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Neuburg

05.06.2019

Ein Familienzentrum für den Schwalbanger

So könnte das Familienzentrum im Stadtteil Schwalbanger einmal aussehen. Es soll auf dem Grundstück des ehemaligen Kindergartens St. Peter entstehen.
Bild: Stadtbauamt Neuburg

Plus Das St. Ulrichswerk der Diözese Augsburg plant auf dem Gelände des ehemaligen Kindergartens St. Peter ein Familienzentrum samt Wohnanlage, Spielplatz und Café.

Es ist noch nicht lange her, erst im November vergangenen Jahres, da wurde im Stadtteil Schwalbanger das neue Kinderhaus St. Peter eingeweiht. Es ersetzte den ehemaligen Kindergarten St. Peter gleich nebenan. Schon damals stellte sich die Frage, was mit dem leer stehenden Gebäude geschehen soll. Nun steht fest: Der alte Kindergarten soll abgerissen und durch ein Familienzentrum mit Sozialwohnungen ersetzt werden. Das St. Ulrichswerk der Diözese Augsburg, ein Siedlungs- und Wohnungsunternehmen, hatte am Mittwoch im Bauausschuss eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt.

Kern des Konzepts ist ein viergeschossiges Familienzentrum mit Wohnanlage, erklärt Thomas Wienhardt, Referent für Gemeindeentwicklung der Diözese Augsburg und Leiter des Projekts. In der Wohnanlage sind 13 Wohneinheiten geplant, außerdem soll es eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen geben sowie 16 oberirdische Stellplätze. Darüber hinaus ist ein 60 Quadratmeter großer Spielplatz vorgesehen. „Die Wohnungen sollen an Familien mit sozialem Bedarf vergeben werden“, sagt Wienhardt. Das können Alleinerziehende sein, Familien mit geringem Einkommen, aber auch Formen des integrativen Wohnens beziehungsweise generationenübergreifende Wohnformen mit gegenseitiger Unterstützung sollen im Familienzentrum einen Platz finden.

Das Familienzentrum im Schwalbanger soll ein Ort der Begegnung werden

Gleichzeitig soll das Familienzentrum ein Ort der Begegnung werden. Dabei spielt das geplante Café eine zentrale Rolle. In ihm sollen sich Familien mit ihren Kindern ebenso ungezwungen aufhalten können, wie sich Bürger bei einem offenen Mittagstisch zum gemeinsamen Essen treffen. Am Nachmittag könnte es zu einem Lese-Café werden, in dem Bücher und Zeitschriften ausliegen. „Es könnte auch sein, dass die öffentliche Heilig-Geist-Bücherei, die sich derzeit in einem Keller in der Hirschenstraße befindet, in das neue Familienzentrum einzieht“, sagt Wienhardt. Oder aber es werde eine Zweigstelle mit einem auf das Konzept zugeschnittenen Angebot eröffnet, die sich auf Erziehungsratgeber und Ähnliches konzentriert. All das sei denkbar, wenn auch noch nicht abschließend geklärt, sagt Wienhardt, schließlich befände man sich noch in der Planungsphase.

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Das Gebäude, in dem der Kindergarten St. Peter untergebracht war, soll abgerissen werden. Dahinter wurde vor etwas mehr als einem halben Jahr das neue Kinderhaus St. Peter eröffnet.
Bild: Luis Ball

Fest steht bereits, dass das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Familienzentrum eine große Rolle spielen werde, erklärt Wienhardt. So soll es etwa eine Mutter-Kind- und eine Spielgruppe geben. In diesem Zusammenhang könnte es sein, dass das bestehende Angebot des Katholischen Frauenbunds, das derzeit noch im Kloster Maria Ward untergebracht ist, entweder ganz in das neue Familienzentrum integriert wird oder zumindest auf das Zentrum ausgeweitet wird. Ebenso sollen im Familienzentrum in Zusammenarbeit mit der Caritas haushaltsnahe Dienstleistungen vermittelt werden – wie Babysitter oder Putzhilfen.

Zieht das Bürgerhaus Schwalbanger in das Familienzentrum?

„Familien und Eltern sollen aber auch ganz konkret in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden“, sagt Wienhardt. Etwa durch Erziehungskurse, Vorträge, Familientage und Freizeitangebote. Auch die Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, die derzeit in der Hirschenstraße ihren Sitz hat, soll in das Familienzentrum einziehen. Ein weiterer prominenter Zuzug in das Familienzentrum könnte das Bürgerhaus Schwalbanger sein. „So könnten wir noch enger mit dem Quartiersmanagement zusammenarbeiten und Synergieeffekte nutzen“, erklärt Wienhardt. Zum Beispiel mit einer gemeinsamen Töpferwerkstatt, Theaterworkshops oder einem Kleiderflohmarkt. Gespräche dazu würden derzeit laufen.

Eine Sozialraumanalyse im Auftrag der Stadt aus dem Jahr 2005 jedenfalls ergab, dass auf dem Grundstück ein Gebäude mit zentrumsbildender Funktion erwünscht sei – ein Ort der Begegnung für vielfältige Einrichtungen und Bevölkerungsgruppen des Stadtteils. An einer damit verbundenen Zukunftswerkstatt hatten sich Anwohner, Interessengruppen, Politik, Verwaltung und potenzielle Kooperationspartner beteiligt. Wienhardt hat im Auftrag der katholischen Kirchenstiftung St. Peter, der Eigentümerin des Grundstücks, ein entsprechendes Konzept entwickelt. Das sieht nicht nur deshalb einen Neubau vor, weil das alte Gebäude marode und teuer zu sanieren wäre, sondern auch, weil es unterschiedliche Anforderungen, wie Wohnen, integrieren will.

Schwalbanger: Das Familienzentrum soll auch Wohnungen haben dürfen

Eine Wohnbebauung ist an dieser Stelle laut dem Bebauungsplan der Stadt jedoch nicht vorgesehen. Das Grundstück ist sogenannten Gemeinbedarfsflächen wie einer Schule, Kirche oder einem Kindergarten vorbehalten. Darum landete das Vorhaben am Mittwoch im Bauausschuss. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling begrüßte das Vorhaben: „Es ist gut, dass gebaut wird, Wohnungen und ein Familienzentrum entstehen – von solchen Einrichtungen kann es nie genug geben.“ Die restlichen Mitglieder des Bauausschusses sahen dies offenbar ähnlich und stimmten dem Bauvorhaben einstimmig zu. Mit kleinen Einschränkungen, etwa dass unter anderem die Bäume an der Straße Am Schwalbanger erhalten bleiben und vor der endgültigen Genehmigung des Projekts vonseiten des St. Ulrichswerks eine konkrete Freiflächenplanung vorgelegt werden muss. Dann steht einem Familienzentrum, das sich im Lauf der Zeit zu einem Zentrum für den gesamten Stadtteil entwickeln könnte, nichts mehr im Weg.

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