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Neuburg

08.10.2019

Ein Bankerl als Stadtbusersatz

Viele Städte und Gemeinden machen es bereits vor, wie zum Beispiel die Mitfahrerbank in Unterfinning.
Bild: Alois Kramer

Plus Neuburger Stadtrat beschließt Mitfahrerbänke für seine Ortsteile, die nicht vom Stadtbus angefahren werden. Nur ein Dorf hat Bedenken.

Zweifelsohne ruhig und idyllisch, manchmal aber auch abgeschieden. Wer in Neuburgs Stadtteilen wohnt, hat mitunter Probleme, in die Stadt zu kommen. Jugendliche und Senioren, junge Familien, die sich kein oder kein zweites Auto leisten können, oder Menschen, deren Wagen in der Werkstatt ist, stehen vor logistischen Herausforderungen, wenn ein Einkauf oder ein Termin in Neuburg anstehen. Dann sie sind angewiesen auf Freunde, Verwandte und Nachbarn oder auf den öffentlichen Nahverkehr.

Doch der ist in einigen Stadtteilen nicht vorhanden. In Bergen, Bruck, Gietlhausen, Joshofen, Maxweiler und Sehensand verkehrt kein Stadtbus. Deswegen hat Stadtrat Fritz Goschenhofer beantragt, dass dort sogenannte Mitfahrerbänke aufgestellt werden.

Auch in der Innenstadt stehen Mitfahrerbänke für die Rückfahrt

Die Idee ist einfach: Mehrmals täglich fahren Bürger von ihrer Ortschaft in die Innenstadt oder den Südpark. Und genauso oft fährt wieder jemand zurück. Warum also nicht einen anderen mitnehmen? Entweder man kennt sich ohnehin oder man tut damit einem Fremden einen Gefallen. Denn auch dafür soll die Mitfahrerbank stehen: Mitmenschlichkeit und Kommunikation. Damit die Autofahrer auf den ersten Blick sehen, wo die Mitfahrer hin wollen, soll es Klapptafeln neben den Bänken geben.

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Und wie kommt man dann wieder zurück? Zu jedem Ziel gibt es auch eine „Gegenbank“. Vorgesehen ist der Spitalplatz für Bergen, Gietlhausen und Joshofen, der Oswaldplatz für Bruck, Sehensand und Maxweiler und der Südpark für alle Ortsteile.

Neuburg kosten die Mitfahrerbänke rund 16.000 Euro

Stadtrat Hans Mayr war von der Idee so angetan, dass er gleich anbot, die erste Bank zu spendieren: „Vielleicht finden sich dann noch weitere Sponsoren.“ Aber die Kosten halten sich ohnehin im Rahmen, rund 16.000 Euro sind veranschlagt. „Früher sind wir getrampt, heute können wir uns auf ein Bankerl setzen“, sagte Doris Stöckl begeistert. Lediglich Barings Ortssprecher Stark Johannes Stark konnte sich mit der Mitfahrerbank nicht so ganz anfreunden: „Wir können es gerne probieren, aber große Begeisterung herrscht nicht in Bergen.“ Der Finanzausschuss beschloss, die erste Bank noch heuer in Sehensand aufzustellen – in den Farben Neuburgs. Zurück geht es dann ab dem Spitalplatz.

Lesen Sie dazu auch den Artikel "Per Anhalter durch die Region - was bringen Mitfahrerbänke" von Michael Böhm.

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