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Durchaus eine Überraschung in Neuburg-Schrobenhausen

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Kommentar Von Manfred Rinke
14.10.2018

Dass der CSU-Bewerber Matthias Enghuber das Direktmandat relativ klar gewinnt, war nicht zu erwarten. Aber das Ergebnis eröffnet Möglichkeiten.

In Bayern der CSU ein Direktmandat abzuluchsen, das ist immer noch etwas Außergewöhnliches. Roland Weigert war lange Zeit zumindest nah dran an Matthias Enghuber. Letztlich machten die Wähler in der Stadt Neuburg klar Schiff für den CSU-Mann, der schließlich mit knapp sechs Prozent Vorsprung das Direktmandat holte. So eindeutig erwartet worden war das allerdings nicht.

Wenn im weiß-blauen Freistaat gewählt wird, dann wählen die CSU-Freunde in Bayern vor allem ihre Partei und eher seltener bewusst den Direktkandidaten. Dieses Mal war das zumindest im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen etwas anders. Weil der amtierende Landrat als Direktkandidat der Freien Wähler ins Feld zog, entwickelte sich so etwas wie eine Persönlichkeitswahl, wie man sie eher von den Kommunalwahlen her kennt. Dass sich der junge Matthias Enghuber trotzdem klar gegen den seit zehn Jahren amtierenden, im gesamten Landkreis bekannten Roland Weigert behaupten konnte, ist durchaus als Überraschung zu werten. Dass mit Enghuber als Frontmann auch das bayernweite CSU-Ergebnis getoppt wurde, passt ins Bild. Allerdings gibt dieses Ergebnis die Chance, dass der Landkreis vielleicht zwei Vertreter im Landtag sitzen hat. Denn über die Liste hätte Matthias Enghuber keine Chance gehabt, den Sprung zu schaffen.

Während die AfD im Landkreis das bayernweite Ergebnis leicht übertreffen konnte, gab es für die Wahlsieger im Freistaat, die Grünen, ein nicht ganz so gutes Ergebnis im heimischen Stimmkreis. Dennoch erhielt Karola Schwarz mit rund 10,5 Prozent knapp doppelt so viele Stimmen wie Rupert Ebner vor fünf Jahren. Während FDP und Linke erwartungsgemäß nichts ausrichten konnten, ist der Einbruch der SPD bemerkenswert. Die einst so stolze Volkspartei verlor auch in Neuburg-Schrobenhausen jeglichen Boden unter den Füßen. Keine sechs Prozent gab es für die Sozialdemokraten, für die der junge Andreas Fischer als Direktkandidat um Stimmen warb. Er und seine Partei können einem fast schon leid tun.

Lesen Sie dazu auch den Artikel "Der Landtag wartet auf Roland Weigert"

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