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Soziales

20.11.2018

Ein Wärmebus soll Obdachlosen helfen

Ein Wärmebus soll Obdachlose in der Region mit Tee und warmer Suppe versorgen.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Archiv)

Im Winter geht es für Menschen ohne Dach über dem Kopf ums Überleben. Die Integra will in den kommenden Wochen Getränke und Speisen verteilen – und zuhören.

Für viele beginnt die wohl schönste Zeit im Jahr. Die Adventszeit steht vor der Tür, Weihnachtsmärkte eröffnen bald in der gesamten Region. Obdachlose hingegen kämpfen in den kommenden Wochen ums Überleben. Draußen schlafen bei Minusgraden bedeutet Lebensgefahr.

Ein Umstand, der auch Dieter Moosheimer keine Ruhe lässt. Er befürchtet, dass nach dem Rekord-Sommer ein besonders strenger Winter ansteht. Deshalb will der Geschäftsführer der Integra mit einem Wärmebus durch die Region fahren. Anstoß der Idee war eine Diskussion auf Facebook: „Als einige wieder einmal die Politik kritisiert haben, wurde ich wütend. Die meisten reden viel, tun aber nichts“, betont Moosheimer.

Moosheimer: „Wir wollen die Menschen verstehen“

Der 61-Jährige zögerte nicht lange und startete einen privaten Spendenaufruf im sozialen Netzwerk. Das Ziel: rund 10000 Euro und ein Kleinbus. Nach nur einer Woche hat Moosheimer schon mehr als die Hälfte des Geldes zusammen. Und auch einen Kleinbus bekommt Integra. „Die Übergabe findet am kommenden Montag statt“, zeigt sich Moosheimer erfreut.

Wie in den Wärmebussen in anderen Städten Deutschlands bekommen Obdachlose einen Tee, Kaffee oder auch eine heiße Suppe. Doch Moosheimer ist das nicht am wichtigsten, betont er: „Es geht nicht um Almosen. Wir wollen zuhören und die Menschen wirklich verstehen. Wir bieten zudem eine Beratung an.“ Der Geschäftsführer hatte schon mit vielen Obdachlosen zu tun, weiß daher: „Wir wollen die Dankbarkeit auf ein Minimum reduzieren. Viele haben ihren eigenen Stolz. Jeder soll die Chance haben, gehört zu werden.“

Wärmebus: Im Dezember soll es losgehen

Starten soll der Wärmebus am 3. Dezember. Zunächst sind die größeren Städte im Umkreis das Ziel: Ingolstadt, Neuburg, Schrobenhausen, Eichstätt und Pfaffenhofen. Fahren soll der Bus die gesamte Frostperiode. Und danach? „Im Sommer wollen wir das Auto nicht herumstehen lassen. Dann wird aus dem Wärme- eben ein Sozialbus“, erklärt Moosheimer. Geht es nach ihm, macht sich auch ein ehemaliger Obdachloser auf den Weg: „Wir haben 450 Klienten, viele kommen aus der Obdachlosigkeit. Sie kennen die Szene.“ An einschlägigen Plätzen soll der Bus dann jeweils mindestens eine Stunde stehen.

Moosheimer erhofft sich dadurch, dass die Obdachlosen schneller Vertrauen aufbauen. „Es sind oft große Hemmschwellen vorhanden, deswegen wollen wir auch die Hilfe zu den Menschen bringen – nicht umgekehrt.“ Was den Obdachlosen ebenfalls oft zu schaffen macht, sei die Bürokratie: „Wenn jemand kein Einkommen hat, bekommt er Anspruch auf Grundsicherung. Wir helfen zum Beispiel auch, nötige Anträge auszufüllen.“

So können Sie helfen

Neben Geld- benötigt Integra auch Sachspenden wie Decken, Schlafsäcke und Winterkleidung. Diese können an allen Geschäftsstellen abgegeben werden. Zudem freut sich das Team um Moosheimer auch über Dienstleistungen: „Menschen, die Kleider sortieren, Fahrer oder Fachkräfte in der sozialen Beratung. Schnelle, unbürokratische Hilfe ist uns wichtig.“ Der 61-Jährige will in den kommenden Tagen auch einige Bürgermeister und Landräte anschreiben: „Sie kennen die Menschen vor Ort am besten. Sie wissen, wer am ehesten von unserer Hilfe profitieren könnte.“

Spenden: Geldspenden an IBAN: DE93 7215 2070 0000 3753 45; Verwendungszweck: Wärmebus. Bei größeren Mengen an Sachspenden kann eine Abholung beantragt werden unter 015774747891 oder per Mail an dieter.moosheimer@integra-ggmbh.net

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