1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Ein Dickschädel mit Herz und Verstand

Matthias Schieber

09.11.2011

Ein Dickschädel mit Herz und Verstand

Copy%20of%20147903414.tif
2 Bilder
Matthias Schieber Ehrenbürger der Stadt Neuburg an der Donau

Vor zehn Jahren starb Matthias Schieber, Ehrenbürger der Stadt Neuburg an der Donau.

Zu Lebzeiten war er legendär und auch jetzt – zehn Jahre nach seinem Tod – soll Matthias Schieber nicht in Vergessenheit geraten. Am morgigen Donnerstag treffen sich Vertreter der Stadt Neuburg zur Gedenkfeier an seinem Grab auf dem Alten Friedhof in Ried.

Der einstige Ehrenbürger Neuburgs war in seiner ausgeprägten Liebe zu seiner Heimatstadt, seinem Engagement und seinen vielfältigen Verdiensten, aber auch in seiner streitbaren Art eine markante Erscheinung. Unvergessen bei denen, die ihn kannten, sind sein leidenschaftlicher Kampf für den Denkmalschutz, sein ungebremstes Engagement für Geschichte und Kunstgeschichte, aber auch seine mitunter cholerische Art. Matthias Schieber war eine Persönlichkeit zwischen liebenswürdigem Charme, heiterer Geselligkeit und unbequemer Dickschädligkeit. Anekdoten gibt es viele, die sich um den Menschen Matthias Schieber ranken. So stellte er etwa beim Sèter Weinfest 1994 kurzerhand den Strom am Schrannenplatz ab – und somit Scheinwerfer und Musik –, als dort eine französische Tanzgruppe in Nonnentracht auftrat. Schieber empfand dies schlicht als geschmacklos.

Er war ein echter „Ureinwohner“: Als Rieder Bua wurde er am 25. März 1928 geboren und erlebte dort den Zweiten Weltkrieg hautnah mit. Seine Erinnerungen sind unter anderem im Neuburger Kollektaneenblatt verewigt. Weit weg hat es ihn nie verschlagen; seine Wurzeln blieben stets in der Heimat, der er auch nach seiner Lehrerausbildung in Lauingen treu blieb: In Zell, Sinning und an der Neuburger Mazillisschule unterrichtete Schieber als Volksschullehrer, später an der Ingolstädter Ickstatt-Realschule.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Doch ging er nicht in beruflicher Hinsicht in die Annalen ein. Seine kommunalpolitischen Leistungen als Stadtrat, „Altstadt-Referent“ und Dritter Bürgermeister, Gründervater der DU sind ebenso anerkannt wie seine Initiative zur Gründung des Verkehrsvereins und des Schlossfests.

Mit eben derselben Leidenschaft hat sich Schieber der Heimatpflege verschrieben, war ab 1974 Kreisheimatpfleger, ab 1980 Vorsitzender des Historischen Vereins und Verfasser der heute noch gültigen Denkmal-Kartei. Zeitlebens kämpfte Matthias Schieber gegen Verschandelungen des Neuburger Stadtbilds.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Ausstellung_Blind_Date_gro%c3%9f.tif
Ausstellung

Ein Blind Date mit der Kunst

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden