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Karlshuld

01.12.2015

Ein Name für die Karlshulder Schule

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2 Bilder
Maurus Gerle
Bild: Uwe Kühne (Repro)

Zum 50. Geburtstag soll die Grund- und Mittelschule nach Maurus Gerle benannt werden.

Die Grund- und Mittelschule Karlshuld feiert am 3. Juni 2016 ihr 50-jähriges Bestehen und soll quasi als „Geschenk“ den Namen Maurus Gerle erhalten. Als Sachaufwandsträger der Grundschule hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Namensgebung bei der Regierung von Oberbayern zu beantragen. Da die Mittelschule im Schulverband Karlshuld-Königsmoos geführt wird, muss im Januar die Schulverbandssitzung noch den entsprechenden Beschluss fassen. Genehmigt die Regierung den Antrag, wird die Schule zwei Namen erhalten: Maurus-Gerle-Grundschule und Maurus-Gerle-Mittelschule.

Pfarrer Maurus Gerle war als Seelsorger, Organisator, Bankdirektor und Fabrikgründer ein Multitalent, der viel für Karlshuld getan hat und für seine Verdienste mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet wurde. Geboren wurde er am 8. Mai 1854 im schwäbischen Röhrwang bei Kaufbeuren. Pfarrer Sebastian Kneipp aus Wörishofen ebnete dem Bauernbuben den Weg zum Studium. Gerle holte als 21-Jähriger das Abitur nach, begann 1884 das Theologiestudium und wurde am 13. März 1886 zum Priester geweiht. Am 2. Juni 1888 wurde er zum Vikar, vier Jahre später zum Pfarrer von Karlshuld ernannt.

Neben seinen mit Eifer betriebenen seelsorgerischen und missionarischen Tätigkeiten hatte er stets ein offenes Ohr für die wirtschaftlichen Sorgen seiner Schutzbefohlenen. Zur Ankurbelung der Landwirtschaft gründete er am 21. September 1890 den Raiffeisenverein, die heutige Raiffeisenbank Donaumooser Land. Am 14. Oktober 1894 gründete er mit Unterstützung von Geldgebern die „Korbindustrie-Genossenschaft Karlshuld“. Mit der Korbfabrik schaffte er es, die „Kirmzäuner“ (Korbflechter) genossenschaftlich zu organisieren, damit sie ihre Waren besser verkaufen konnten. Die Fabrik entwickelte sich schnell, aber durch finanzielle Engpässe drohte 1897 der Konkurs. Retter in der Not war Dominikus Ringeisen, väterlicher Freund Gerles und Superior des Klosters Ursberg. Am 29. März 1897 übernahm die St.-Josefs-Kongregation die Korbfabrik und Maurus Gerle blieb ihr Direktor. Die vielfältigen Produkte der Korbfabrik hatten einen guten Ruf und wurden auf zahlreichen Ausstellungen mit Medaillen prämiert.

16 Jahre wirkte Maurus Gerle in Karlshuld. Am 4. August 1904 wurde er, der immer eng mit der St.-Josefs-Kongregation verbunden war, als Nachfolger für Dominikus Ring-eisen zum Pfarrer und Superior von Ursberg ernannt. Für sein segensreiches Wirken in Karlshuld ernannte ihn die Gemeinde bei seiner Verabschiedung zum Ehrenbürger. 22 Jahre führte Maurus Gerle die Ursberger Anstalten. Er starb mit 72 Jahren am 15. März 1926.

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