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09.12.2008

Ein Kabel beendet die Langsamkeit

Neuburg Bis vor zwei Monaten war es eher ein Daten-Feldweg, auf dem die beiden Zweigstellen der Maschinenringe Deutschland GmbH (MR) miteinander kommuniziert haben. Seit Oktober aber bewegen sich die Daten der MR auf einer schnellen Datenautobahn. Und auch die Stadt Neuburg nutzt das Glasfaserkabel, das im Abwasserkanal der Altstadt schnell, kostengünstig und ohne große Baustellen verlegt wurde. Neuburgs Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling sieht in dieser Technik aber mehr: "Mit strategischen Knotenpunkten könnten ganze Stadtteile näher an die Netzanbieter rücken."

Schon länger hatten die MR mit der Verbindungsgeschwindigkeit zwischen den Büros am Ottheinrichplatz und in der Amalienstraße gehadert. Zu lange benötigten die großen Datenpakete, bis sie sich durch die herkömmliche DSL-Verbindung mit einer Downloadgeschwindigkeit von 16 Megabit pro Sekunde und im Upload gar mit nur zwei Megabit pro Sekunde gezwängt hatten. "Mit dem neuen Glasfaserkabel haben wir nun eine Transfergeschwindigkeit, die 500 mal schneller ist", berichtete gestern MR-Geschäftsführer Erwin Ballis.

Da die Stadtverwaltung mit ihren verschiedenen Dienststellen genau die gleichen Übermittlungsprobleme drückten, einigten sich die Stadt Neuburg und die MR auf ein Kooperationsmodell der besonderen Art: gemeinsamer Nutzen und geteilte Kosten. An das Glasfaserkabel, das auf einer Länge von einem Kilometer verlegt wurde, fanden auch gleich noch die Harmonie, das Stadtarchiv und das Rathaus eine "Zufahrt" auf diese Datenautobahn. Außerdem wurde der Bücherturm an das Glasfaserkabel eines Anbieters angeschlossen, das im Kanal unter der Rosenstraße verläuft. Die Idee zu der Verlegung der Glasfaserkabel in den Kanalrohren hatte Paul Leikam, Leiter des Entwässerungsamtes der Stadt. "Das Kabel beeinträchtigt weder den normalen Betrieb noch die Wartungsarbeiten." Aufgegraben werden musste nur für die Gebäudeanschlüsse. Von den entstandenen Kosten in Höhe von 66 000 Euro übernahm die Stadt 36 000 Euro, die MR den Rest.

Anschluss der Grünauer Straße

Nun blickt die Stadt bereits in die Zukunft und möchte auf diese Weise auch das Industriegebiet in der Grünauer Straße und die Markthalle an das Glasfasernetz anschließen. Neuburgs Oberbürgermeister kann sich gar noch mehr vorstellen. "So könnte man Gemeinden und ganze Stadtteile näher an die schnellen Datenverbindungen heranbringen, ohne gleich alle Straßen aufgraben zu müssen." Für die Ortsteile wie beispielsweise Bruck sucht die Stadt immer noch Lösungen mit der Telekom. Aber auch da macht Paul Leikam Hoffnung: "Gar nicht weit von Bruck entfernt liegt bereits ein Glasfaserkabel." Die Stadt Neuburg stehe auf jeden Fall Projekten mit öffentlichen und privaten Einrichtungen sehr aufgeschlossen gegenüber, so der OB.

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