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Jazz

11.11.2019

Durchwegs faszinierende Stimme

Begeisternd: die warme Altstimme der italienischen Sängerin Anna Lauvergnac. Links zu sehen Bassist Steve Brown.
Foto: Tobias Böcker

Wie Anna Lauvergnac Jazz-Standards in die Gegenwart trägt

Vom ersten bis zum letzten Ton des Konzerts zog die warme Altstimme von Anna Lauvergnac das Publikum im Neuburger Birdland in ihren Bann. Mit ausdrucksstarken Neuinterpretationen von Standards aus dem Great American Songbook berührte und begeisterte die italienische Sängerin ihre Fans.

„I’m Old Fashioned“ bekannte sie erst mal mit Jerome Kerns 1942 komponiertem Song. Stimmte einerseits, wenn das Repertoire des Konzerts und die grundsätzliche Stilrichtung angesprochen wurden. Stimmte gar nicht, wenn es darum ging, wie aktuell, aufs Heute bezogen und modern die Interpretationen der guten alten Songs waren, die im Laufe des Abends erklangen. Anna Lauvergnacs Gesang zeigte sich einmal mehr im Neuburger Jazzkeller ungemein flexibel, vielseitig, geprägt von hoher Souveränität und Gestaltungskraft.

„It Ain’t Necessarily So“ aus der Gershwin-Oper „Porgy and Bess“ berührte in ebenso beschwörender Eindringlichkeit wie – im Duo mit Claus Raible am Piano – Matt Dennis’ „Angel Eyes“ von 1946. Das dunkle, facetten- und farbenreiche Timbre der Stimme kam hier ebenso zur Geltung wie eine beeindruckend hohe Sicherheit, die ihren Reiz in der wohldosierten Abweichung vom wohligen Fluss fand. In beherztem Temperament und lebhafter Quecksilbrigkeit dagegen das Uptempo des 1928er Songs „Lover Come Back to Me“, lässig und munter zugleich „Too Close for Comfort“ aus dem ‘56er Broadway Musical „Mr. Wonderful“.

Als ein solcher erwies sich einmal mehr Pianist Claus Raible, dessen individuell geprägte Stilsicherheit, Brillanz und abgeklärte Könnerschaft das Publikum in Neuburg immer wieder aufs Neue bewundern darf. Der Münchner hüllte die Songs mit zugewandter Behutsamkeit und erquickender Frische in funkelnde Klanggirlanden aus reiner Eleganz.

Nicht zuletzt trugen Girogios Antoniou am Bass und Steve Brown am Schlagzeug dazu bei, dass gegen Ende mit einer Eigenkomposition von Raible und Lauvergnac schlicht und einfach konstatiert werden konnte: „Music Is!“

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