch. „Bei der Berechnung des staatlichen Bauamts fehlen Kosten für den Grundstückserwerb und die Baukostensteigerung. Aber es sind eben beides nur grobe Schätzungen.“ Er möchte sich weder für noch gegen die zweite Donaubrücke positionieren, sondern er sagt ganz klar: „Im Rahmen der Variantenprüfung wird es eine aktuelle Kostenschätzung geben. Und die wird man sich dann noch einmal ganz genau anschauen müssen.“

Übrigens ist Gerhard Schoder nicht der einzige, der die Kosten von 150 Millionen in seinem Wahlkampf verwendet. Auch Michael Wittmair, der OB-Kandidat der Linken, bezieht sich auf die Berechnung von Max Regnet.


Lesen Sie dazu den Artikel, um den es in der Diskussion geht: Grüner OB-Kandidat Schoder will Fußgängerzone für Neuburg

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren