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Ein Versuch ist es wert

Kommentar Von Marcel Rother
28.02.2018

Die Staatsregierung hat die flächendeckende Ausweitung der Sicherheitswacht beschlossen, die Stadt Neuburg folgt der Idee. Ein Versuch, der sich lohnen könnte.

Ja, nicht jeder sieht das Konzept der Sicherheitswacht positiv. Kritiker bezweifeln den messbaren Erfolg und halten den Verfechtern der Idee vor, die Bürger lediglich in Sicherheit zu wiegen, anstatt für mehr Sicherheit zu sorgen. Andererseits würde das Ehrenamt Personen anziehen, die das Gesetz gerne selbst in die Hand nehmen und darin die Gelegenheit sehen, Hilfspolizist zu spielen.

Den Kritikern ist erstens vorzuhalten, dass Erfahrungen aus anderen Polizeiinspektionen gezeigt haben: Das Modell kann funktionieren. Die Städte Ingolstadt und Freising haben schon seit längerer Zeit Sicherheitswachen im Einsatz und positive Erfahrungswerte gesammelt. Das allein ist freilich kein Garant, dass es auch in Neuburg funktioniert. Dessen ist sich auch Norbert Bachmaier, Leiter der Polizeiinspektion Neuburg, bewusst. Das führt zu Punkt zwei, dem Personal. Die Bayerische Sicherheitswacht basiert idealerweise auf dem freiwilligen und ehrenamtlichen Engagement von verantwortungsvollen Bürgern, die sich für ein friedliches und sicheres Zusammenleben im Sinne des Gemeinwohls einsetzen möchten.

Bei der Auswahl der Bewerber kann die Polizei gezielt Einfluss nehmen und ist sich der nötigen Sensibilität bei der Besetzung durchaus bewusst. Gezielte Schulungsmaßnahmen, die die Kandidaten auf ihre Tätigkeiten bei der Sicherheitswacht vorbereiten, runden die richtige Personalwahl ab. Existiert eine funktionierende Sicherheitswacht, die von der Bevölkerung akzeptiert ist, kann sie eine wertvolle Ergänzung zur Polizeiarbeit leisten. Sie unterstützt die Beamten bei Fahndungen, ist Ansprechpartner für schutzbedürftige oder hilfesuchende Personen, arbeitet präventiv und kann durch ihre Anwesenheit Störungen, Vandalismus und Straßenkriminalität verhindern helfen. Und das alles - aus Sicht der Kommune - ohne zusätzliche Kosten, denn diese übernimmt der Freistaat Bayern.

Die Sicherheitswacht darf keinesfalls als Ersatz für fehlendes Personal in den Polizeiinspektionen gesehen werden. Das soll sie auch nicht sein, versichert Norbert Bachmaier, der sich bekanntermaßen für eine bessere personelle Ausstattung in Neuburg einsetzt. Im März erhält die PI fünf neue Mitarbeiter - deren Arbeit unterscheide sich grundlegend von der der Sicherheitswacht. Als flankierende Maßnahme jedoch kann sich selbst der Polizeichef eine Sicherheitswacht als zusätzliches Instrument der Inneren Sicherheit in Neuburg vorstellen.

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