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Karlshuld

13.06.2017

Ein alte Liebe, die nicht rostet

Maria und Alwin Raupach feiern 70. Hochzeitstag. Das ist so selten, dass nicht nur Pfarrer Johannes Spät (rechts) und Karlshulds Bürgermeister Karl Seitle (links) persönlich vorbeischauten, sondern auch Landrat Roland Weigert. Vom Bundespräsidenten und vom bayerischen Ministerpräsidenten kamen Glückwunschschreiben.
Bild: Manfred Rinke

Maria und Alwin Raupach aus Karlshuld sind seit 70 Jahren verheiratet. Jetzt feiern sie ihre Gnadenhochzeit. Wieso heißt sie so?

Wenn Maria und Alwin Raupach an den Beginn ihrer Ehe denken, müssen sie schon ganz weit zurückblicken. Die Beiden haben sich am 12. Juni 1947 das Ja-Wort gegeben und gelobt, zusammen zu bleiben, „bis dass der Tod uns scheidet“. Den 70. Hochzeitstag gemeinsam erleben zu dürfen, das ist schon etwas Außergewöhnliches. Und das in einer Zeit, in der viele Ehen nicht einmal das berüchtigte verflixte siebte Jahr erleben.

Dabei hat Maria Raupach ihrem Mann noch viel mehr Versprechen abgenommen, wie der 93-Jährige lachend erzählt: „Drei Dinge wollte sie von mir vor der Hochzeit versprochen haben. Ich durfte meine Haare nicht verlieren, nicht dick werden und auch meine Zähne musste ich behalten.“ Alle drei Versprechen, die er neben dem Ehegelöbnis gegeben hatte, hat Alwin Raupach eingehalten. Dabei versichert seine Frau heute, dass diese drei Versprechen eher im Scherz gemeint gewesen waren. Die beiden Karlshulder genießen ihren gemeinsamen Lebensabend in vollen Zügen und sind noch sehr aktiv. Beide über 90, sind sie noch regelmäßig beim Seniorensport. Alwin Raupach hat die Gruppe bis vor zwei Jahren sogar noch geleitet. „Heute bin ich nur noch Teilnehmer“, grinst der Karlshulder, der eigentlich in Berlin geboren und, da seine Eltern früh verstarben, bei seinen Großeltern aufgewachsen war. Im Krieg war er dann als Soldat viel unterwegs. Im Mai 1945 geriet er in Österreich in amerikanische Gefangenschaft. Als so genanntes „entwaffnetes Kriegspersonal“ kam er nach Ingolstadt zum Brückenbau. „Untergebracht waren wir in Lichtenberg.“ Beim Tanzen hat er seine Maria kennengelernt. „Obwohl wir eigentlich gar nicht raus durften aus unserem Lager. Und ich eigentlich gar nicht tanzen konnte.“ Aber Maria meinte nur: „Das bekommen wir schon hin.“ Raupach lernte tanzen und seine Maria lieben.

Kurz nach der Hochzeit kam bereits der erste von insgesamt drei Söhnen zur Welt. Eigentlich wollte der Berliner zurück nach Berlin. Da aber Maria Raupach lieber in ihrer Heimatgemeinde Karlshuld bleiben wollte, stand kein Umzug nach Berlin an. Die Liebe zu seiner Frau besiegte die Liebe zur Heimatstadt. 1963 baute Alwin Raupach ihr gemeinsames Haus, in dem sie auch heute noch wohnen. Er baute es tatsächlich selbst, denn der gelernte Dreher hatte nach seinem Gefangenendienst zum Maurer umgeschult und war bei dem Neuburger Bauunternehmen Hans Mayr 30 Jahre lang als Vorarbeiter tätig.

Für junge Paare haben die beiden Eheleute einige eigentlich einfache Tipps. „Man sollte auch mal nachgeben können. Und nicht alles immer gleich auf die Waagschale legen“, meint Maria Raupach. Und ihr Ehemann pflichtet bei.

Wieso der 70. Hochzeitstag Gnadenhochzeit heißt, das wissen auch die beiden nicht. Viele andere Hochzeitstage sind nach Stoffen und Metallen benannt. So haben die beiden die Silberne (25 Jahre), die Goldene (50) und die Diamantene Hochzeit (60) bereits hinter sich. Und dazwischen noch die Leinen-, die Perlen-, die Rubin-, die Messing- und die Platinhochzeit. Die Gnadenhochzeit aber heißt so, weil es eine Gnade ist, eine solch lange Lebensspanne gemeinsam zu verbringen, die Kinder aufzuziehen und zu erleben, wie die Enkel und Urenkel groß werden. Bei drei Söhnen haben die Raupachs sechs Enkel und drei Urenkel. Letztere sind so alt, dass die beiden vielleicht auch noch einen Ururenkel erleben. Zuerst aber feiert die gesamte Familie mit dem Jubiläumspaar.

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