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Neuburg

17.07.2019

Ein Tag für die Integration

Konzentriert lesen die Schüler zunächst Karten mit verschiedenen Informationen zum Thema Migration und dessen Ursachen. 
Bild: Laura Freilinger

An der Paul-Winter-Realschule veranstaltete die Fachschaft Religion einen Tag zum Thema Flucht und Migration für die Siebtklässler.

Italien, Skandinavien, die Türkei, Dubai und der Kosovo: Dort waren einige der über 100 Schüler der Paul-Winter-Realschule in Neuburg zuletzt im Urlaub. Auf dem Aktionstag zum Thema „Flucht und Migration“ mit der Kolping Roadshow wurde den Siebtklässlern jedoch verdeutlicht, dass Grenzübergänge in anderen Ländern über Leben und Tod entscheiden können.

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In Zusammenarbeit mit der Diakonie, der Caritas, der Kolpingfamilie und der Fachschaft Religion sollten sich die Schüler in verschiedenen Stationen nicht nur Wissen aneignen, sondern auch mit Einzelschicksalen konfrontiert werden.

„Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen. Die Schüler sollen heute einmal die andere Seite, die Perspektiven der Geflüchteten, kennenlernen“, erklärt Elke Oswald von der Flüchtlings- und Integrationsberatung.

Ein Tag für die Integration

Das Kolping Infomobil war beim Aktionstag dabei

Vor Ort war auch das Kolping Infomobil, welches unter der Schirmherrschaft des Kolping-Netzwerks für geflüchtete Mitbürger aller Altersklassen zum Dialog auffordert.

„Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sich der Großteil der aktuell 70 Millionen Geflüchteten innerhalb des Herkunftslandes oder im Nachbarstaat aufhält“, sagt Eva Garcke vom Infomobil.

„Die meisten Jugendlichen interessieren sich für das Herzstück unseres Infomobils“, bemerkt Garcke. „Das sind Bilder von Einzelschicksalen und zugehörigen Taschen. Über deren Inhalte sollen die Teilnehmer herausfinden, welche Informationen zusammengehören.“

Begleitet werden die Jugendlichen von ihren Religionslehrern. „Integration ist ein wahnsinnig wichtiges Thema“, hebt die evangelische Religionslehrerin Jutta Kieler-Winter hervor. „Es gibt noch immer Vorurteile und bestimmte Parolen, denen man entgegenwirken muss.“

Aus diesem Grund beschäftigt sich gerade der 13-jährige Peter Fischer aus Neuburg neugierig mit der Flucht Albert Einsteins in der beginnenden Herrschaft der Nationalsozialisten. „Daran sieht man, dass es wirklich jeden treffen kann“, stellt Peter fest. Neben dem Physiker lernten die Siebtklässler auch die Schicksale Mahatma Gandhis oder Jerome Boatengs kennen.

Außerdem wurden die Schüler mit der Problematik von Überfischung durch internationale Großkonzerne nicht nur vor den Küsten Europas, sondern auch Westafrikas vertraut gemacht.

Aktionstag an der Paul-Winter-Realschule: Es gab verschiedene Möglichkeiten sich weiterzubilden

Gemeinsam mit seinen 13-jährigen Klassenkameraden Efe Bozdemif und Edon Gashi versuchte der 14-jährige Joel Dadak, aus verschiedenen Länderpuzzeln eine große Landkarte zusammenzubauen. „Mir gefällt daran gut, dass man zusammenfügt, was zusammengehört, zum Beispiel Länder, die aufgrund von Religion getrennt worden waren“, findet er.

Da stimmt ihm sein Freund Efe zu: „Der Tag übertrifft meine Erwartungen, weil die Stationen so unterschiedlich sind“, freut er sich. „Für mich ist Integration aber etwas Normales, vor allem, weil ich mit dem Thema auch familiär schon vertraut bin.“

Wer sich alleine weiterbilden mochte, der konnte in den Büchern des von der EU-gesponserten Infomobils blättern. Diese waren sogar in verschiedenen Sprachen geschrieben.

Der Höhepunkt der sportbegeisterten Jugendlichen war aber ein Kicker, dessen Spieler – und Spielerinnen – verschiedene Hautfarben hatten. Für weitere Unterhaltung sorge ein Film von Kika-Fernsehstar Checker Tobi, der über Einzelschicksale und die einhergehenden Konsequenzen erzählte. Lehrerin Kieler-Winter hofft nun darauf, auch im nächsten Jahr wieder ein gemeinsames Projekt ins Leben zu rufen, um das in der siebten Jahrgangsstufe gelegte Fundament eines erweiterten Verständnisses zur Flüchtlingsproblematik weiter zu vertiefen.

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