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Namenspatrone

10.09.2018

Ein Nikolaus, der gebratene Rebhühner davon fliegen lässt

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Heute ist der Tag des heiligen Nikolaus von Tolentino. Auf den Patron von Bayern gehen mehr als 300 Wunder zurück

Neuburg-Schrobenhausen Es gab in früheren Zeiten keine größere Enttäuschung und gesellschaftliche Ächtung als Kinderlosigkeit. So erging es einem Ehepaar aus Sant‘Angelo in Pontano, in der heutigen Provinz Marken in Italien. Deshalb pilgerte es zum Grab des heiligen Nikolaus von Myra nach Bari. Er soll durch seine Fürbitte dazu beigetragen haben, dass dem Paar 1245 ein Sohn geboren wurde. Aus Dankbarkeit gaben sie ihm den Namen Nikolaus.

Statt die Familientradition fortzusetzen, trat Nikolaus schon mit zehn Jahren in den Orden der Augustiner-Eremiten ein. Mit 25 Jahren erhielt er die Priesterweihe. Er wirkte als Prediger und Beichtvater, bis er mit dreißig Jahren nach Tolentino in der Nähe seiner Geburtsstadt geschickt wurde. Dort hatte er am Altar mehrere Engelerscheinungen. Besonders bekannt wurde er aber als asketischer Krankenseelsorger und aufrüttelnder Prediger. Allein durch sein Gebet sollen Kranke ohne weitere medizinische Behandlung geheilt worden sein.

Eine schöne Legende erzählt, dass er selbst bei einer schwerer Krankheit keine stärkende Kost in Form von gebratenen Rebhühnern zu sich nehmen wollte. Auf Anordnung des Priors nahm er einen Bissen zu sich, da flogen die beiden vor ihm liegenden gebratenen Vögel auf und davon.

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Schon zu Lebzeiten hatte er den Ruf der Heiligkeit. Nach seinem Tod mit sechzig Jahren am 10. September 1305, ereigneten sich in der Basilika, die zu Tolentino über seinem Grab errichtet wurde, Wunder über Wunder. Es entwickelte sich bald eine große Wallfahrt. Allein dreihundert Mirakel sind für diesen Ort in den ersten zwanzig Jahren nach seiner Beisetzung offiziell bestätigt worden.

Schon bei seiner Bestattung verstümmelte man seinen Körper, um Reliquien zu gewinnen. Beide Arme wurden ihm zu diesem Zweck abgetrennt. Diese Überreste sollen bei besonderen kirchlichen Ereignissen immer wieder Blutergüsse bekommen haben. Besondere Verehrung erfuhr Nikolaus von Tolentino in der spanischen Stadt Córdoba, wo auf seine Fürsprache hin eine Pestepidemie abrupt zu Ende ging.

An seinem Todestag geweihtes Brot soll gegen Gicht helfen und bei Brandkatastrophen, ins Feuer geworfen, die Flammen eindämmen und löschen. Das geht auf die Legende zurück, dass ihm Brot einer alten Frau bei einer Fiebererkrankung geholfen hätte.

Die Heiligsprechung, zwanzig Jahre nach seinem Tod eingeleitet, wurde erst am 1. Februar 1447 abgeschlossen. Nikolaus war vom 16. bis ins 18. Jahrhundert ein überaus populärer Heiliger. Dann ging sein Stern, den er ikonografisch auf seinem Mönchsgewand trägt, unter. Heute ist er kaum noch bekannt. Dabei ist er Patron von Bayern, natürlich auch von Tolentino, der Stadt seines Wirkens, und auch von Córdoba, sowie von Lima, Rom, Antwerpen und Genua. Nikolaus hilft den Armen Seelen im Fegefeuer, dazu wie sein Namenspatron den Schiffbrüchigen sowie den Gefangenen. Er soll den Gläubigen zum täglichen Brot verhelfen.

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