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Volkstrauertag

18.11.2019

Ein Appell an Europa aus der französischen Partnerstadt

Am gestrigen Volkstrauertag wurde in Neuburg am Alten Friedhof wieder der Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft gedacht.
Foto: Annemarie Meilinger

Gedenkfeier für die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft im Alten Friedhof

Vor fast 100 Jahren wurde der Volkstrauertag eingeführt, seit 1922 gibt es den Tag, an dem der unzähligen Toten gedacht wird, die Kriege, Terror und Ungerechtigkeit verursacht haben. In Neuburg lädt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling traditionell zu einer Gedenkfeier an das Kriegerdenkmal im Alten Friedhof an der Franziskanerstraße ein.

In seiner Rede erinnerte der OB nicht nur an die 22 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs. „Für die Angehörigen dieser Opfer reißt der Volkstrauertag immer noch Wunden auf.“ Das gewaltsame Sterben „ist ein zeitloses Schicksal, das wir unverändert mit unseren Vorfahren teilen“, so Gmehling. Ob der anhaltende Krieg in Syrien, die Terroranschläge in Paris, Berlin, Nizza und Halle – immer wieder summiere sich Leid und neue Wunden entstünden. Der Volkstrauertag erinnere einen auch daran, dass jeden Tag für eine demokratische Grundhaltung und christliche Werte gekämpft werden müsse. Der Abriss der Mauer vor 30 Jahren hätte gezeigt, dass auch durch friedliche Revolutionen Veränderung möglich sei. Friedenserziehung sollte daher von Kind an wichtiges Ziel in den Familien und an den Schulen sein.

Aus der Partnerstadt Sète war Joselyne Cassany angereist, die an die schmerzhaften Kriegserfahrungen der Europäer erinnerte. „Kriege unter europäischen Staaten sind wie Bürgerkriege“, soll schon Victor Hugo nach dem 1870er Krieg gesagt haben. Es bleibe, die Hoffnung, dass wenigstens zwischen Europäern Konflikte künftig friedlich gelöst werden können. „Vive la fraternité“ appellierte sie an Europas Völker. Hauptmann Lars Seyfert vom Jagdgeschwader 74 gedachte in seiner Rede der vielen zivilen Opfer und jenen, die durch Ungerechtigkeit und Intoleranz ihr Leben in Lagern und Gefängnissen verloren haben. Was bleibt, sei die Hoffnung auf Versöhnung, sagte er.

Die Stadtkapelle gestaltete den würdevollen Rahmen der Feier, die Beteiligten legten Kränze vor dem Denkmal nieder und eine Abordnung der Bundeswehr salutierte. Die angetretenen Vereine – VDK, Feuerwehr und Kriegerverein – neigten die Fahnen zum Gedenken. Drei Hymnen, die Bayerische, die Marseillaise und die Nationalhymne beendeten die Feier. (amei)

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