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Neuburg

04.12.2020

Ein Neuburger Unternehmer mit sozialer Ader

Manfred Hoffmann, Chef der gleichnamigen Unternehmensgruppe, hat vor einem selbst geschossenen Hintergrundfoto allen Grund zum Strahlen: Das abgelaufene Jahr war trotz der Corona-Pandemie für die Hoffmann-Gruppe ein sehr erfolgreiches.
Bild: Manfred Rinke

Plus Hinter Manfred Hoffmann und seiner Unternehmensgruppe liegt ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Für die seit Jahrzehnten großzügige Spendenaktion ist dies aber zweitrangig. Das hat seine Gründe.

Trotz der Corona-Pandemie, die 2020 in vielen Bereichen für gravierende Einschränkungen gesorgt hat und immer noch sorgt, geht für die Hoffmann-Gruppe ein „relativ normales Jahr“ zu Ende, wie Unternehmenschef Manfred Hoffmann sagt. Ein Geschäftsjahr, das darüber hinaus sogar „sehr erfolgreich“ war. Diese für das in Neuburg beheimatete Chemieunternehmen erfreuliche Entwicklung ist für ihn aber nicht ausschlaggebend dafür, an einer Tradition festzuhalten, die sein Vater vor über 30 Jahren ins Leben gerufen hat. Nach dem Motto „Spende statt Geschenke“ erhalten seitdem viele soziale Institutionen und Vereine alljährlich eine finanzielle Unterstützung.

Auch wenn das Geschäftsjahr relativ normal verlaufen sein mag, die Spendenübergabe zählte heuer nicht dazu. Trafen sich dazu all die Jahre in der Vorweihnachtszeit Vertreterinnen der Neuburger Unicef, der jeweilige Sportreferent im Stadtrat und die Pressevertreter im Mutterhaus an der Münchener Straße, beschränkte sich die Übergabe wegen der Corona-Pandemie und den geltenden Vorsorgemaßnahmen auf ein virtuelles Treffen zwischen Unternehmenschef und Pressevertretern. Manfred Hoffmann betonte dabei, wie wichtig es ihm sei, dass sich die Spendenempfänger auf die alljährliche Unterstützung verlassen können. An die Sport- und Schützenvereine, die an Standorten liegen, an denen die Hoffmann-Gruppe aktiv ist, gehen für die Förderung der Jugendarbeit heuer insgesamt 11.775 Euro. Von den erneut 50.000 Euro, die unter 37 Empfängern sozialer Institutionen aufgeteilt werden, erhielten die Deutsche Welthungerhilfe, das Deutsche Komitee für Unicef und die Kartei der Not (jeweils 10.000 Euro) wieder die größten Zuwendungen.

Für die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, legt Manfred Hoffmann heuer privat noch einmal 10.000 Euro drauf

An das Leserhilfswerk unserer Zeitung spendete Manfred Hoffmann, der heuer auch seinen 65. Geburtstag feiern durfte, privat weitere 10.000 Euro. Er sei ganz einfach sehr dankbar dafür, dass das Unternehmen ein so erfolgreiches Jahr hinlegen konnte. Mit der zusätzlichen Spende denkt er vor allem an die Hilfe im engeren Umfeld und damit an die Grenzen, in denen die Kartei der Not seit Jahrzehnten aktiv ist. Hoffmann glaubt, dass wegen der Folgen der Corona-Pandemie heuer mehr Menschen unschuldig in Not geraten, etwa Beschäftigte im Gastro- oder Eventbereich, die dann möglicherweise auf Unterstützung angewiesen sein könnten.

Vor ihrer Riesenbaustelle in Oberhausen stehen Karlheinz Schmidt und Manfred Hoffmann (vorne). Im Moment errichtet dort Mauss Bau die Lagerhallen für den Logistikstandort mit 22.000 Quadratmeter Gesamtfläche.
Bild: Winfried Rein

Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte die Hoffmann-Gruppe mit ihren drei Inlandsgesellschaften (Hoffmann Mineral, Sonax, Duro Druck) und dem Sonax-Werk in Österreich rund 149 Millionen Euro um. In diese Bilanz fließt auch die Herstellung von Hand-Desinfektionsmittel mit ein, die Sonax zu Beginn der Corona-Pandemie von März bis Mai hergestellt hat. Bei Hoffmann Mineral sank der Umsatz auch im zweiten Jahr in Folge auf nun 29,4 Millionen Euro. Hoffmann erklärt dies mit dem Einbruch bei der Automobilindustrie, in dessen Verlauf auch die Nachfrage aus dem Ausland, nicht zuletzt China, nach Gummi und Kautschuk sank. Man verlor Kunden und neue zu gewinnen, würde gerade bei Hoffmann Mineral länger dauern. „Die bleiben aber dann auch länger“, weiß der Unternehmenschef. Ein starker Herbst, bei dem die Bestellungen aus dem Ausland wieder kräftig anzogen, habe bei Mineral aber wieder für spürbaren Aufwind gesorgt.

Autopflegelmittelhersteller Sonax ist der gewichtigste Pfeiler der Unternehmensgruppe Hoffmann aus Neuburg

Ein deutliches Plus erwirtschaftete hingegen der gewichtigste Standpfeiler der Unternehmensgruppe, Sonax. Der Autopflegemittelhersteller steigerte seinen Umsatz um knapp zwei auf mittlerweile 114,2 Millionen Euro.

Auch was die personelle Entwicklung angeht, hat sich Corona nicht negativ auf das Unternehmen ausgewirkt. Es kündigten zwar Mitarbeiter aufgrund von Umschichtungen in der Produktion (unter anderem wurde im Pulverbereich die Nachtschicht eingestellt). Betriebsbedingte Kündigungen oder Kurzarbeit gab es allerdings keine. „Ganz im Gegenteil: Gerade für den Produktionsbereich bei Sonax suchen wir händeringend nach Mitarbeitern“, erklärt Manfred Hoffmann.

Mit dem Bau des Lagerstandortes für Sonax an der B16 bei Oberhausen liegt die Hoffmann-Gruppe im Plan

Was das Großprojekt in Oberhausen angeht – dort baut Sonax an der Bundesstraße 16 für rund 25 Millionen Euro einen Logistikstandort – sei man aktuell im Plan. Da dort aber auch viele osteuropäische Arbeiter beschäftigt seien, so Hoffmann, müsse man angesichts der Corona-Pandemie abwarten, wie diese ihren Weihnachtsurlaub überstehen werden. Wenn viele in Quarantäne müssten, dann könnte es durchaus noch zu Verzögerungen kommen. Da für das Großprojekt finanziell vorgesorgt worden sei, würde man in dieser Hinsicht aber nicht in Bedrängnis kommen.

Insgesamt hofft Manfred Hoffmann, dass die Menschen die Corona-Zeit gut überstehen werden und es bald einen wirkungsvollen Impfstoff geben wird, der dazu einen entscheidenden Beitrag leisten wird.

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