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Tag der offenen Gartentür

06.06.2018

Ein Garten für alle Sinne

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5 Bilder
Hausmeister Alfred Herrmann und Schwester Emma kümmern sich liebevoll um die Gartenanlagen des Klosters der Maria-Ward-Schwestern.

Seit 30 Jahren bewirtschaften die Maria-Ward-Schwestern die 1,5 Hektar große Klosteranlage in Neuburg. Eindrücke bietet das Areal viele – am Sonntag können Besucher sie persönlich erleben

Beim Flanieren durch die Rosenallee fühlt man sich in eine Parfümerie versetzt. Der Duft, aber auch Anordnung und Farben der Pflanzen prägen die Ästhetik des Klosters der Maria-Ward-Schwestern in Neuburg. „Noch blühen die Rosenbögen sehr schön“, sagt Schwester Emma – die derzeit hohen Temperaturen im Gedächtnis. Seit 30 Jahren kümmert sie sich, freilich mit Unterstützung, um die 1,5 Hektar große Anlage An der Luisenhöhe. Sie sei, so heißt es, die gute Seele des Gartens. Schon im Jahr 1999, als die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege den Tag der offenen Gartentür im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ins Leben rief, öffnete das Kloster seine Pforten für Besucher. Und schon damals sei Schwester Emma federführend gewesen. Nun, am kommenden Wochenende, dürfen Interessierte wieder einmal die Klostergärten bewundern.

„Es ist ein Garten für alle Sinne“, betont Sabine Baues-Pommer, Kreisfachberaterin am Landratsamt. Wie die Expertin erklärt, teilt sich die Anlage des Klosters in zwei große Gartenbereiche. „Zum einen gibt es den Garten mit Gemüsebeeten oberhalb des Klosters. Er dient vorwiegend zur Selbstversorgung der Schwestern.“ Ein weiterer befindet sich im unteren Abschnitt. Dort, sagt Baues-Pommer, seien Pflanzen angesetzt, die andere Sinne als den Geschmack anregen. Demnach reizt vor allem die Rosenallee Nase und Geruchswahrnehmung des Menschen. „Beim Durchschreiten der Bögen erleben Besucher ein Wechselspiel von Licht und Schatten“, merkt sie an.

Ein paar Stufen hinauf, oberhalb dieser Szenerie, versorgt ein Hochbeet die Bewohner mit Kräutern. „Unser Hausmeister Alfred Herrmann hat es aus einem alten Tisch gebaut“, erzählt Schwester Emma. Fein leserlich beschriftet, findet die Klosterküche hier Pfefferminze, Petersilie, Majoran und Schnittlauch für den täglichen Bedarf. Nur für den Salbei hat es bisweilen nicht mehr gereicht. Ein zweites Beet soll bald folgen. Baues-Pommer: „Dieses Beet ist der einzige Nutzbereich im unteren Gartenabschnitt und spricht einen weiteren Sinn an: die Haptik.“ Die Kräuter ließen sich anfassen: „Man kann daran reiben, um ihren Duft wahrzunehmen.“

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Unten angekommen, führt der Weg entlang von Weinstöcken in den Innenhof des Klosters. Reize setzen hier farbige Blütenpflanzen, Kleingehölz und Stauden – und ein Panorama der Altstadt. Gleichzeitig können Besucher einen Blick auf die jüngsten Klostermitbewohner werfen: Gucci, Xerus und Ixi. Drei männliche Alpakas, die als Therapietiere eingesetzt werden.

Indes erledigt Schwester Nicola letzte Feinheiten an den Hortensien. Viel zu tun sei bis zum Wochenende nicht mehr, sagt sie und lächelt. Schwester Emma nickt. Vorbei an der rechten Flanke des Gebäudes trifft man auf alte Baum- und Strauchbestände. Zu entdecken sind etwa die Blutbuche, der Tulpenbaum, ein Ginkgo und eine Esskastanie – übrigens Baum des Jahres 2018. Doch wurzeln hier auch Zierapfel und Quitte. Aus den Früchten Letzterer kochten Klosterbewohner Gelee und Marmelade, sagt Schwester Emma. Zwischen den Bäumen gedeiht eine Blühwiese mehr oder weniger wild. An diesem Ort, erläutert Sabine Baues-Pommer, werde der Hörsinn von Besuchern aktiviert: durch Bienen, Käfer und andere Insekten in der Wiese, durch Vögel in den Baumwipfeln und durch raschelnde Blätter im Wind. „Außerdem zeigt sich hier, wie auch an den Rosenbögen, das Spiel von Licht und Schatten in der Natur.“

Natur ist auch metaphorisches Dach für den Tag der offenen Gartentür. Ziel dessen ist es, die Diversität in und von Gärten aufzuzeigen. Denn, sagt Baues-Pommer, der Trend in der Gartengestaltung entwickle sich weg von Natur, hin zu Stein und Schotter. Das sei bedauerlich, zumal der Garten Lebensraum für Mensch und Tier sei.

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