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Jahrestag in Burgheim

31.05.2020

Düsenjäger-Absturz vor 15 Jahren: „Ein weites Feld“

Der spanische Düsenjäger bohrte sich in einen Acker und verschwand in diesem tiefen Krater.
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Der spanische Düsenjäger bohrte sich in einen Acker und verschwand in diesem tiefen Krater.
Bild: Winfried Rein

Plus Beim Absturz eines Düsenjägers vor 15 Jahren entgingen Illdorf, Eschling und Wengen einer Katastrophe. Der spanische Pilot lenkte die „Mirage“ über das Dorf. Am Samstag Gedenkgottesdienst zum Jahrestag.

„Es war wirklich Glück im Unglück.“ Der Absturz eines Düsenjägers am 30. Mai 2005 zählt für Altbürgermeister Albin Kaufmann zu den markantesten Ereignissen seiner 18-jährigen Amtszeit. Das Aufatmen damals war groß, nachdem alle Beteiligten unversehrt geblieben waren. 15 Jahre später, an diesem Pfingstsamstag, gibt es um 19 Uhr wieder einen Gedenkgottesdienst an der Marienkapelle in Illdorf.

Absturz 2005: Der Schreck von damals ist noch gegenwärtig

Pfarrer Werner Dippel hatte nach dem Absturz einen Gottesdienst jeweils zum Jahrestag angekündigt - und eingelöst. „Wir wollen dieses Andenken in Ehren halten“, versichert der Dekan und er weiß, „dass bei den Augenzeugen der Schreck von damals noch gegenwärtig ist.“ Man habe allen Grund, Gott für den glimpflichen Ausgang zu danken.

Ein Dankeschön galt auch Pilot Ricardo Vidal Diaz (42). Der spanische Offizier flog eine von vier „Mirage“-Maschinen, die beim Neuburger Jagdgeschwader gastiert hatten. Er war als zweiter gestartet, merkte bald Warnlampen und dann – etwa über Oberhausen – Rauch in seinem Cockpit. „I had seen a wide field - ich habe eine große weite Fläche gesehen.“ Ricardo Vidal Diaz versicherte mehrmals, dass er die

Mirage noch über Illdorf gezogen und dann erst den Schleudersitz betätigt habe. Der Jet schlug einen acht Meter tiefen Krater in den Acker zwischen Illdorf, Eschling und Wengen. Das nächste Anwesen stand keine 700 Meter entfernt.

Der junge Pilot landete mit dem Fallschirm auf einem der Sandhügel bei Illdorf. Er stauchte sich den Rücken und blieb ansonsten unverletzt. „Wo ist die Maschine hin?“, war seine erste Frage an die Rettungskräfte gewesen. Die Anwort „aufs freie Feld“ soll ihn sehr erleichtert haben.

Später kehrte er mehrmals an den Absturzort zurück. Der Spanier schloss Freundschaft mit Einheimischen. „Der 30. Mai ist ein ewiges Band, das mich immer mit Ihnen und dem Dorf verbindet“, schrieb er in einem Brief an Otto Weigl. Darin heißt es auch: „Es erfüllt mich mit Stolz, mit welchem Respekt und welchem Umgang mir in Illdorf begegnet worden ist.“

Düsenjäger Mirage: Über den Krater ist längst Gras gewachsen

Die Haltung von Ricardo Vidal Diaz nötigt Marianne Hofgärtner Respekt ab. Der Einsatz in letzter Sekunde und auch das Verhalten danach seien vorbildlich gewesen, meint die Landwirtin. In ihrem Rübenacker landete nicht nur der Schleudersitz des Düsenjägers, sondern auch ein Andachtsbild von der Maria von Loreto. Sie ist die Schutzheilige des Geschwaders der spanischen Luftwaffenbasis Los Llanos bei Albacete.

Marianne Hofgärtner hatte das Marienbild beim Rübenhacken gefunden.
Bild: Winfried Rein

Marianne Hofgärtner fand das Bild beim Unkrauthacken und hält es seitdem in Ehren. Eine Marienfigur, die Pilot Ricardo als Geschenk mitgebracht hatte, steht stets im Mittelpunkt des Dankgottesdienstes. Über die Absturzursache der 50 Millionen Euro teuren Mirage haben die Luftwaffen beider Ländern nie etwas verlauten lassen. Über den Krater ist längst Gras gewachsen, und der Eigentümer hat lange auf Schadensersatz warten müssen.

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