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Neuburg

19.06.2017

Ein Fest für die Demokratie

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3 Bilder
Stoßen auf die Demokratie an: Barbara Leonhardt, Gabriele Kaps und Eva Gerum ( von links nach rechts)
Bild: Silke Federsel

Mit einem Dinner hat die „Offene Gesellschaft“ für ein großes Miteinander gefeiert

Geburtstage, eine bestandene Prüfung oder Jubiläen – vieles feiert man mit einem besonderen Essen. Warum dann nicht einmal so etwas Bedeutendes wie die Demokratie feiern? Genau das machte die Initiative „Die Offene Gesellschaft“ am vergangenen Wochenende. Bundesweit riefen die Initiatoren dazu auf, Tische und Stühle rauszustellen, Essen aufzutafeln und möglichst viele Bekannte zu einem gemeinsamen Beisammensein einzuladen. Im Zentrum standen der Austausch, das konstruktive Miteinander und das gemeinsame Arbeiten an einer positiven Zukunftsvision. Mit an diesem Tag beteiligt waren beispielsweise Gemeinden, Theater, Nachbarschaftsvereine, Verbände und Unternehmen. Und eine kleine Gruppe rund um Eva Gerum, Gabriele Kaps und Barbara Leonhardt, die zum „Tafeln für die Demokratie“ in den Pfarrsaal St. Peter in der Neuburger Altstadt eingeladen hatten.

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Etwa 30 Gäste waren erschienen, hatten vom Nudelsalat über Zwiebelkuchen bis hin zu Antipasti unterschiedliche „Beiträge“ fürs Buffet geliefert und nahmen in entspannter Runde Platz – um zu essen, aber auch um zu plaudern und zu diskutieren.

Besonders gut gefiel den drei Frauen, die sich verantwortlich für das Treffen zeigten, dass so viele unterschiedliche Menschen zusammengekommen waren. Von Mitgliedern der Jusos über Vertreter der Jungen Union bis hin zum Bündnis „Neuburg ist bunt“ und vielen weiteren Interessierten. Auch Menschen, die keiner bestimmten Organisation angehören, waren gekommen. Wie etwa Katja Schmidt. Die 18-jährige Abiturientin hatte von ihrer Lehrerin Gabriele Kaps davon erfahren. Sie interessiert sich sehr für Politik, spielt auch mit dem Gedanken, einer Partei beizutreten und sich zu engagieren. „Ich finde es sehr interessant, dass sich hier so viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Meinungen austauschen können“, erklärte sie. Sich zu engagieren und für Themen einzutreten, die einem persönlich wichtig seien, sei in dieser Zeit wichtiger denn je, wenn man sich all die Krisen anschaue, die es derzeit in Deutschland und Europa gebe, sagte sie. Auch für Eberhard Vollenweider ist der Austausch wichtig. Er gehört zur „Sinninger Initiative gegen Rechts“. Was ihn in der heutigen Zeit besonders bewege, sei die Tatsache, dass die „soziale Klammer immer schwächer wird“. Das Gefälle zwischen Arm und Reich werde immer größer und es fehle oft an Mitmenschlichkeit. „Ich habe das Gefühl, dass vor allem nach unten sehr viel getreten werde“, sagte er. „Ich habe das Gefühl, dass eine Sättigung eingetreten ist, doch man muss etwas dafür tun, um die Demokratie auch zu erhalten“, sagte Stadträtin Elfriede Müller, die ebenfalls gekommen war. „Von alleine geht nichts.“

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Obwohl die Verantwortlichen recht zufrieden mit dem Zuspruch waren, sei es gar nicht so leicht, die Leute zu einem solchen Treffen zu motivieren, wie Barbara Leonhardt feststellte. „Wir haben schon einen sehr hohen Standard von Demokratie und dass man dafür ein Fest feiert, klingt für manche vielleicht etwas kurios.“ Doch genau eben der Erhalt unserer Werte sei ihr und den Verantwortlichen wichtig, wie auch die anderen beiden Mitstreiterinnen betonten. „Wir wollten endlich etwas machen und nicht immer nur reden“, sagte Gabriele Kaps. „Dafür“, also „für die Demokratie eintreten“ lautet der Slogan der Aktion der „Offenen Gesellschaft“ und genau das wollten die drei deutlich machen mit ihrem Beitrag. „Wir haben nämlich keine Zeit, dagegen zu sein“, sagte Kaps mit Blick auf Veränderungen in der Politik, Gesellschaft und der Welt, durch die Freiheiten, die in der Vergangenheit hart erkämpft wurden, bedroht sind.

Auch in Zukunft möchten die drei Frauen sich weiter engagieren. Sie planen, einen „Zonta Club“ zu gründen, der so etwas ist wie das weibliche Pendant zum „Rotary Club“ oder „Lions Club“. In diesen internationalen Service-Clubs engagieren sich berufstätige Frauen in verantwortungsvollen Positionen gesellschaftspolitisch. Ihr Anliegen ist vor allem die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen.

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