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Ingolstadt

19.09.2013

Ein fast perfektes Gaunerpärchen

Ein 41-Jähriger trickste mit seiner 26-jährigen Komplizin Juweliere aus. Die beiden erbeuteten so insgesamt vier Luxusuhren.

Eine Studentin (26) und ihr Komplize (41) tricksten in Ingolstadt und Augsburg Juweliere aus und erbeuteten teure Markenuhren.

Diese gut aussehende junge Dame mit dem schwarzen Hosenanzug und der Mann mit dem eleganten Anzug machten bestimmt Eindruck. Etwa jenen, dass ein seriöser Geschäftsmann mit seiner deutlich jüngeren Lebensgefährtin mal eben auf Einkaufsbummel ist.

Tatsächlich handelte es sich bei den beiden um ein Gaunerpärchen. Das hat Juweliere in Ingolstadt, Frankfurt, München und Augsburg um teure Luxusuhren – vorwiegend der Marke Rolex – geprellt. Seit gestern sitzen beide vor dem Landgericht auf der Anklagebank. Zum Prozessauftakt legten sie ein umfassendes Geständnis ab.

Der Gesamtwert der Beute liegt bei knapp 100 000 Euro

Mit ihrem Trick ergatterten sie immerhin vier Uhren im Wert von 99400 Euro, hat die Staatsanwaltschaft zusammengerechnet. Die Vorgehensweise war immer gleich und ist auch von Überwachungskameras in Juweliergeschäften dokumentiert: Das fast perfekte Gaunerpaar verwickelte das Verkaufspersonal erst in ein langes Gespräch. Meist war es dann die Frau, die den Verkäufer erfolgreich ablenkte. Der Komplize tauschte in dem Moment die echte Uhr gegen ein Plagiat aus. Die Kopien hatte die Frau in Hongkong gekauft. Sie waren so gut, dass einigen geprellten Geschäftsleuten der Diebstahl erst Tage später auffiel.

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Zu dem Zeitpunkt waren die beiden längst über alle Berge und hatten die Beute weiterverkauft. Mit einem Teil des Geldes will der Mann alte Schulden beglichen haben. Sagt er jedenfalls. Aber es gibt Hinweise, dass das Pärchen das meiste gebraucht haben könnte, um einen feudalen Lebensstil zu finanzieren.

Nach dem letzten Raubzug trennte sich das Pärchen

Nach dem letzten gemeinsamen Fischzug im März diesen Jahres bei einem bekannten Ingolstädter Juwelier hatten sich beide auf der Flucht getrennt. Sie wurde zwei Tage später in Fürth festgenommen, er wiederum zwei Tage danach in Rosenheim. Seither sitzen die beiden Tschechen in Untersuchungshaft.

Außer den Geständnissen ist ihnen nichts zu entlocken. Weitere Angaben verweigern die Angeklagten, die beim Prozessauftakt gestern gar nicht mehr den Eindruck von Komplizen erweckten. Die junge Frau ging deutlich auf Distanz und nahm auch die Tafel Schokolade nicht an, die ihr der 41-Jährige beim Wiedersehen als Geschenk aus dem Untersuchungsgefängnis mitgebracht hatte. Später nahm der Angeklagte die Hauptschuld auf sich. Er habe die 26-Jährige „mit reingezogen“ und sei „die bestimmende Person“ gewesen.

Der Mann hat acht Vorstrafen. Für ihn geht es um mehrere Jahre Gefängnis. Die attraktive Dame neben ihm auf der Anklagebank könnte mit einer Bewährungsstrafe davon kommen. Sie hat keine Vorstrafen. Das Urteil der Großen Strafkammer wird voraussichtlich am 1. Oktober fallen.

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