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Neuburg

16.03.2017

Ein Hort des Vertrauens

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4 Bilder
Basteln fleißig an ihrer Gartenhütte: (von links) Jasmin, Simone, Jamie, Jan und Justin. Derzeit messen die Mädchen und Buben die Fenster aus, damit demnächst die Scheiben eingebaut werden können.
Bild: Gloria Geissler

Der Kinderhort des Vereins Frühförderung feiert Geburtstag. Seit 20 Jahren kommen Mädchen und Buben nach der Schule dorthin, um gemeinsam Mittag zu essen, zu lernen und zu spielen.

42 Zentimeter. Jasmin hat den Meterstab angelegt und schaut mit kritischem Blick auf den Fensterrahmen. Ja, 42 Zentimeter. Zusammen mit ihrer Freundin Simone und den Jungs Jamie, Justin und Jan steht sie vor der Gartenhütte, die schon einen recht fertigen Eindruck macht. Sogar ein paar Pflastersteine liegen vor der Eingangstüre. Was aber noch fehlt, sind die Fenster – und irgendwann kommen vielleicht noch ein paar Vorhänge.

Die Idee zum Bau der Hütte kam von den Kindern selbst und auch einen Großteil der Arbeiten daran haben sie selbst erledigt. Zenta Kaltenberger, Leiterin des Integrationshortes des Verein Frühförderung, erklärt, was dahinter steckt: „Die Kinder sollen Dinge selbst gestalten, ihre Vorstellungen verwirklichen und Verantwortung übernehmen.“ Im Gegensatz zur Schule, wo vieles fremdbestimmt sei, sollen die Mädchen und Buben am Nachmittag selbst entscheiden, was sie machen wollen.

Im April vor 20 Jahren hat der Integrationshort des Verein Frühförderung in der Neuburger Oskar-Wittmann-Straße eröffnet. Seitdem ist er für Generationen von Grundschulkindern zur zweiten Heimat geworden. Sie kommen nach der Schule, essen dort zu Mittag, machen ihre Hausaufgaben, spielen, toben und basteln, bevor sie zwischen 16.30 und 17.30 Uhr nach Hause gehen.

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Die Nachfrage nach Hortplätzen ist groß. Kaltenberger könnte locker noch eineinhalb Gruppen eröffnen, wie sie sagt. Bereits für das Schuljahr 2022 haben sie schon Anmeldungen vorliegen. Im Gegensatz zu Ganztagsschulen oder anderen außerschulischen Betreuungsangeboten hat der Hort des Vereins Frühförderung auch in den meisten Ferienwochen ab 8 Uhr geöffnet. Und natürlich – wie der Name schon sagt – gibt es in dem Integrationshort auch Plätze für sogenannte I-Kinder, also solche, die wegen einer Behinderung oder aus anderen Gründen einen erhöhten Förderbedarf haben.

Sechs Erzieherinnen und Praktikantinnen kümmern sich um 32 Kinder in zwei Gruppen. Es gibt eine sogenannte gleitende Hausaufgabenzeit, das heißt, die Kinder können selbst bestimmen, wann sie ihre Hausaufgaben machen wollen. „Wir garantieren den Eltern aber, dass zum Betreuungsende die schriftlichen Hausaufgaben erledigt sind“, sagt die Sozialpädagogin. „Konkrete Nachhilfe geben wir aber nicht.“ Nach den Hausaufgaben wird gespielt, ein Mal pro Woche wird im Turnraum gesportelt, das Hallenbad besucht oder eingekauft. Dazu machen sich die Kinder dann in Kleingruppen auf den Weg zum Supermarkt – Verkehrskunde inbegriffen. Praxisnahes Alltagsleben lautet das Motto des Horts, an dem sich alles orientiert – seit 20 Jahren mittlerweile.

Im Juli soll das Jubiläum groß gefeiert werden – mit den Kindern, den Eltern, Großeltern und Geschwistern, aber auch mit allen Interessierten. Wann, wo und wie, das steht noch nicht fest, denn auch da dürfen die Mädchen und Buben ihre Ideen mit einbringen.

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