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Königsmoos-Untermaxfeld

23.02.2018

Ein Festtag für die Landfrauen

Mit Schwung präsentierte Christa Heinzlmeir ihre blau- und braunfarbene Kreation. Für die Neuburgerin war es der erste Trachtennähkurs.
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Mit Schwung präsentierte Christa Heinzlmeir ihre blau- und braunfarbene Kreation. Für die Neuburgerin war es der erste Trachtennähkurs.
Bild: Elisa Glöckner

In Untermaxfeld stellen regionale Hersteller ihre Produkte vor und eine Ordensschwester ermutigt zum geselligen Kuchen essen.

Stoffhussen für die Milchtüte, Türkränze aus Buchs und Heu, mit Zimt veredelte Kürbiskerne oder aufwendig gearbeitete Grußkarten – wer gestern beim Landfrauentag in Untermaxfeld durch die Marktmeile flanierte, konnte einen Eindruck von der Produktvielfalt „made in Neuburg-Schrobenhausen“ gewinnen. 16 Aussteller – die meisten von ihnen aus dem Landkreis – waren dieses Jahr in die Donaumooshalle gekommen, um ihre Kunsthandwerke oder ihre Produkte aus eigener Herstellung zu präsentieren. Da gibt es etwa Käse aus Sinning, der von einer mobilen Käserei direkt vor Ort aus der hofeigenen Milch hergestellt und mit Bockshornklee oder Bärlauch verfeinert wird. Und es gibt Öle aus Kürbiskernen, die in Wellheim angebaut und in einer Ölmühle in Franken verarbeitet werden. Eine Hobbyschneiderin aus Hollenbach umstrickt Seifen mit echter Schafswolle. Der Trick: Je öfter man sie benutzt, umso mehr verfilzt die Wolle und umso stärker rückt sie schmutzigen Händen auf den Leib. Ein paar Stände weiter sind Vogelhäuschen bunt bemalt und Osterglocken in Eierschalen aus Gips eingepflanzt. Reger Andrang herrscht auch bei den filigran bemalten Ostereiern, für die ganz augenscheinlich eine ruhige Hand und viel Geduld notwendig sind.

Alle zwei Jahre organisiert der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands den Landfrauentag. In der Donaumooshalle ist dann „männerfreie Zone“, denn dieser Tag richtet sich ausschließlich an Landfrauen mit und ohne landwirtschaftlichen Betrieb. Männer brauchen eine Einladung als Ehrengast, um in der mit rund 400 Besuchern voll besetzten Halle Platz nehmen zu dürfen. Dazu zählen an diesem Tag unter anderem Landrat Roland Weigert, Kreisobmann Ludwig Bayer oder Königsmoos’ Bürgermeister Heinrich Seißler. Sie waren es unter anderem auch, die ihre Wertschätzung für die Leistungen der Bäuerinnen und Landfrauen in Familie, Betrieb, Dorf und Ehrenamt zum Ausdruck brachten.

Obwohl der Landfrauentag, den es nach den Worten von Kreisbäuerin Renate Plöckl „schon immer“ gibt, stets gut besucht ist, hat dieses Jahr die Gastreferentin Schwester Teresa Zukic besonders viele Besucher angelockt. Schwester Teresa von der „Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu“ ist eine umtriebige Ordensfrau fernab jeglicher Konvention mit viel Humor und großem Tatendrang. Neun Musicals hat die gebürtige Kroatin komponiert und etliche Bücher geschrieben. Mittlerweile ist sie beinahe die Hälfte des Jahres unterwegs, um erbauende Vorträge mit hohem Unterhaltungswert zu halten. So war es auch gestern, als sie in ihrem Vortrag „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“ über eine positive Lebenseinstellung sprach. Einer ihrer Tipps: „Lieber in Gemeinschaft Schokoladenkuchen essen als alleine Rosenkohl.“ Dazu hatten die Gäste reichlich Gelegenheit, denn die Landfrauen hatten wieder für ein üppiges Kuchenbuffet gesorgt.

Positiv gestimmt und gestärkt durften die Besucher schließlich einige der Dirndl bewundern, die die Teilnehmerinnen der BBV-Trachtennähkurse in den vergangenen Jahren selbst geschneidert hatten. Unter ihnen war auch Christa Heinzlmeir. Zusammen mit anderen Hobbyschneiderinnen zeigte sie bei einer Modenschau das Ergebnis ihrer Arbeit. „Die Tracht zu nähen, war schon eine Herausforderung“, gab die Neuburgerin zu. Vor allem das „Froschmaul“, eine bestimmte Rüschenart am Ausschnitt des Dirndls, habe einiges an Geschick erfordert. Für Heinzlmeir war es der erste Trachtennähkurs. Dagegen war Elisabeth Hochmuth mit Erfahrung in den Kurs gestartet. „Es ist mein zweiter beim BBV“, räumte die Gerolsbacherin ein. Kurz vor der Modenschau gab sie sich dennoch nervös. Ihre handwerklichen Fähigkeiten hatte Elisabeth Hochmuth einem Rock in Grau- und Grüntönen gewidmet: „Beim letzten Mal waren es mutigere Farben“, erzählte sie und lacht. Bei der Vorführung ihrer Kreation ging es trotzdem bunt zu.

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