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Neuburg

10.05.2020

Ein Wiedersehen zum Muttertag

Endlich ein Wiedersehen: Steffen Suck traf seine Mutter Renate im Altenheim und brachte ihr kleine Geschenke mit.
Bild: Winfried Rein

Plus Neuburger Altenheime erleben am Wochenende rührende Begegnungen. Die Besuche unterliegen aber strengen Hygieneauflagen. Wie das Wiedersehen ablief.

Ein Geschenk für Oma oder Mama zum Muttertag – in den Neuburger Altenheimen war das am Wochenende möglich. Unter strengen Hygieneauflagen ließen die Heime erstmals wieder Einzelbesuche zu. „Ich bin sehr froh, dass ich meine Mutter nach sechs Wochen wieder sehen konnte“, sagte Steffen Suck.

Das Seniorenheim St. Augustin teilte Suck telefonisch einen Termin zu. Der Besucher erhielt eine Fieberkontrolle, einen Mundschutz und Handschuhe, außerdem musste er sich die Hände desinfizieren. Mit drei Metern Abstand, getrennt durch Plexiglas, traf er endlich seine Mutter. Renate Suck (76) wartete schon im Rollstuhl. Endlich hatte sie wieder Kontakt zum Sohn. „Allein im Zimmer ist es oft sehr einsam“, sagte sie. Er brachte ihr Blumen und Pralinen in Herzform mit.

Besuch im Neuburger Altenheim: Eltern und Kinder sind erleichtert

Auch die 99-jährige Erna Riesinger erhielt Besuch von ihrem Sohn. Beide waren sehr erleichtert. Er hatte Geschenke dabei, sie gab ihm einen alten Blumentopf mit. Waltraud Raps (84) ließ ihre Nichten aus München wegen der Kurzvisite (maximal 30 Minuten) nicht anreisen. Dafür kam eine Freundin und frühere Kollegin zu Besuch.

Es waren rührende (Wieder-)Begegnungen im Altenheim der Barmherzigen Brüder. „Wir haben getan, was möglich war“, beschreibt Heimleiter Klaus Müller die Vorbereitungen. Ein gewisser Sonderaufwand war unvermeidbar. „Aber alle Mitarbeiterinnen haben klaglos mitgemacht“, erzählt Nicole Schorer vom Pflegedienst und freut sich darüber.

Corona: Die Vorgaben der Staatsregierung bestimmen, wie es weitergeht

Rund 40 Senioren erhielten am Wochenende Besuch von ihren Verwandten. St. Augustin führt 107 Heimplätze, knapp 100 sind derzeit belegt. Auch in der laufenden Woche ermöglicht der Träger Besuche von „Kontaktpersonen“. Wie es letztlich weitergeht, bestimmen der Bedarf und die Vorgaben der Staatsregierung und Gesundheitsbehörden.

Das Heim öffnet vorsichtig auch den geronto-psychiatrischen Bereich. Eine Frau besuchte ihre Mutter und musste weinen. Die Mutter konnte die Tochter kaum hören und nicht sehen, weil sie erblindet ist. Und Berührungen sind nicht erlaubt.


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