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30.03.2009

Ein bürokratischer "Irrsinn" in den Praxen

Ingolstadt (sko) "Unser derzeitiges Gesundheitssystem ist am Ende - es ist nicht mehr reformierbar! Wir brauchen unbedingt einen Neuanfang!" Den forderte der Bundestagsabgeordnete und praktizierende Allgemeinarzt Erwin Lotter.

FDP-Ingolstadt-Kreisvorsitzender Philipp Philippson hatte seinen Aichacher Parteifreund zu einem "Liberalen Stammtisch" in den Konferenzraum des Theaters eingeladen. Er stand unter der Überschrift "Ist das Regelleistungsvolumen das Ende des freien Arztberufes?". Zahlreiche Mediziner, insbesondere Fachärzte, jedenfalls befürchten dies. Und auch Erwin Lotter, seit November des vergangenen Jahres im Berliner Parlament, machte deutlich, dass er wenig von dem hält, was die Regierungskoalition mit ihrer Stimmenmehrheit auf diesem Sektor beschlossen hatte: "Die letzte Steigerung im 'Gesundheitsdschungel' ist der am 1. Januar in Kraft getretenen Fond und die damit verbundene Honorarreform bei den Ärzten." Die Bürokratie habe jetzt ein Ausmaß angenommen, das man nur noch als "verwalteter Irrsinn" bezeichnen könne. Lotter ("Der Arztberuf muss wieder attraktiv werden!") vertrat die Auffassung, dass in einer nach dem 27. September möglichen CDU/CSU/FDP-Regierung viele liberale Positionen durchsetzbar wären: "Während Schwarz-Rot die stümperhaften Dauerreparaturen am deutschen Gesundheitswesen fast unbeirrbar fortsetzen will, steht die FDP für Freiheit ohne übermäßige Bürokratie und ohne Rationierung von Leistungen."

Konkret bedeute dies unter anderem den Übergang zur Kostenerstattung in der Krankenversicherung, die deutliche Entschlackung der Datenübermittlung in den Praxen sowie die Beschränkung von Kassenbürokratie auf das notwendige Minimum. Die Bürger sollten eine weitgehende Wahlfreiheit bekommen, wie sie ihren Versicherungsschutz gestalten wollen. Vertrags- und Therapiefreiheit sowie freie Arztwahl müssten selbstverständlich sein. Lotter: "Nur die Freiberuflichkeit der Ärzte garantiert eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung!"

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