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Verkehr in Ingolstadt

03.08.2020

E-Mobilität: Ingolstadt bekommt vier neue Ladestationen

Der Blick ins Innere einer Ladestation zeigt jede Menge Hightech. Eine solche Säule kostet rund 70.000 Euro.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Zusammen mit der Stadt Ingolstadt verfolgt Audi mit einem neuen Ladepark das Ziel, ein Signal für E-Mobilität zu geben. So viel elektrische Reichweite lädt man dort.

Der Oberbürgermeister von Ingolstadt fuhr bei diesem Termin natürlich im Elektrofahrzeug vor. Die vier Ladestationen waren aber schon besetzt. Was nicht schlimm war. Denn dieses Mal wollte Christian Scharpf sein Fahrzeug nicht laden, sondern die vier Schnellladestationen am Audi-Kreisel offiziell in Betrieb nehmen. Und dass vor den vier Ladesäulen vier Audi e-tron standen, war selbstverständlich auch kein Zufall. Denn Audi ist mit an Bord, wenn es um den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Donaustadt geht. Der Autobauer hat in diesem Fall die Kosten für die vier Schnellladesäulen übernommen.

Die Stadtwerke Ingolstadt haben die vier neuen Ladestationen platziert

Schnellladestationen wie diese gibt es bisher vor allem an den Autobahnen. Die Stadtwerke Ingolstadt haben die vier neuen Ladestationen an einer zentrale Stelle in der Stadt nahe am Westpark platziert. Das Einkaufszentrum hatte aber mit der Ortswahl gar nichts zu tun, wie Matthias Bolle, Geschäftsführer der Stadtwerke Ingolstadt, bei der Einweihung erklärte. Drei Faktoren hätten den Ausschlag gegeben. Erstens ist an der Stelle eine kurze Verbindung in ein dafür geeignetes Stromnetz möglich. Schließlich hat jede der vier Ladestationen eine Leistung von 300 Kilowatt. Das bedeutet, dass ein Audi e-tron nach rund zehnminütiger Ladezeit weitere 110 Kilometer fahren kann. Eine volle Batterieladung dauert rund 30 Minuten.

Im Audi-Kreisel in Ingolstadt wurde ein Ladepark mit vier Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen. Mit dabei für die Kooperationspartner: (V. li.) Achim Heinfling, Werkleiter Audi Ingolstadt, Christian Scharpf, Oberbürgermeister von Ingolstadt, Hubert Stockmeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Ingolstadt Netze GmbH, und Matthias Bolle, Geschäftsführer der Stadtwerke Ingolstadt.
Bild: Manfred Dittenhofer

Außerdem, sagte Bolle weiter, sei die Ladestelle gut erreichbar und in der Nähe seien zwei Bäckereien und Cafés, außerdem der Westpark. Allerdings lässt eine Schnellladestation da schon wieder Probleme erahnen. Denn weder in zehn Minuten noch in einer halben Stunde sind in der Regel dort die Einkäufe erledigt. Und eines soll natürlich nicht passieren: Dass die Ladeplätze von parkenden Fahrzeugen blockiert werden. „Wir werden uns das anschauen und entsprechend reagieren“, meinte Hubert Stockmeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Ingolstadt Netze. Vorstellen kann man sich ein Abrechnungssystem, bei dem nach der Ladezeit Parkgebühren fällig werden. Die Abrechnungssoftware gebe das her.

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Zusammen mit der Stadt verfolgt Audi mit dem Ladepark das Ziel, ein sichtbares Signal für die E-Mobilität zu geben. Dazu Audi Werkleiter Achim Heinfling: „Wir wollen an unserem Heimatstandort mithelfen, die E-Mobilität voranzutreiben und unseren Kunden Lademöglichkeiten schaffen.“ An den Ladesäulen können aber natürlich alle Fahrzeugmarken geladen werden. Alle gängigen Abrechnungssysteme funktionieren. Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Scharpf erhofft sich von dem erweiterten Angebot weitere Erkenntnisse über die Kundenakzeptanz und über die Wirtschaftlichkeit eines städtischen Ladeparks.

Und so wichtig die E-Mobilität auch sei, bei einem waren sich Heinfling und Scharpf einig: Alleine die Elektromobilität wird es in Zukunft nicht sein. Die beiden erwarten eher einen Mix. Und in diesem Mix werde auch der Wasserstoff eine enorme Rolle spielen. Denn, so Scharpf, vor allem bei Nutzfahrzeug, seien es Busse oder Müllfahrzeuge, gebe es kein wirkliches Angebot im Bereich E-Mobilität. In Ingolstadt sind mittlerweile 65 Ladestationen in Betrieb.

E-Mobilität: In Ingolstadt sind mittlerweile 65 Ladestationen in Betrieb

Schaut man auf deren Nutzung, so Matthias Bolle, gebe es noch Luft nach oben. Im Durchschnitt finden 0,5 Ladevorgänge pro Tag statt. Eine Auslastung sei also noch lange nicht gegeben. Aber der Kunde, so Heinfling, müsse sich erst daran gewöhnen und Zutrauen zum Ladenetz finden. „Das Tankstellennetz kennt jeder. Bei Ladestationen muss man sich umgewöhnen.“ Wer aber ein E-Auto mal gefahren habe, sei begeistert davon. Deshalb: „Wir müssen die Menschen dazu bringen, sie auszuprobieren.“

Weil natürlich auch viele Neuburger nach Ingolstadt und in den Westpark fahren, dürften die Schnelleadestationen auch ihnen willkommen sein. In Neuburg selbst ist die Zahl der Ladestationen noch überschaubar. An der Schlösslwiese gibt es zwei Zapfsäulen und auch am Bahnhof, bei den Stadtwerken, in der Eulatalstraße und am Fürstgartencenter stehen beispielsweise Zapfsäulen.

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