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Neuburg

19.05.2015

„Ein Strom der Vielfalt"

Uly Koch (Mitte), langjähriger Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Donau“ mit seiner Nachfolgerin im künftigen Touristikbüro in Neu-Ulm/Ulm, Raissa Benchoufi, und dem Straubinger Stadtführer Werner Schäfer.
Bild: Sabine Zoller

Uly Koch, Geschäftsführer der AG „Deutsche Donau“ und Pionier des Donau-Radwegs geht in Ruhestand.

Genüsslich entzündet Uly Koch seine Zigarette, zieht einmal kräftig daran und verschwindet für einen Moment hinter blauem Dunst. Dann kommt das sympathische Gesicht erneut zum Vorschein. Leise murmelt er so etwas wie: „Das war nun meine letzte Journalistengruppe.“ Doch dann kommt ein freudig winkender Spanier auf ihn zu, drückt ihm die Hand und umarmt ihn zum Abschied noch einmal herzlich. Jetzt lacht Uly über beide Ohren und schmunzelt: „Und das macht die Donau aus!“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nimmt der leidenschaftlich agierende Touristiker und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Donau“ nicht nur Abschied von „seinen“ Reisejournalisten, die ihn auf der viertägigen Fahrt von Ingolstadt bis nach Passau begleitet haben, sondern auch von seinem langjährigen Aufgabengebiet, das er am 1. August 2015 an seine Nachfolgerin Raissa Benchoufi übergeben wird. Wie bereits berichtet, wechselt der Geschäftssitz nun von Neuburg nach Ulm.

Der versierte Donaukenner und Reisefachmann Uly Koch zählt zu den Gründungsvätern der „Deutschen Donau“ und damit zum Begründer des West-Ost Tourismus entlang der Donau. Mit einem attraktiven Rahmenprogramm zeigt er seit über 26 Jahren nicht nur Land und Leute, sondern auch Themen und Projekte, die sich an dem blauen Band der Donau entlang einen Namen gemacht haben. Auch bei seiner letzten Reisegruppe hat sich binnen kurzer Zeit aus einer 28-köpfigen Reisegruppe aus verschiedenen Ländern eine Gemeinschaft gebildet, die sich für die Landschaft und Städte entlang der Donau interessieren und auch darüber berichten werden.

„In unserer globalisierten Welt gewinnen die kleinen Dinge des Lebens gottlob wieder mehr an Bedeutung“, findet Koch, der sich seit 1984 mit der Donau als Reiseregion beschäftigt. Wenn der gebürtige Franke von seiner Heimat spricht, dann kommt auch eine ganz persönliche Ebene mit ins Spiel. Was wäre Heimat ohne Geschichte, Volkskultur und Brauchtum? Und was wäre eine Region ohne den Tourismus? Zu einer der abwechslungsreichsten Ferienlandschaften zählt heute die Deutsche Donau. Der zweitgrößte Strom Europas durchfließt den Süden Deutschlands von West nach Ost und bietet von seiner Quelle in Donaueschingen bis zur österreichischen Grenze in Passau unterschiedliche Kulturen und Landschaften. Uly Koch, der die Donau als „Strom der Vielfalt“ bezeichnet, kennt viele Winkel und Gassen in den malerischen Städten, attraktive Wirtshäuser und lohnenswerte Übernachtungsmöglichkeiten, die in den vergangenen Jahren an der frequentierten Verkehrsader Donau entstanden sind.

Die Anfänge sahen anders aus. „Als ich 1982 in den Tourismus kam, gab es das alles noch nicht. Wir hatten allerdings ein Ziel: wir wollten den Strömen des Nord-Süd Tourismus etwas entgegensetzen!“ Aus einer ersten Idee entstand ein neues, für damalige Zeiten durchaus ungewöhnliches Konzept, das wir heute als Donau-Rad-Weg kennen. Die erste Initiative zum touristischen Zusammenschluss von 15 Donaustädten startete Mitte der 1980er Jahre und zählt heute zur Erfolgsgeschichte in der deutschen Touristikbranche die nach Aussage von Uly Koch zudem älter als der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) ist. Mit den Landes-Tourismus-Organisationen Bayern und Baden-Württemberg und der Deutschen Zentrale für Tourismus wird heute der deutsche Teil der Donau durch die Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Donau“ vermarktet.

Der gut ausgebaute Radweg führt 609 Kilometer von der Quelle in Donaueschingen bis in die Drei-Flüsse-Stadt Passau. Eine detaillierte Radlkarte bietet wissenswerte Informationen und zudem alle wichtigen Hinweise wie „Zimmer frei - Radler willkommen“, die am Wegrand stehen. Waren es einst nur einfache Quartiere gibt es heutzutage Übernachtungen für 25 Euro mit Frühstück aber auch feudale Vier-Sterne-Hotels.

Nicht ohne Stolz erklärt Koch, dass heute der Donau-Radweg zu einem länderübergreifenden Fernradwanderweg zählt, der die Donau von der Quelle bis zur Mündung begleitet. Die gesamte Streckenlänge beträgt rund 2850 Kilometer und ist in 60 Tagesetappen von Deutschland über Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien bis zur Donaumündung ins Schwarze Meer zu befahren. Er selbst hat die deutschen Etappen von Donaueschingen bis Passau bereits abgeradelt, die weiteren Strecken hat er sich nun für die Zeit nach seinem aktiven Berufsleben aufgehoben.

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