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Weichering

18.05.2018

Ein Dorf zapft die Sonne an

Ein gelber Knopf mit Symbolkraft: 2200 Photovoltaikmodule fangen ab sofort das Sonnenlicht ein, um daraus Strom zu gewinnen. Darüber freut sich nicht nur Weicherings Bürgermeister Thomas Mack (rechts), sondern auch Anumar-Geschäftsführer Andreas Klier, dessen Unternehmen das Projekt betreibt.
Bild: Claudia Stegmann

In der Gemeinde geht ein neuer Solarpark ans Netz. Er kann rund 200 Haushalt mit Strom versorgen. An dem Projekt sollen sich auch Bürger beteiligen können.

Die Gummistiefel standen schon bereit. Denn noch ist der Boden unter den Photovoltaikmodulen des neuen Solarparks in Weichering ein umgewälzter Ackerboden, den man besser nicht mit feinem Schuhwerk betritt. Die Anlage ist so jung, dass der Boden noch keine Zeit hatte, sich zu erholen. Seit März wurden die insgesamt 2204 Module auf dem rund 10 000 Quadratmeter großem Grundstück der Gemeinde aufgebaut. Gestern wurde das Solarkraftwerk nun offiziell in Betrieb genommen.

Die Anlage, die von der Ingolstädter Firma Anumar gebaut wurde und betrieben wird, erzeugt im Jahr etwa 750000 Kilowattstunden, die ins Netz der Bayernwerk eingespeist werden und womit rund 200 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können. Weil die Anlage als eigene Projektgesellschaft mit Sitz in Weichering betrieben wird, bekommt die Gemeinde auch die Gewerbesteuer. Rund 850000 Euro hat das Unternehmen in das Projekt investiert, das im Weicheringer Gemeinderat durchaus kritisch diskutiert worden war. Denn so manchem Volksvertreter missfiel der Gedanke, dass die Anlage auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche entstehen sollte. Bürgermeister Thomas Mack konnte diesem Argument allerdings entgegenhalten, dass wegen des ungünstigen Zuschnitts die Fläche ohnehin nur teilweise bewirtschaftet worden sei. Mit 8:6 Stimmen stimmte der Gemeinderat im Februar 2017 schließlich für den Solarpark.

 Kein Gegenwind

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 seitens der Bürger

Wie Mack gestern sagte, habe es seitens der Bürger keinen Gegenwind zu dem Vorhaben gegeben. Das liegt sicherlich auch an der Lage des Solarparks: Die Anlage befindet sich von Maxweiler kommend hinter den Mehrfamilienhäusern am Ortseingang – und zwar versteckt hinter Bäumen und Büschen jenseits der Bahnlinie. Wenn Sonnenstrahlen auf die Module treffen, müssen Anwohner also nicht befürchten, geblendet zu werden.

Um die Akzeptanz in der Gemeinde noch zu erhöhen, ist für das Solarkraftwerk eine Bürgerbeteiligung geplant. Am kommenden Donnerstag setzen sich dafür unter anderem Anumar-Geschäftsführer Andreas Klier und Bürgermeister Thomas Mack zusammen, um die Details zu besprechen. Die Ergebnisse werden dann in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen präsentiert. Wenn das Gremium dem Konzept zustimmt, soll es eine Informationsveranstaltung geben, bei der die Bürger dann erfahren, wie sie Teilhaber des Projekts werden können.

Es ist der zweite Solarpark für die Gemeinde Weichering. 2007 hat der Wittelsbacher Ausgleichsfonds einen Solarpark auf dem ehemaligen Muna-Militärgelande errichtet, der 2014 vergrößert wurde.

Für Anumar ist es aktuell die siebte Anlage im Landkreis. Zwei weitere werden demnächst folgen: Im August soll die Anlage in Kienberg fertig werden, und in Neuburg ist zwischen Rödenhof und dem Kreisverkehr an der Münchener Straße an der Bahnlinie eine Anlage geplant. Das Unternehmen betreibt in ganz Deutschland sowie in Chile Solarkraftwerke.

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