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Schrobenhausen

30.07.2019

Ein Silberstreif fürs Kreiskrankenhaus am Horizont

Das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen wird heuer weniger rote Zahlen schreiben als in den Jahren zuvor, bleibt für den Landkreis aber weiterhin ein intensives Zuschussgeschäft.
Bild: Norbert Eibel

Kreistag segnet Jahresabschluss mit einem Minus von 2,58 Millionen Euro ab. Geschäftsführung setzt auf Patientenzufriedenheit und größeres Leistungsspektrum.

Der Kreistag hat in den vergangenen Jahren mehr als einmal ein Bekenntnis zum Kreiskrankenhaus Schrobenhausen abgegeben und den festen Willen bekundet, das Haus zu erhalten. Das ist auch bitter nötig, denn national fehlt der politische Wille, kleinere Krankenhäuser auf dem Land zu stützen. So ist der Landkreis als Träger gefordert, finanziell zuzuschießen. So auch für das abgelaufene Jahr 2018, in dem die Gesellschaft ein Defizit von 2,58 Millionen Euro angehäuft hat. Knapp 90 Prozent der Summe sind bereits geflossen, die restlichen 270.000 Euro werden im laufenden Geschäftsjahr ausgeglichen. Der Kreistag segnete den Jahresabschluss und weitere sieben formelle Beschlüsse zur Kreiskrankenhaus GmbH und zum Medizinischen Zentrum jetzt einstimmig ab.

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Auf einen Silberstreif am Horizont verwies allerdings Geschäftsführer Jürgen Schopf in der Sitzung. Nach tiefroten Jahren deuten die Prognosen für heuer auf einen Aufschwung hin. Man rechne mit einem Minus von rund 1,9 Millionen Euro aus, das sei nach den aktuellsten Zahlen eine Verbesserung um 269.000 Euro. Bemerkenswert sei dabei die Entwicklung der beiden vergangenen Jahre. „Es gibt aktuell nicht so viele Kliniken, die 2018 ein besseres Ergebnis erzielt haben als 2017“, sagte Schopf.

Das Ringen um den Fortbestand des Kreiskrankenhauses hinterlässt Spuren

Dass das existenzielle Ringen Spuren hinterlässt, offenbarte Kreisrätin Maria Lang (Freie Wähler) aus Schönberg. Elf Jahre lang saß sie im Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses, nun hat sie ihren Posten niedergelegt – aus persönlichen Gründen, wie sie angab. „Mir ist die Kraft ausgegangen. Ich sehe keinen Erfolg in meiner Arbeit.“ Man habe in Schrobenhausen hervorragendes Personal und Ärzte, aber mit den aus Berlin vorgegebenen Rahmenbedingungen und den aktuellen Vergütungen könne man ein Krankenhaus nicht rentabel führen. „Das wird den Landkreis in den nächsten Jahren noch viel kosten.“ Ihr Mandat übernimmt, einstimmig gewählt, Fraktionskollege Thomas Hümbs. Landrat Peter von der Grün bedankte sich mit einem Blumenstrauß für Langs Engagement.

Die Kehrtwende und weitere Maßnahmen, diesen Trend zu stabilisieren, fanden den Beifall des Gremiums. So hat etwa eine repräsentative Befragung unter den Patienten im Kreiskrankenhaus eine überdurchschnittliche Zufriedenheit von 83,6 Prozent ergeben. „Das ist richtig, richtig gut und um Längen besser, als in anderen Häusern“, versicherte der Geschäftsführer. Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU) wollte genauer wissen, auf was der Zuwachs der Fallzahlen 2018 zurückzuführen sei. „Wenn der Patient nach der Entlassung aus der Abteilung in die Akkutgeriatrie kommt, wird er dort wieder gezählt“, lieferte Jürgen Schopf die Erklärung. Dass eine Spezialisierung auf die Altersmedizin im Trend liege, unterstrich Werner Widuckel (SPD). Man wolle diesen Schwerpunkt ausbauen, bekräftigte Schopf, sei aber nicht nur auf diesem Gebiet unterwegs. Neben Kooperationen mit Honorar- und Belegärzten sowie der Stärkung des Medizinischen Versorgungszentrums solle auch die Gerontopsychiatrie, die Kardiologie sowie die allgemeine und die Unfallchirurgie gestärkt werden.

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