Newsticker

Corona-Zahlen in Deutschland: Rund 11.000 Neuinfektionen gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Ein Täter aus Dummheit

30.01.2015

Ein Täter aus Dummheit

Symbolbild
Bild: Alexander Kaya

22-Jähriger bezahlt Waschmaschine nicht. Unterschlagung

Es war in der Summe einfach zu viel, was sich ein 22-jähriger Angeklagter seit 2008 geleistet hatte. Damals – gerade mal 16 – hatte er zum ersten Mal vor Gericht gestanden und gleich eine Jugendstrafe von einem Jahr und zwei Monaten aufgebrummt bekommen – für einen Ersttäter eine massive Ahndung. Seitdem leistete er sich immer wieder Verstöße gegen das Gesetz: Mal war es Fahren ohne Fahrerlaubnis, mal eine Körperverletzung, dann versuchte schwere räuberische Erpressung und zweimal Betrug. Auch unter offener Bewährung gelang es ihm nicht, straffrei zu bleiben. Folglich musste er ins Gefängnis, wo er jetzt noch bis Mai einsitzen muss.

Gestern nun stand der 22-Jährige aus dem Landkreis erneut vor dem Neuburger Amtsgericht. Und wieder hing eine Freiheitsstrafe wie ein Damoklesschwert über ihm. Staatsanwalt Franz Burger wollte ihn sechs weitere Monate hinter Gittern wissen, hoffte er doch, dass der Angeklagte „dann endgültig erkennt, dass er selbst seines Glückes Schmied ist.“

Verteidiger Rechtsanwalt Ralf Piegsa hingegen plädierte auf eine Bewährungsstrafe, egal in welcher Höhe. Denn sein Mandant habe stets aus Dummheit gehandelt und eine letzte Chance verdient. Schließlich sei im Leben des 22-Jährigen plötzlich alles den Bach runter gegangen.

Im April vergangenen Jahres hatte das Leben des jungen Mannes zu bröckeln begonnen. Damals plante er zusammen mit seiner schwangeren Freundin ein Familienleben in einer gemeinsamen Wohnung. Die Oma erklärte sich bereit, dem arbeitslosen Enkel die Einrichtung zu finanzieren, sodass das Paar Möbel kaufte. Doch dann kam es zum Streit. Die Freundin trennte sich vom Angeklagten. In der Hoffnung, sie zurück zu gewinnen, richtete der junge Mann weiter die Wohnung ein und kaufte eine Waschmaschine und einen Trockner auf Lieferschein. Beide Geräte bezahlte er nicht, gab schließlich nur den Trockner zurück und verkaufte die Waschmaschine anderweitig weiter. Zudem blieb der Wunsch des Mannes unerfüllt: Die Freundin lebt heute ihr eigenes Leben, zu seinem Sohn hat der Kindsvater keinen Kontakt.

Vorsitzende Richterin Susanne Bekk ging gestern zunächst von Betrug aus, erkannte dann aber auf Unterschlagung. Sie hielt dem 22-Jährigen sein Geständnis und seine Offenheit zugute und verurteilte ihn gerade noch einmal zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten. Nicht freilich, ohne ihn eindringlich zu ermahnen, künftig, „nicht immer alles so laufen zu lassen“. (wüb)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren