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Bergheim-Unterstall

19.03.2019

Eichen-Dilemma in Unterstall

Diese Eichen in Unterstall in der Gemeinde Bergheim sind von Schädlingen befallen. Für die Gesundheit der Anwohner ist das eine Gefahr.
Bild: Christof Paulus

Weil sie von Eichenprozessionsspinnern befallen sind, will die Gemeinde Bergheim einige Eichen fällen. Doch es bahnt sich ein Konflikt an.

Erst kamen die Raupen, dann die Säge: Rund ein halbes Dutzend Eichen in der Holzgasse in Unterstall soll weg. So hat es zumindest der Bergheimer Gemeinderat am Montag in seiner Sitzung beschlossen, die Anwohner freut das. Denn: In den Eichen, die das Wohngebiet von den Feldern zwischen Unterstall und Attenfeld trennt, nistete der Eichenprozessionsspinner. Das ist eine Schmetterlingsart, deren Raupen giftige Brennhaare besitzen – und verlieren. Der Wind trägt sie dann teils auch kilometerweit und ganz sicher auf die Grundstücke der Anwohner in der Nachbarschaft.

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In Stein gemeißelt ist die Fällung der Eichen jedoch noch nicht: Das Landratsamt müsste dem Beschluss des Gemeinderates noch zustimmen. Doch ob das tatsächlich passiert, ist fraglich. Denn der Naturschutz des Landratsamtes bezog schon im Vorfeld der Sitzung Stellung zu den Eichen. Darin heißt es nachdrücklich, eine Fällung könne „nicht befürwortet werden“. 

Eichen in Unterstall: Bedeutung im Naturpark Altmühltal

Denn: Die Eichen seien als Ortsrand für das Baugebiet ausgewiesen worden. Sie seien besonders geschützt, da sie als Teil des Naturparks Altmühltal für Landschaftsbild und Natur enorme Bedeutung hätten. Deshalb befürwortet die Behörde, die Bäume erneut mit Biopestizid zu behandeln. Zumindest in diesem Punkt sind sich Kreis und Gemeinde einig.

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Denn auch die Gemeinde möchte die Bäume zunächst spritzen lassen, bevor sie gefällt werden sollen. Doch für den Gemeinderat, der den Beschluss mit 7:4 Stimmen annahm, ist das eigentlich keine Lösung. Nur das Bundesnaturschutzgesetz zwingt ihn dazu: Bäume zu fällen, ist demnach von März bis September nur in Ausnahmefällen erlaubt. Gespritzt wurden die Bäume schon im vergangenen Jahr, doch einige Nester blieben dennoch übrig.

Eichenprozessionsspinner als Gefahr für Anwohner in Bergheim-Unterstall

Elisabeth Almer-Lorz hat daher Angst um ihre Gesundheit – und die ihrer Kinder. Sie wohnt im Wohngebiet „An der Holzgasse“, unmittelbar neben den vom Eichenprozessionsspinner befallenen Eichen. Gemeinsam mit einigen Nachbarn war sie am Montag zu Gast in der Gemeinderatssitzung – und mit dem Beschluss zufrieden. „Aber wirklich gut ist es erst, wenn die Bäume weg sind“, sagte sie. Ähnlich sah es Gemeinderat Karl Braun. „Hier geht es um die Frage, ob Bäume oder Kinder“, sagte er. „Und das ist für mich keine Frage.“ 

Vier seiner Kollegen folgten jedoch der Auffassung des Landratsamtes. Sie wollen die alten Bäume erhalten, stimmten gegen eine Fällung und für einen erneuten Anlauf mit Biopestizid gegen die Schädlinge. Einen endgültigen Kahlschlag wollte ohnehin niemand: Das übrige Gehölz vor Ort soll weiter stehen bleiben, die Lücken anstelle der Eichen mit anderen Bäumen aufgefüllt werden. Bis diese jedoch ausgewachsen sind, dauert es noch. 

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